Ammendorf um 1900 - 1924

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Zeittafel von Ammendorf

1900 bis 1924

 


1900

 


01.01.

 


Das Bürgerliche Gesetzbuch tritt in Kraft (BGB).

Die Kutschenfabrik „ Gottfried Lindner“ wird nach Ammendorf verlegt.

Ein Unglück in der Regensburger Straße (ein Zug stößt mit einem Pferdefuhrwerk zusammen) führt dazu, dass die Straße unter der Eisenbahnstrecke durchgeführt wird.

Die Mühle wird von Herrn Voigt aus Tangermünde wieder aufgebaut

Die AEG Berlin beginnt mit dem Bau der Straßenbahnlinie Halle- Merseburg im Abschnitt Artilleriekaserne Halle- Ammendorf und dem Betriebsbahnhof Ammendorf.

 


1901

 


27.05.

 


Weihe der provisorischen Notkirche im Garten des Grundstückes Siebenhufenstraße 2. mit der Namensgebung „Maria von der immerwährenden Hilfe“. Diese Kirche wurde auf einer Grundfläche von 16 mal 8 m errichtet. Vikar August May betreut die katholische Gemeinde. (Radewell, Osendorf, Burg, Ammendorf, Beesen, Planena, Döllnitz, Lochau, Burgliebenau und Schkeuditz) in den Jahren 1909 bis 1914 durch Vikar Rhode und 1914-1917 durch Vikar  Kirchberg.

Es entsteht der „Arbeitergesangsverein Ammendorf“. Ein gemischter Chor.

Am 20.Gauturnfest in Merseburg nehmen 22 Ammendorfer Turner teil.

An der Ammendorfer Schule wird der östliche Flügel angebaut. Kosten 16 000 M.

Alfred Nitter eröffnet in der Poststraße in Radewell das Gasthaus und Gartenlokal zum „Deutschen Kaiser“.

 


1902

 


15.03.

 


Nach der landespolizeilichen Abnahme wird der Straßenbahnverkehr zwischen Halle und Ammendorf eröffnet.

Die Chemische Fabrik „ Julius Jakob“ (Siebenhufenstr.), die Stärkefabrik „ Friedrich Drucklauf" (Schachtstr.) nehmen ihre Tätigkeit auf.

 

 

 


14.04.

 


Der Straßenbahnverkehr nach Schkopau wird vor der Gaststätte „Zum Elsterthal“ feierlich eröffnet.

 

 

 


10.05.

 


Die Überlandbahn Halle-Merseburg (MÜBAG) wird eröffnet. Die Strecke ist 15 km lang. Der Fahrpreis Halle – Merseburg betrug 40 Pfennige. Die Zahlgrenzen lagen am Rosengarten (Stadtgrenze Halle), am Gasthof „Zum Elsterthal“ in Ammendorf und in Schkopau an der Gaststätte „Zum Deutschen Kaiser“

Eduard Dittrich beging sein 30 jähriges Amtsjubiläum als Gemeindevorsteher von Ammendorf.

 


1903

 

 

 


In diesem Jahr gab es in Ammendorf schon 15 Straßennamen (Bahnhofstraße, Beesener Straße, Elsterstraße, Feldstraße, Hallesche Straße, Hauptstraße, Hopfenberg, Kurze Straße, Lange Straße, Lindenstraße, Mittelstraße, Schachtstraße, Schulberg, Talweg und  Wörmlitzer Straße.

Die Radeweller Kirche wird renoviert. Dabei wird der aus der Gründerzeit stammende Taufstein entfernt.

Die beiden Gebäude der Radeweller Schule werden mit einem Zwischenbau verbunden. Die Seite zur Straße erhielt auf der Fassade eine auffällige aber schöne Sonnenuhr. Nun konnte der Schulbetrieb in der alten Schule eingestellt werden.

Die Eisengießerei „E. Chr. Prinzler“ (Grauguß in Stücken bis 30 t, 3 Kupolöfen mit 12 t Guß pro Stunde; 200 Arbeiter) entsteht Der Standort ist in der heutigen „Horst-Heilmann-Str.“.

Die Fabrik Gottfried Lindner beginnt mit der Fertigung von Güter- und Personenwagen für die Eisenbahn. In den Jahren zuvor wurden bereits elektrische Straßenbahnen gefertigt.

 


1904

 

 

 


Die Ammendorfer Seilfabrik GmbH
 (Eisenbahnstr.) geht in Betrieb.

In der Eisenbahnstraße nimmt die Kesselfabrik „Leo Feger & Co GmbH“ die Produktion auf.

Der TV Ammendorf zählt 22 Turner und 5 Zöglinge.

 


1905

 

 

 


Gründung der „Gebrüder Hartmann Chemische Fabrik Halle-Ammendorf“(Druckfarben, Merseburger Straße). Sie übernahm das Gebäude der Fabrik für chemische Düngemittel, die in den 70er Jahren entstanden war und zuletzt Schulze & Schreiner gehörte.

Die Ammendorfer Kirche erhält eine Orgel mit 15 Registern.

Der Tagebau „Hermine-Henriette“ (heute Osendorfer See-Kanu-Stützpunkt) wird erneut durch das Hochwasser des Reidebachs geflutet. Nachdem die Wässer gehoben wurden und die Aufräumungsarbeiten abgeschlossen waren, wurde ein 96 m langer, 1,25 m breiter und 4 m hoher Hochwasserschutzdamm errichtet.

Die Wehrpflicht wird auf zwei Jahre festgesetzt.

Auf dem Radeweller Friedhof, der eine Größe von 20 ha besitzt, findet die erste Beisetzung statt.

Die Turnwarte Hermann Valentin und Arthur Möbus und einige andere Sportler des TV Ammendorf  fahren nach Altenburg zum 8. Kreisturnfest.

Die Wagen- und Waggonfabrik Gottfried Lindner wird in eine AG umgewandelt.

Eduard Dittrich legt das Amt als Gemeindevorsteher altershalber nieder. Im Rahmen der offiziellen Verabschiedung, an der der Königliche Landrat von Krosigk teilnahm, wurde E. Dittrich zum Ehrenbürger von Ammendorf ernannt. Nach E. Dittrich wird Oberwachtmeister a. D. Leutnant Reinhardt Gemeindevorsteher in Ammendorf.

 


1906

 

 

 


Auf der Grube „von der Heydt“ wird mit dem Abbau der Kohle im Tagebau begonnen.

25 Turner des TV Ammendorf nehmen am 22.Gauturnfest in Keuschberg-Dürrenberg teil. In der Septemberversammlung des TV werden von Gustav Große die Sieger geehrt.

Ihre Namen sind nicht mehr bekannt.

 

 


20.11.

 


Bei der Tieferlegung der Toilettengrube auf dem Grundstück des Frisörs Leibner in der Regensburger Straße, in Osendorf, wurde ein Fränkisches Skelettgrab (Ende des 5. Jahrhunderts) gefunden. Als Grabbeigabe wurde ein Schmuckstück aus Weißmetall geborgen.

 

 


Dez.

 


Die Tagesanlagen der Grube „von der Heydt“ wurden modernisiert. Es wurden ein neues Kesselhaus und eine elektrische Kraftzentrale errichtet und der Grubenbahnhof vergrößert.

Im Verlaufe des Jahres nahm Otto Schroeter in Beesen seine Tätigkeit als Lehrer auf.

Die Badeanstalt Bad Elstermühle im Mühlweg ist  im Sommer und im Winter in Betrieb. Angeboten werden Fluss-, Wellen-, Wannen-, Brause-, Sol- und  medizinische Bäder aller Art.

 


1907

 


25.01.

 


Reichstagswahl.

Das Wahlergebnis sieht wie folgt aus (Angabe in Stimmen):

 

 

Bürgerliche

Sozialdemokraten

Ammendorf

263

375

Beesen         

109

181

Planena

10

11

Radewell (Burg)

109

323

Osendorf

34

206

Summe

525

1096

%

32

68

 

 

 

 

 


Die Hauptkanalisierung mit einem Netz von 10 km Länge wird gebaut. Bis zum Jahr 1911 entstehen auch Kläranlagen für Industrie- und Wirtschaftsabwässer.

Teichmanns Restaurant mit Weinstube, Cafe´ und Hotel wird eingeweiht.

In Kanena findet das 1. Bezirksturnfest statt. Der Turnverein Ammendorf stellt 22 Teilnehmer, davon 8 Wettkämpfer. Als Sondervorführung turnt eine Barrenriege des Vereins.

Otto Wilde, Johannes Möbus und Otto Freitag kommen als Sieger heim. 

An der Ammendorfer Schule wird die nördliche Verlängerung (heute linker Flügel) angebaut. Baukosten 40 000 M. Hier wird die Fortbildungsschule untergebracht (später Gewerbe- oder Fachliche Berufsschule).

Die Firma Drucklauf errichtet eine Dextrinfabrik und vergrößert 1912 die Stärkefabrik.

In Beesen wird der Fußballverein „Germania Beesen 07“ gegründet. Später gibt es noch den Verein „Vorwärts Beesen“.

 

 


12.09.

 


Die „Saale Zeitung“ schreibt:

„Aus Ammendorf. Gestern verstarb hier plötzlich im Alter von 71 Jahren der frühere Gutsbesitzer und Gemeindevorsteher Eduard Dittrich. Er war der letzte Gemeindevorsteher, der dieses Amt ehrenamtlich verwaltete.  Über ein volles Menschenalter vom 14. Dezember 1872 bis zum 1.April 1904 stand er mit klarem Blick und großem Verständnis der Gemeindevertretung vor. Unter seiner Amtstätigkeit hat sich Ammendorf von dem kleinen unbedeutenden Dorfe mit 300 Einwohnern zu dem blühenden, 3 000 Seelen zählenden Vororte entwickelt. Hand in Hand mit der Entwicklung Ammendorfs ging seine Umwandlung zum Industrieort. Die meisten und größten industriellen Betriebe sind während der Amtsperiode Eduard Dittrichs erstanden. Die Erschließung neuer Straßen, die Versorgung Ammendorfs mit Wasserleitung, Erbauung der Fernbahn Halle – Ammendorf – Merseburg sowie die Versorgung der Wohnhäuser mit elektrischem Licht fallen ebenfalls in diese Zeit. Der Verstorbene hat sich somit um den Aufschwung Ammendorfs große Verdienste erworben. Die Gemeinde erkannte dies auch dankbar an, indem sie ihren langjährigen Gemeindevorsteher bei seinem Ausscheiden aus dem Amte zu ihrem Ehrenbürger ernannte. Gemeindevorsteher Dittrich war auch sechs Jahre lang als Kreisausschussmitglied für das Wohl seiner Gemeinde tätig. Die Ammendorfer Liedertafel zählte ihn zu ihren Ehrenmitgliedern. Der alte joviale Herr war überall geachtet und beliebt. Sein Andenken wird allezeit in Ehren gehalten werden. Er war Träger des „Allgemeinen Ehrenzeichens mit Kreuz“.

 

 


02.10

 


22 Uhr 20 entstand im Stallgebäude der Broihanschenke in Ammendorf,  Beesener Straße, ein mittelschweres Schadenfeuer. Durch das schnelle Eingreifen der Freiwilligen Feuerwehr Ammendorf und der wenige Minuten später eintreffenden Fabrikfeuerwehr der       Gottfried Lindner AG wurde verhütet, dass der Brand sich weiter ausdehnte. Bei den Löscharbeiten wurde der 30jährige Ammendorfer Reinhold Liebig am linken Arm verletzt.

 


1908

 

 

 


Eine große und eine kleine Glocke für die Radeweller Kirche werden gegossen.

20 Turner, darunter 10 Wettkämpfer, des TV Ammendorf  fahren zum Gauturnfest nach Lauchstädt. Arthur Möbus, Alfred Bieder, Fritz Opfermann und Otto Freitag sind erfolgreich.

 

 


August

 


Es fand ein Sommerturnen in Ammendorf statt. An ihm nahmen teil der Allgemeine TV Halle, TV Döllnitz, Radewell, Osendorf und Delitz a.B. Diese Veranstaltung wurde nun fast alljährlich unter dem Namen Abturnen mit den aufgeführten Vereinen durchgeführt. Meistens wurde aber der Tag des Erntedankfestes dazu festgelegt.

Radeweller Rohpappenfabrik GmbH (Bäumchenstr.,  jetzt Jonny-Scheer-Str.) nimmt ihre Tätigkeit auf.

 

 



1910

 


Februar

 


Der TV Ammendorf  feiert in Gaudichs Lokal sein 25-jähriges Bestehen. Das Fest verlief in schönster Harmonie und erstreckte sich über zwei Tage. Die z.Z. in Ammendorf bestehenden  zwei Gesangsvereine  trugen zum Gelingen des Festes bei. Der TV hat jetzt 61 Mitglieder ( 47 Turner, 12 Zöglinge und 2 Ehrenmitglieder ).

Das legendäre „Bäumchen“ wird im Rahmen der Vorfeldberäumung des Tagebaues „von-der-Heydt“ gefällt. Aus dem Stamm der Ulme drechselt der Ammendorfer Stellmacher Schröder zehn Urnen. Einen Teil des Stammes erhielt der Ammendorfer Heimatforscher Otto Schroeter den er dann später in der Ammendorfer Heimathalle (ein Raum in der Friedenschule) ausstellte.

Julius Karl Balthasar (geb. 1868) wird Pfarrer in Ammendorf. Er tritt auch als Organist, Pianist, Komponist und Herausgeber geistlicher und weltlicher Musik hervor.

 

 


30.05.

 


Der Zeppelin III überfliegt als erstes Luftschiff Ammendorf.

Im Sommer vernichtet eine Feuersbrunst die Mineralölfabrik in Osendorf. Der Brand entstand vermutlich durch Selbstentzündung. Die Fabrik wurde wieder aufgebaut. 

 

 


26.11.

 


In einer Reichstags-Ersatzwahl –im Wahlkreis Halle/Saalkreis ist für den verstorbenen Abgeordneten Karl Schmidt ein Nachfolger zu wählen. Die Wahl gewinnt Fritz Kuhnert (SPD).

Die Grube von der Heydt erzielte in diesem Jahr folgendes Produktionsergebnis:

  • Rohkohleförderung: 415 190 t
  • Brikett49 572 t
  • Nasspresssteine: 4 162 t

Vom Bezirksturnfest kehrten die Ammendorfer Turner Fritz Opfermann und Hermann Schröter als Sieger heim.

Die Gasanstalt Ammendorf  (Kanenaer Str., jetzt Tiefe Str.) beginnt mit der Produktion.

 

 


11.05.

 


Großfeuer im Elektrochemischen Werk Ammendorf. Durch Kurzschluss oder Explosion war in den Kellerräumen des Magazins Feuer entstanden. Die Fabrikfeuerwehr und die Wehr der Grube „von der Heydt“ waren mit mehreren Schlauchlinien schnell zur Stelle. Die Explosion  von stählernen Wasserstoffflaschen, die unter lautem Knall in bedeutender Höhe mehrere hundert Meter weit fort flogen und Dächer der umliegenden Betriebsgebäude  zerschlugen sowie einstürzende Gebäude brachten zusätzliche Gefahren für die Löschmannschaften. Erst nach ca. 12 Stunden war die Gefahr der Brandausbreitung gebannt. 8 Wehren mit 12 45er Schlauchlinien waren im Einsatz. Die Mannschaften vom Feldartillerie-Regiment Nr.75 brauchten nicht mehr in Tätigkeit zu treten. Nach dem Abrücken der Wehren übernahm die Freiwillige Feuerwehr Ammendorf die Brandwache. Der Schaden betrug wenigstens 150.000,- Mark.

 

 


01.07.

 


Ammendorf erhält sein erstes Kino, das „Helios-Theater“, in der Halleschen Str.1a (heute Merseburger Str. 450).Gründer und Besitzer: Rudolf Lange.

Die Zeitung schrieb:

„In der Saalkreisgemeinde Ammendorf öffnete das Helios-Theater seine Pforten, und zwar jeweils Freitag bis Sonntag.“

Im gleichen Haus betrieb Rudolf Lange noch ein Fahrrad- und Nähmaschinengeschäft. Mit dem aufkommenden Tonfilm eigneten sich die Räume nicht mehr für die Filmvorführungen und die Familie Lange richtete im ehemaligen Tanzsaal des Cafe Kluge ein neues großes Kino (250 Plätze) die Central-Lichtspiele Ammendorf ein. Dieses Kino wurde Ende der 50er Jahre geschlossen. Der Kinosaal wurde zu einem Lagerraum umfunktioniert.

 

 


21.08.

 


Im „Bad Elstertal“( der späteren Mühle) trafen sich 23 Jünglinge und schlossen sich zum  Ammendorfer Fußballclub 1910 (A. F. C. 1910) zusammen. Als Vorsitzender wurde ein Herr Müller, als Gerätewart Paul Zwarg und als Kapitän Hermann Voigt gewählt. Der Pächter des Rittergutes Beesen stellte eine Schafweide am neuen Saugraben als Spielfeld zur Verfügung. Das erste Spiel wurde gegen Döllnitz mit 4:1 gewonnen.

 

 


03.10.

 


Die „Saale-Zeitung“ meldet:

„Der Beckersche Flugapparat wurde von Halle nach hier gebracht, um in den nächsten Tagen auf dem Artillerie-Exerzierplatz ausprobiert zu werden. Es handelt sich nicht um einen Gleit- sondern um Flugversuche, da der 40pferdige Motor bereits eingebaut ist.“

 

 


19.10.

 


Die „Saale-Zeitung“ schreibt:

„Am Vortag stürzte bei böigen Winden auf dem Exerzierplatz in Beesen ein Eindecker ab. Nach einem kurzen Anlauf von 30-40 Metern erhob sich der Apparat auf eine Höhe von zehn Metern, als eine starke Böe einen Überschlag und damit den Absturz verursachte. Das Flugzeug wurde völlig zertrümmert. Der Pilot Reinhold Becker wurde nur leicht verletzt.“

An der Ammendorfer Schule unterrichten 3 Lehrerinnen und 10 Lehrer.

 

 


01.12.

 


Die „Elstertaler Zeitung“ schreibt:

„Die Ammendorfer Bluttat vor Gericht. Das Schwurgericht in Halle verhandelte gegen den Steineträger Albert Opitz und den Arbeiter Friedrich Behrendt. Den Angeklagten wird zur Last gelegt in der Nacht zum 07.08.1910 den Arbeiter Bojko beraubt und getötet zu haben. Dieser Raubmord geschah auf dem Feld in der Nähe der Gasanstalt. Beide Angeklagten wurden schuldig gesprochen. Opitz wurde zum Tode und Behrendt zu 4 Jahren Zuchthaus verurteilt.“

 

 


06.12.

 


Der evangelische Frauenverein Ammendorf
 führt in Teichmanns Hotel einen Basar durch. Der Erlös wird den Ortsarmen und der Krankenpflege zugutekommen. Es werden die verschiedensten weiblichen Handarbeiten zum Verkauf angeboten.

Die Hufeisen- und Federfabrik in der Siebenhufenstr hat die Produktion aufgenommen. Nach 1945 entsteht auf diesem Gelände ein Betriebsteil des VEB Polstermöbel Halle.

Im Verlaufe des Jahres wurde gegenüber der Broihanschenke und zwar zwischen der Linden- und der Alten Heer-Straße eine Schrebergartenanlage geschaffen.

Im Verlaufe des Jahres wurde die Trinkwassergewinnung in der Elsteraue von Sickerleitungen auf Brunnen und Hebeanlagen umgestellt.

 


1911

 


24.02.

 


Schadensfeuer- es brannte das Kesselhaus der Dallschen Firniss-und  Lackfabrik. Durch Überlaufen des Kessels war die ölige Masse in Brand geraten. Die hiesige Feuerwehr war schnell zur Stelle und verhinderte größere Schäden. Die von Beesen und Radewell anrückenden Spritzen brauchten nicht in Aktion zu treten. Der Schaden ist wohl beträchtlich, doch ist er durch Versicherung gedeckt.

 

 


21.05.

 


Der Kaninchenzüchterverein „G 6  Ammendorf“ wurde gegründet. Der Zweck des Vereins ist: Förderung der Kaninchenzucht unter besonderer Berücksichtigung derselben in volkswirtschaftlicher Beziehung. Die Versammlung fand in Radewell im Lokal „Deutsche Eiche“ statt. Gründungsmitglieder waren die Herren Härtling, Werner, Pitschke, Engelhardt und Jentsch. Der Name des Vereins: „Fortschritt“. Mit Einführung der Kennzeichnung der Kaninchen durch das Tätowieren erhielt der Verein das Tattoozeichen „G6“, das er auch heute noch führt. Nach kurzer Zeit hatte der Verein bereits eine Mitgliederstärke von 30 Züchtern erreicht.

Zur Verbindung der Tagebaue Hermine Henriette III ( Lochau ) mit dem Tagebau Hermine Henriette II (Osendorf) wird eine Kettenbahn errichtet. Vom Tagebau Hermine Henriette II zur Brikettfabrik Osendorf wird eine Seilbahn zur Kohleversorgung gebaut.

Im Turnverein Ammendorf wird im Monat Mai eine Spielabteilung gegründet. Hier wird recht erfolgreich Faustball gespielt. Die am Fußballspiel interessierten Mitglieder des Turnvereines wechseln zum Ammendorfer Fußballklub 1910.

 

 


Juni

 


Im Verlaufe des Monats wird in Ammendorf der Ausschuss für Jugendpflege gegründet. Bei dieser Gelegenheit tauchte zum ersten Mal der Gedanke auf, eine Turnhalle zu bauen. Es sollte aber noch viel Wasser die Elster hinunter fließen bis der Bau realisiert wurde.

 

 


20.07.

 


1. Spatenstich zum Bau des Feuerwehrdepots in Ammendorf am Schillerplatz. Den Bau führte die Firma I. C. Möbus aus. Ihr Kostenvoranschlag betrug 9 292,63 M und war um 128,37 M günstiger als der Kostenvoranschlag der Firma Friedrich. (ebenfalls aus Radewell).

Am Gauturnfest, das in Könnern durchgeführt wurde, nahmen 27 Ammendorfer Turner teil Arthur und Johannes Möbus waren Sieger der 1. Stufe. Hermann Schröter, Reinhold Opfermann, Hermann Börner und Wilhelm Möbus siegten in der 2. Stufe.

 

 


08.10.

 


Feierliche Übergabe des Feuerwehrgebäudes am Schillerplatz (heute Elsterstr.) an die Freiwillige Feuerwehr Ammendorf. Die Bauzeit betrug 79 Tage.

Die hallesche „Fabrik landwirtschaftlicher Maschinen F. Zimmermann & Co AG“ erwirbt in der Eisenbahnstraße ein Gelände von 43 000qm, von denen 12 000qm bebaut werden. Es entsteht ein Holz- und Maschinenlager.

In Radewell wird die elektrische Straßenbeleuchtung eingeführt.

Die Sächsisch-Thüringische Braunkohlen AG wird von den C. A. Riebeck‘schen-Montanwerken übernommen. U.a. mit der Grube von der Heydt und die Zeitzer Paraffin-u. Solarölfabrik mit den Gruben Hermine-Henriette I und II.

Der Merseburger Besitzer einer Chauffeurschule und Besitzer eines Lohnfuhrwerk- Betriebes Georg Lauer baute am Südrand der Fliegerschule Beesen eine Fahrzeughalle und begann in eigener Konstruktion Flugzeuge zu entwerfen, zu bauen und Flugversuche zu unternehmen. Die bekanntesten Lauer-Konstruktionen waren der Eigenbau-Eindecker „Dädalus“ und der Doppeldecker „LII“. Mit seinem Eindecker „Dädalus“ machte er erfolgreiche Flüge über Beesen, Ammendorf und Merseburg.

 


1912

 


12.01.

 


Reichstagswahl.

 

 

Konservative

Freisinnige

Sozialdemokraten

Ammendorf

44

245

571

Beesen

46

49

269

Planena

7

2

11

Radewell (+Burg)

32

69

468

Osendorf

9

25

319

Summe

138

390

1638

 

6 %

18%

76%

 

 

 


22.02.

 


Der Hallenser Diplom Ingenieur Karl Grulich (Flugzeugkonstukteur bei den Harlan Flugzeugwerken), der bereits im Jahre 1911 mit seinem Harlan Eindecker  Sieger bei den Johannistaler Flugwochen wurde, schaffte mit zwei Passagieren an Bord seines Eindeckers einen Dauerflugweltrekord von zwei Stunden und zwei Minuten. Drei Tage später flog er mit drei Fluggästen eine Stunde und 30 Minuten.

 

 


04.04.

 


Auf dem Exerzierplatz in Beesen wird die erste Fliegerschule der Region Halle durch den Motorflieger Wilhelm Münster eröffnet. Der Schulbetrieb wurde mit einer in Frankreich gekauften „Demoiselle“ (Eindecker Konstruktion) durchgeführt. Dieser Flieger war eine Konstruktion, des in Paris lebenden brasilianischen Flugpioniers Albero Santos-Demont. Damit entstand in Halle und Umgebung der erste Flugplatz. Dieser Flugplatz bestand bis 1914.

Die Gutswindmühle in Beesen wird abgetragen (Mühlberg).                                       

 

 


Mai

 


Die „Körnerlinde“, die in Radewell in der Hauptstr. (heute Regensburger Straße) stand, (in der Nähe des Rudloff‘schen Gutes) wird durch einen Gewittersturm stark beschädigt.

Das Schützenhaus (später Klubhaus der Waggonbauer) wird vom Schützenverein Ammendorf 1905 als Versammlungs- und Vergnügungslokal errichtet. Das Grundstück umfasste eine Fläche von 7 Morgen. Auf diesem Gelände befanden sich große Spielflächen für Tennis und Turnen sowie eine Wiese für die alljährlichen Schützenfeste in Ammendorf. Der Bauherr Herr Ackermann, ließ neben den Schießständen einen Fußballplatz errichten. Dies wurde die Sportstätte des AFC 1910. Am 1.Pfingstfeiertag wurde der Platz mit einem Fußballspiel gegen Hohenzollern Weißenfels eingeweiht. Das Spiel endete 1:1. Die Platzeinnahmen betrugen 14,50 M.

Mitte Mai startet der Automobilfabrikant und Pilot Richard Lauer mit seinem Eigenbau Eindecker „Dädalus“ zu erfolgreichen Flügen über Beesen und der Ammendorfer Flur.

Vikar Philipp Kirchberg betreut die katholische Gemeinde.

Der Kaninchenzüchterverein „Fortschritt“ hatte sich im Verlaufe des Jahres dem „Bund Deutscher Kaninchenzüchter“ angeschlossen.

 

 


30.05.

 


Die Presse schrieb:

„Unter heftigen Geknatter des Motors ging am Donnerstag, abends gegen 7 Uhr der Ingenieur Lauer von den Flugzeugwerken Lauer GmbH Merseburg vom Start. Nach etwa 20 Meter Anlauf erhob sich die Flugmaschine von der Erde und schwebte nach einigen Minuten in ganz beträchtlicher Höhe. Alle Zuschauer waren entzückt und hocherfreut von der Entschlossenheit des Führers, wie er seine Flugmaschine in der Gewalt hatte. Jede Wendung, jede Steigung, alles nahm der Ingenieur Lauer mit solch großer Geschicklichkeit und Sicherheit, dass man der unheimlich schnellen Flugmaschine unbedingtes Vertrauen entgegenbringen musste. Nachdem der Monoplan „Daedalus“, von der Ammendorfer Flur kommend, die Flughalle direkt überflogen hatte, steuerte der Führer die Flugmaschine in noch zwei Runden über das Flugfeld, bis er in ganz schräger Lage eine Kurve über der Casseler Bahn beschrieb und dann ging er, wie er es zu tun pflegt, in einem sicheren schönen Gleitflug zur Erde. Alle Anwesenden waren sehr erfreut über eine derartige Glanzleistung.“

 

 


08.06.

 


Pech hatte Richard Lauer mit seinem Gitterrumpf Doppeldecker als bei einem Flug die Steuerung versagte und er bei der Landung gegen die Bretterwand des Hangars prallte. Richard Lauer blieb unverletzt. Das Flugzeug wurde beschädigt.

Die Firma „Theodor Lehmann, Beton- und Zementwaren“ baut an einem Eisenbahnanschlussgleis eine Fabrikations- und Lagerstätte für ihre Produkte (Brückenstraße).

Der Ammendorfer Mühlenbetrieb an der Elster wird in die „Ammendorfer Mühlenwerke und Brotfabrik AG“ umgewandelt. Der Betrieb ist an der Brotversorgung des Saalkreises, der Stadt Halle und zeitweise des Kreises Merseburg beteiligt.

 

 


28.06.

 


Georg Lauer stürzte mit dem „Daedalus“ auf dem Exerzierplatz ab. Die Steuerung versagte. Durch den Sturz wurde er schwer verletzt. Die Maschine ging zu Bruch. Das Flugzeug war ein Gitterrumpf Doppeldecker LII. Noch schlechter erging es dem halleschen Elektriker Hans Hohl, der mit seiner Hohl-5 in Beesen Flugversuche unternahm Nach damaligen Presseberichten gelang es ihm nicht, sich mit seinem Eigenbau in die Lüfte zu erheben. Es soll lediglich zu einigen Sprüngen gereicht haben.

 

 


Juli

 


Eugen Spormann übernimmt die Leitung  des Betriebes in der Bahnhofstraße 16, der fortan unter dem Namen  Glückauf Apotheke firmiert.

Im Verlaufe des Jahres wird die Betriebsfeuerwehr der Papierfabrik Radewell gegründet.

Herr Haferkorn eröffnet die Gaststätte Zur Warte.

 

 


Dezember

 


Im Verlaufe der Hauptversammlung des TV Ammendorf  wurde beschlossen, eine Turnerrinnenabteilung zu gründen. Es soll mit aller Kraft für diese Abteilung geworben werden.

Beesen hat 1 603 Einwohner.

 


1913

 


26.03.

 


In den Elektrochemischen Werken ereignete sich 15 Uhr 15 ein schwerer Unglücksfall. Ein Azetylen-Schweißapparat war explodiert. Dabei wurde der 24 jährige Arbeiter Karl Christian aus Radewell getötet.

 

 


27.03.

 


Gegen 1°° Uhr brach in der Fabrik der Gottfried Lindner AG ein Feuer aus, zu dessen Bewältigung die hiesige Feuerwehr herangerufen wurde. Diese griff zusammen mit der Fabrikfeuerwehr und der Beesener Feuerwehr mit 6 Schlauchleitungen das Feuer an, das auch glücklich gedämpft wurde. Betroffen wurde das Eisenlager. Der Dachstuhl ist teilweise vernichtet.

 

 


11.04.

 


Von der Berliner Großbank „Disconto Gesellschaft“ und der AEG werden die 3 Überlandbahnen

  • Halle - Merseburg
  • Merseburg - Dürrenberg und
  • Merseburg – Mücheln                                                                                             

zur Merseburger-Überlandbahn-AG zusammengefasst.

 

 


04.05.

 


Im „Goldenen Adler“ fand der erste Feuerwehrverbandstag des Saalkreises  statt. Nach der Begrüßung der Teilnehmer aus zahlreichen Orten des Saalkreises durch den Gemeindevorsteher Oberwachtmeister a.D. Leutnant Reinhardt wurde vormittags zunächst die 1910 die Produktion  aufgenommene gemeindeeigene Gasanstalt unter der Leitung des Gasmeisters Eichner besichtigt. Dem schloss sich eine fachkundige Führung durch das ebenfalls noch neue Feuerwehrdepot an. Dabei wurden besonders die vorhandenen technischen Löscheinrichtungen bis hin zu den Feuerwehrspritzen einer gründlichen Besichtigung unterzogen. Wenige Tage zuvor, am 27.04., hatte die freiwillige Feuerwehr Ammendorf auf ihrer monatlichen Versammlung den Beschluss gefasst, die Steiger mit Laternen und die Spritzen mit Fackeln auszurüsten. Dadurch soll die Einsatzbereitschaft auch in der Nacht deutlich verbessert werden. Der eigentliche Feuerwehrverbandstag begann nach dem Mittagessen im „Goldenen Adler“ 13°° Uhr. Neben der Diskussion über kreisspezifische Feuerwehraufgaben bildeten zwei Vorträge den Schwerpunkt des ersten Verbandstages. Über die „Einsatzbereitschaft der Feuerwehr“ sprach der Lagerverwalter und zugleich Ammendorfer Feuerwehrmann Richard Gerbsteedt. Zum Thema „Was bezweckt der Kreisfeuerwehrverband“ referierte Herr Albrecht aus Roitzsch. Zum Abschluss der Veranstaltung führte gegen 16°° Uhr die freiwillige Feuerwehr von Ammendorf mit Unterstützung der Feuerwehren der Gemeinden Radewell, Osendorf und der Kolonie Rosengarten eine Angriffsübung durch. Fast die ganze Mittelstraße war laut Übungsvorgabe ein Herd der Flammen geworden. Aufgabe der Wehren war es, diesen Brand zu löschen und die angrenzenden Hausgrundstücke in den benachbarten Straßen vor jeglicher Feuergefahr zu schützen. Diese Aufgabe wurde von allen beteiligten Wehren sehr gut gelöst. Ein Abschlusskonzert der Henschelschen Kapelle aus Ammendorf verbunden mit einem Abendball bildete den Abschluss des Kreisfeuerwehrtages.

Der Vikar Josef Rhode betreut die katholische Gemeinde.

Ein Kilo Butter kostet 2,74 Mark, 1 Kilo Mehl kostet 1,90 Mark und ein Ei 8 Pfennige- bei einem durchschnittlichen Stundenlohn eines Arbeiters von 66 Pfennigen.

Nette, der Besitzer des Gutes Radewell, verkauft 390 Morgen Auefelder für 341 000 M an die Stadt Halle für das Wasserwerk.

 

 


20.07.

 


Auf dem Sportplatz in Radewell findet das 4. Bezirksturnfest statt.

Ein eiserner Laufsteg von Radewell nach Burg wird gebaut. Damit wird die Ortslage Burg bzw. Radewell bei Hochwasser ohne Kahn oder Wagen erreichbar.

In Beesen wird ein Kriegerdenkmal eingeweiht.

Zur Jahrhundertfeier der Völkerschlacht bei Leipzig brannten die Ammendorfer Turner auf dem Hopfenberg ein großes Feuer ab. Das Brennmaterial hatten die Gottfried Lindner A.G., Hoppe und Roehming und die Baufirma I.C. Möbus bereitgestellt. Der Gemeindevorsteher hielt die Feuerrede. Die Ammendorfer Jugend war in Massen erschienen.

 

 


14.09.

 


Der Zeppelin LZ 17 überfliegt Ammendorf, und der an Bord befindliche hallesche Fotograf Gottfried Riem fertigt Luftbilder an.

Neben der Chemischen Fabrik Buckau wird das „Ölwerk Hydrogen GmbH errichtet. Der Der Betrieb gab 1915 die Produktion auf. Das Grundstück und die Gebäude gingen in den Besitz der Chemischen Fabrik Buckau über.

 

 


19.10.

 


Im 100. Jubiläumsjahr der Völkerschlacht bei Leipzig wurde ein Relief zu Ehren des hier langjährig tätigen Pfarrers Friedrich David Ferdinand Hoffbauer angebracht. Den Entwurf dafür hatte Alfred Wessner-Collenbey (1873-1940) angefertigt. Die Umsetzung erfolgte durch Franz Benndorf, Inhaber einer Bildhauerwerkstatt und Grabsteinfabrik in Ammendorf.                                            

„Hier wirkte Pastor
F. D. Fried. Hoffbauer
1817-1864
Ein Führer und Held
der Freiheitskriege“

Hoffbauer war der erste hallesche Student, der schon am 13.Februar 1813 zusammen mit einer größeren Truppe gleichgesinnter Freunde die Saalestadt verließ, um in Breslau Mitglied des neu gebildeten Lützowschen Korps zu werden.

 

 


15.11.

 


Im „Goldenen Adler“ findet das VI. Stiftungsfest des Vereins „Ehemalige Kavalleristen zu Ammendorf und Umgebung“ statt. Ein Militärkonzert wird von dem Trompeterkorps des 2. Kgl. Sächs. Husaren-Reg. Nr.19 aus Grimma durchgeführt. Eine Theatervorführung und ein großer Ball schließen sich an.

 


1914

 

 

 


Die Siebenhufenstr .2  wird katholisches Pfarrhaus. Die Wohnung befindet sich im 1.Stock. Vikar Heinrich Dietz betreut die katholische Gemeinde.

 

 


28.02.

 


„Seine Majestät der Kaiser haben geruht, dem Kirchenältesten Herrn Bauunternehmer Gustav Möbus sen. hier das Verdienstkreuz in Silber zu verleihen. Herr Möbus bekleidet seit 40 Jahren ein kirchliches Ehrenamt, welches er allezeit selbstlos und mit vorbildlicher Treue in Unterstützung der pfarrerlichen Tätigkeit verwaltet hat.“

Der TV Ammendorf ist auf 85 Mitglieder angewachsen, darunter 12 Turnerinnen. Mit 30 Teilnehmern nimmt der Verein am Bezirksturnfest in Diemitz teil. Erfolgreich waren die Ammendorfer Turner Fritz Opfermann, Hermann Schröter und Richard Martin.

Am Rosengarten wurde die Merseburger Straße abgesenkt, die Eisenbahntrasse auf einen Damm gelegt und eine Brücke für die Eisenbahn errichtet.

 

 


06.06.

 


Die Eröffnungsfeier der neu eingerichteten Haushaltungsschule fand im hiesigen Schulgebäude statt. Die Beteiligung an derselben war eine recht rege. Der Gemeindevorsteher Herr Hähn eröffnete die Feier.

 

 


13.06.

 


„Der Gastwirt Bernhard Schunke erlaubt sich zur Zweihundertjahrfeier der Broihanschenke nachmittags 7 ½ Uhr ergebenst einzuladen. Es wird gebeten möglichst in Biedermeiertracht zu erscheinen.“

Am Turnfest in Freyburg nahm eine starke Ammendorfer Riege teil. Sieger waren Robert Lademann, Paul Möhring, Karl Schmidt, Richard Roth und Paul Zimmermann.

 

 


01.08.

 


Der 1. Weltkrieg beginnt.
Deutschland erklärt Russland den Krieg.

 

 


02.08.

 


Gegen 11°° Uhr wird in Berlin die Mobilmachung bekanntgegeben. Gegen 17°° Uhr kommt der Mobilmachungsbefehl auch in Ammendorf heraus. In größeren und kleineren Gruppen standen die Leute zusammen und berieten die ungewisse Zukunft.

 

 


03.08.

 


Deutschland erklärt Frankreich den Krieg und am darauffolgenden Tage erklärt England Deutschland den Krieg.

 

 


29.10.

 


Die „Männer-Liedertafel-Ammendorf“ stellt die Probenarbeit bis zum Januar 1919 ein.

Die Buchdruckerei Malok wird gegründet.

Die Firma Gottfried Lindner baut Wohnungen in der heutigen Kurt-Wüsteneck-Straße für ihre Arbeiter („Lindners Kolonie“).

In der Radeweller-Straße entstehen Wohnungen für die Arbeiter der Papierfabrik.

 

 

 

 


In den Jahren 1913 / 1914 erreichten die Ammendorfer Gruben folgende Förderzahlen:

 

Tiefbau

Tagebau

Summe

von der Heydt

226 057 t

216 857 t

42 914 t

Hermine Henriette I

 

165 441 t

165 441 t

Hermine Henriette II

41 891 t

138 040 t

19 931 t

 

267 948 t

520 308 t

788 256 t

 

 


1915

 

 

 


Pfarrer in Radewell wird Superintendent a.D. Johannes Friedrich Bodenstein.

 

 


08.04.

 


Das Brot wird rationiert. Wenige Tage später auch alle anderen Lebensmittel.

Pro Person und Woche werden zugeteilt

  • 4  Pfund Brot
  • 30 Gramm Margarine
  • 3-5 Pfund Kartoffeln
  • 50 Gramm Fleisch
  • 0,5 Liter Milch (nur für Kinder bis zu 4 Jahren)
  • 0,5-1 Pfund Mehl und Fett
  • 0,25 Pfund Zucker

Eine Hungerperiode beginnt. Die Menschen ernähren sich zusätzlich von Kohlrüben, weißen Rüben und Dörrgemüse bestehend aus Kohlrüben und Kohlblättern.

 

 


09.10.

 


Der Lallari-Sinti Josef Weinlich (mit Zigeunernamen Nauni) ist verstorben und wird in der auf seine Veranlassung errichteten Kapelle auf dem Osendorfer Friedhof in der Talstr. (heute Karl-Meißner-Str.) beigesetzt. An seiner Beisetzung nahmen viele Sinti teil. Nauni war ein in ganz Deutschland unter den Sinti bekannter und verehrter Rechtsprecher. Es war eine ergreifende Beisetzung nach traditionellen Sinti-Riten. Im Volksmund wurde nur vom „ Zigeunerkönig“ gesprochen der hier beerdigt wurde.

In Osendorf arbeiten 4 Ziegeleien, eine Braunkohlengrube, die Teerschwelerei-Paraffin- und Solarölfabrik des Adolf Riebeck Konzerns. 

In Radewell gibt es 5 Gastwirtschaften.

In Ammendorf gibt es nach hallischen Adressbuch 4 300 Einwohner und 27 Vereine.
Konkret waren dies:


der Ammendorfer Kriegerverein,
die am 29.10.1878 gegründete Ammendorfer Männer-Liedertafel,
die Ammendorfer Schützengesellschaft 1905,
der Deutschnationale Handlungs-Gehilfen-Verband Sitz Hamburg mit seiner Ortsgruppe „Elstertal“,
der Evangelische Jungfrauenverein,
die Freiwillige Feuerwehr;
die am 25.01.1912 gegründete Freiwillige Sanitätskolonne vom Roten Kreuz,
der Gesangsverein Harmonie,
der Handwerker-Gesellen-Verein Ammendorf-Beesen-Radewell,
der am 20.02.1868 gegründete Handwerker-Meister-Verein,
der Haus-und Grundbesitzer-Verein Ammendorf,
die Kameradschaftliche Vereinigung „Glück Auf“ der Grube v. d. Heydt,
die am 22.08.1899 gegründete Kasino-Gesellschaft zu Ammendorf,
die Kegelklubs „Fidele Brüder“, „Industrie“, „Kornblume“ und „Ohne Ecke“,
der Lehrerverein Ammendorf und Umgebung,
der Stenographen-Verein „Gabelsberger“,
der am 16.02.1884 gegründete Turnverein zu Ammendorf,
der 1907 gegründete  Verein ehemaliger Kavalleristen zu Ammendorf und Umgebung,
der am 30.01.1863 gegründete Verein Eintracht,
der Verein Frohe Zukunft Ammendorf,
der Gesangsverein „Sang und Klang“,
der Wehrkraftverein „Jungdeutschland“ sowie
der Werkmeister Bezirksverein.

Da aus Untersuchungen bekannt ist, dass sich nicht alle Vereine in den Adressbüchern registrieren ließen, dürften in Ammendorf mehr als 30 Vereine bestanden haben. So  zum Beispiel
der am 21.08 1910 gegründete Ammendorfer Fußballclub 1910,
der am 21.05.1911 gegründete Kaninchenzüchterverein sowie
der Evangelische Frauenverein.  

Aufgelöst hatten sich inzwischen
der am 17.06.1876 gegründete Ammendorfer Männer-Gesangsverein,
der am 18.08.1897 gegründete Ammendorfer Radfahrer-Verein,
der ortsansässige Badeverein,
der am 10.08.1898 gegründete Raucherklub Ammendorf,
der Ringerclub „Germania“  sowie
der Theaterverein „Thalia“.

Albin Steinbach wird zum Vorsitzenden der „Männer-Liedertafel Ammendorf“ gewählt.

Der TV Ammendorf zählt 112 Mitglieder.

 


1916

 

 

 


In der Munitionsfabrik auf der Silberhöhe ereignet sich eine Explosion. Die Einwohner von Beesen werden in die Aue evakuiert. Dort  müssen sie einige Stunden verbringen, bis die Gefahr behoben ist.

Das Chemische Werk Ammendorf (CWA) übernimmt die auf ihrem Betriebsgelände liegenden Betriebsteile der Firma Dubois und Kaufmann (Tetra-Betrieb) zur Ergänzung der eigenen elektrochemischen Prozesse.

 

 


20.05.

 


In der Kiesgrube des Herrn Beyer in Radewell (an der südlichen Ecke des Gartenzaunes des Rittergutsparkes) wurde in 2,25 m Tiefe ein Bronzekessel gefunden. (1000 bis 700 v.u.Z.).

Auf dem neuen Ammendorfer Friedhof, der 1 ha groß ist, findet die erste Bestattung statt.

Bildung der Gruppe „Spartakus“ in Ammendorf.

 


1917

 


18.03.

 


Herr Reinhold Joly wird als Gemeindebauingenieur in Ammendorf auf Lebenszeit angestellt.

 

 


01.04.

 


Beesen wird in Ammendorf eingemeindet

Die Stadt Halle kauft die Schaafsche Ziegelei (Namensgeber für die Schaafbrücke) in der Aue bei Planena und bricht sie ab. In Planena wird eine Hühnerfarm gegründet. Besitzer ist Herr Golze.

 

 


30.06.

 


Die Glocken der Radeweller Kirche (1908 gegossen) müssen an die Heeresverwaltung abgegeben werden.

 

 


26.07.

 


Nun müssen die Prospektpfeifen der Orgel der Radeweller Kirche der Heeresverwaltung übergeben werden.

 

 


15.08.

 


Antikriegsstreik in den Betrieben von Halle und im Leunawerk. Organisiert wurde der Ausstand u.a. von der 1916 in Ammendorf gebildeten „Spartakus“-Gruppe. Alle Mitglieder wurden daraufhin verhaftet, eingekerkert oder an die Front geschickt. Hermann Kussek, der zu ihnen gehörte, verhungerte in der Haft. Er wurde 17 Jahre alt.

Strenge Kälte bis –30°C. Noch im März 1918 liegen in Ammendorf 20 cm Schnee.

 


1918

 


01.01.

 


Die katholische Gemeinde Ammendorf wird Pfarrvikarie und erhält eine eigene Vermögensverwaltung. Sie ist Filialgemeinde von St Franziskus und Elisabeth. Ihr gehören an: Ammendorf, Beesen, Planena, Radewell, Osendorf, Burg, Döllnitz, Lochau, Wesenitz und Pritschöna.

Pfarrvikar Ditz kommt nach Ammendorf. Der erste Kirchenvorstand wird gewählt. Ihm gehören an die Herren Halbig, Vogt, Brückner, Löffelholz und Block.

 

 


28.01.

 


In den Ammendorfer Betrieben finden Antikriegsstreiks statt.

 

 


20.04.

 


Es schneit den ganzen Tag, bei leichtem Frost, in die Baumblüte.

 

 


16.06.

 


Die Brotrationen werden auf 160 Gramm pro Tag und Person herabgesetzt.

 

 


09.11.

 


Novemberrevolution in Deutschland. In den Großbetrieben bilden sich „Arbeiter-und Soldatenräte“.

 

 


21.11.

 


Abschluss eines Waffenstillstandes zwischen Sowjetrußland, Deutschland und Österreich-Ungarn. Der Kaiser dankt ab und wandert nach Holland aus.

Im Jahre 1918 übernahm die Gemeinde Ammendorf den Exerzierplatz und die Pulverschuppen in Beesen (Silberhöhe) vom Militär, in die danach sozial schwache Familien eingewiesen wurden.

Im Verlaufe des Jahres wurde die letzte Ziegelei in der Saale-Elster-Aue unweit von Planena geschlossen. Die Stadt Halle als Betreiberin des Wasserwerkes in Beesen verhinderte mit diesen Maßnahmen die Verschmutzung des Grundwassers, die durch den Tonabbau hervorgerufen wurde. Die Ziegeleien waren in der Zeit von 1815 bis 1860 entstanden. Dabei waren die Thrübesche und die Schaafsche Ziegelei die mit der größten Bedeutung. In den Ziegeleien wurde der tonreiche Auenlehm zu Mauer- und Verblendsteinen, Bibersteinen und Falzdachziegeln für den großen Bedarf der Stadt Halle verarbeitet

Albert Kohlheim sen. übernimmt die Gaststätte Zur Warte.

Wilhelm Hähn wird Gemeindevorsteher in Ammendorf. Er bleibt es bis 1919.

 


1919

 


Januar

 


Die „Männer-Liedertafel Ammendorf“ nimmt die Probenarbeit wieder auf. Es kommt zur Vereinigung mit dem Ammendorfer Gesangsverein „Harmonie“.

 

 


11.01.

 


Im Verlaufe der Hauptversammlung des TV Ammendorf begrüßt Gustav Große die aus dem Krieg heimgekehrten Turnbrüder. 10 Turnbrüder gaben in  diesem sinnlosen Völkermorden ihr Leben. ( Arthur Möbus, Kurt Genscher, Kurt Große, Paul Henze, Reinhold Mühlwein, Franz Lipke, Reinhold Müller, Karl Sauer, Franz Weber, und Paul Zwarg ). Im Verlaufe der Versammlung wurde der scheidende Vorsitzende  Gustav Große zum Ehrenvorsitzenden ernannt. Als neuer Vorsitzender wurde Otto Große gewählt.

 

 


01.02.

 


Der Gesellschaftsverein Frohsinn Ammendorf wird von Fritz Kohlmann, Ernst Hoppe, Hermann Heese, Artur Schulze, Hermann Sommerlatte, Kurt Schulze, Gustav Schröder, Gustav Reeder ,Artur Schulze, und Kurt Schulze gegründetDas Vereinslokal ist das „Restaurant und Cafe Kluge“Das Ziel des Vereins besteht in der Pflege der Geselligkeit, Einigkeit und Gemütlichkeit. Dies soll durch öfters gemütliches Beisammensein der Mitglieder, sowie durch Veranstaltung von Vergnügen erreicht werden.

 

 


März

 


Im Dreierhaus Osendorf findet die 1. Unterbezirkskonferenz Halle/Saalkreis der KPD in Anwesenheit von Walter Ulbricht statt.

Als Reparationsleistung des Deutschen Reiches an Frankreich muss die Papierfabrik Radewell Zeitungspapier liefern. Die Transportfirma Schröter (Hohe Straße) fährt große Papierrollen auf Tiefladern monatlich nach Frankreich.

 

 


April

 


Die „Elektrische Straßenbahn Halle – Merseburg“ wird von der „Merseburger Überlandbahnen AG“ gepachtet.

 

 


01.05.

 


Der 1. Mai ist erstmals offizieller Feiertag in Deutschland.

Pfingsten. In Osendorf findet der internationale Jugendtag der „Freien Sozialistischen Jugend“ statt.

 

 


03.07.

 


Der Diplomingenieur Gottfried Rausch und der Kaufmann Hubert Filbry gründen auf dem Gelände, auf dem vormals die Halleschen Brückenwaagen- und Winden-Fabrik M. M. Mollnau angesiedelt war, die „Habämfa“ Hallesche Bäckereimaschinenfabrik. Die Firma nahm eine hervorragende Entwicklung, weil sie unter Nutzung der fortschrittlichsten Technologien die Serienfertigung für ihre Erzeugnispalette einführte.

Nach dem Ausschluss der linken Opposition aus der KPD tritt die gesamte KPD-Ortsgruppe Ammendorf geschlossen zur KAPD über. Obmann bleibt Karl Meißner.

 

 


08.11.

 


Rudolf Piechocki wird in der Hindenburg-Str.58, später G. Dimitroff-Str., geboren. Er ist später Prof. Dr. rer. nat (Biologie) an der Martin-Luther-Universität Halle tätig.

Die Ortsgruppe Ammendorf der Kommunistischen Partei Deutschlands (KPD) wird neu gegründet.

Hans Georg von Stein wird Pfarrer in der St. Elisabeth Kirche in Beesen.

Die Grube von der Heydt errichtet für ihre Mitarbeiter 6 Einfamilienhäuser auf dem Pfarracker (Brückenstraße).

Der im Ruhrgebiet verankerte Großindustrielle Hugo Stinnes wird als Hauptaktionär Aufsichtsratsvorsitzender der Riebeck’schen Montanwerke.

 


 


1920

 

 

 

 


Nach dem Krieg verlor der AFC 1910 seine Spielstätte, weil auf dem Sportplatz Schrebergärten angelegt wurden. Die Gemeinde half dem Verein und stellte den Fichteplatz zur Sportausübung zur Verfügung. Dies war aber keine Lösung auf lange Frist, weil der Platz auch von anderen Vereinen genutzt wurde und auch für Kirmes und Jahrmarkt  zur  Verfügung stand. Die Einweihung fand mit einem Spiel gegen Adler Eisleben statt, das mit 4:3 gewonnen wurde.

 

 


13.03.
-
29.03.

 


Generalstreik gegen den Kapp-Putsch. Es kommt in Ammendorf zu Gefechten der bewaffneten Arbeiter, die die Republik verteidigen, mit der Reichswehr. Die militärische Abwehrorganisation in Ammendorf leitete Karl Meißner. Am 17.03. werden von den Reichswehrsoldaten beim Kampf um Ammendorf Karl Talatzkow und die Brüder Johann und Georg Schmidsberger erschossen. Alle drei waren Bergarbeiter aus Braunsbedra. Der Putsch wird niedergeschlagen. Viele Arbeiter behalten die Waffen. Im Verlauf dieser Ereignisse wird der evangelische Pfarrer Nihus aus Burgliebenau, der auf die Arbeiter geschossen hatte, in Ammendorf im „Goldenen Adler“ von einem Arbeitertribunal zum Tode verurteilt und im Mühlholz von Heinrich von Wiekowsky, Hermann Reinhardt und Franz Mohr erschlagen und in die Elster geworfen. Dafür wurden die drei zu langjährigen Zuchthausstrafen verurteilt, die von ihnen verbüßt wurden. An der Stelle im Mühlholz, an der der Pfarrer Nihus erschlagen wurde, errichteten die Nationalsozialisten, Jahre später, einen Gedenkstein. In der Nacht zum 19.03. wird von bewaffneten Arbeitern die Wohnung des Betriebsleiters der Rohpappenfabrik Kamp gestürmt. Er wird erschossen, vermutlich weil er die Herausgabe von Waffen verweigerte.  

 

 


27.03.

 


Die Opfer der Arbeiter des Kapp-Putsches werden auf dem Ammendorfer Friedhof beigesetzt.

 

 


01.05.

 


Planena wird in Ammendorf eingemeindet.

 

 


05.05.

 


Pfingsten-Schneefall und Frost. Die Obsternte ist beeinträchtigt.

Im Mai kam es wegen der Benutzung des Saales für die Turnstunden mit dem Vereinswirt Fritz Helm, zu ernsten Auseinandersetzungen. Da eine Einigung nicht zustande kam, verließ der Ammendorfer Turnverein, nachdem er 36 Jahre dem Lokal die Treue gehalten hatte, dasselbe und zog nach dem „Goldenen Adler“.

 

 


01.06.

 


Radewell, Osendorf und Burg werden in die Gemeinde Ammendorf eingegliedert.

 

 


06.06.

 


Reichstagswahl

In Ammendorf wurde wie nachstehend aufgeführt gewählt:

Partei

Stimmen

Deutschnationale              

495

Deutsch. Volkspartei

389

Zentrum

46

Dtsch. Demokratische Partei

369

SPD

438

USPD

3941

KPD

144

 

 

 


Juli

 


Die Faustballmannschaft des TV Ammendorf erringt seit ihrem Bestehen erstmals den Titel des Bezirksmeisters.

 

 

 


01.12.

 


Ammendorf hat nun 11 804 Einwohner.

In Ammendorf arbeiten 13 Bäckermeister, 12 Fleischermeister, 5 Schmiedemeister, 3 Stellmachermeister, 4 Schuhmacher, 6 Gärtnereien, 1 Molkerei, mehrere Kolonialwarengeschäfte, 11 Lebensmittelgeschäfte, 30 Gaststätten.

Albert Kohlheim sen. erwirbt von Ferdinand Haverkorn die Gaststätte „Zur Warte“ und den kleinen Laden. Er betreibt den Laden und die Gaststätte bis zu seinem Tode im Jahre 1934. Frau Dora Kohlheim verpachtet die Gaststätte an Frau Frieda Böhme.

In diesem Jahr wurde die „Körnerlinde“ in Radewell mutwillig zerstört.

Der Wandergenosse Franz Probst gründete in diesem Jahr die Ortsgruppe der Naturfreunde. Er wurde ihr Obmann und blieb es bis zur Auflösung durch die NSDAP im Jahre 1933. Die Versammlungen der Naturfreunde fanden erst im „Burgschlößchen“ statt. Später erbauten sich die Naturfreunde ihr eigenes Heim auf dem Hopfenberg.

Um 1920 besitzt die Radeweller Pfarre 142 Morgen Acker, 13 Morgen Wiese und 5 Morgen Werder.

Im Straßenbahndepot Ammendorf wird die Reparaturwerkstatt durch den Anbau von Räumen vergrößert. Der Maschinenpark wird vervollständigt.

Die Häuser Brückenstraße 73-78 werden von der Grube von der Heydt für Betriebsangehörige errichtet. Auch in der „von der Heydt Straße“ (jetzt Gottfried-Lindner-Str.) entstehen Wohnhäuser.

 


1921

 


19.03.

 


Hundertschaften der Schutzpolizei besetzen unter fadenscheinigen Begründungen, wie z.B. Schutz vor Betriebsdiebstählen, Betriebe in Ammendorf, Merseburg, Schafstädt, Teutschenthal und im Mansfelder Land.

Die Bezirksleitung der VKPD Halle-Merseburg gab daraufhin einen Aufruf heraus:

„Nicht durch Demonstrationen könnt ihr diesen Kampf führen. Verweigert eure Arbeitskraft überall dort, wo man eure Arbeitsstätte durch Militär oder Sipo besetzt. Duldet nicht, dass eure friedliche Wohnstätte ein Aufmarschgelände der Konterrevolution wird.  Arbeiter! Arbeiterinnen! Eine schwere Entscheidung liegt vor euch. Zeigt euch würdig der historischen Stunde. Seid freie Männer, keine Sklaven.“

 

 


20.03.

 


In den meisten der Ammendorfer Fabriken finden Betriebsversammlungen statt. Sie beschließen, bei Besetzung durch die Schutzpolizei sofort die Arbeit niederzulegen.

 

 


21.03.

 


Für den Mansfelder Raum wurde der Generalstreik beschlossen. Der Großteil der Belegschaften der Riebeck’schen Montanwerke AG ( Halle ) treten ebenfalls in den Streik

 

 


22.03.

 


Es kommt zu Zusammenstößen mit der Polizei. Das war der Beginn der bewaffneten Auseinandersetzung.

 

 


24.03.

 


Der Reichspräsident Friedrich Ebert (SPD) verhängt den Ausnahmezustand über die Provinz Sachsen.

 

 


28.03.

 


Ammendorf wird von den Arbeitertruppen unter Führung von Max Hoelz besetzt. Hier wollte sich Max Hoelz mit den bewaffneten Leuna-Arbeitern vereinen, um gemeinsam gegen die Schupo-Einheiten in Halle zu ziehen. Diese Vereinigung misslang. Bei den weiteren Aktionen wurde eine Schupo-Einheit auf dem Beesener Gut von den Arbeitern eingeschlossen. Das Postamt, der Bahnhof, die Eisenbahnbrücke wurden durch Sprengung teilweise beschädigt. Das Stellwerk wurde zerstört. Karl Meißner sen. ist als Kurier eingesetzt. Weiteren Schupo-Einheiten aus Halle gelang die Befreiung der Eingeschlossenen. Der Kampf verwandelte sich in einen harten Häuserkampf, in dem die Arbeiter von der Ammendorfer-Bevölkerung aktiv unterstützt wurden. In diesen erbitterten Gefechten fielen 30 Arbeiter und 70 wurden gefangen genommen. Am Bahndamm der Kasseler-Bahn verteidigten sich die Arbeiter gegen 6 Polizeihundertschaften, die dann mit Geschützunterstützung den Widerstand der Arbeiter brachen.

In Radewell wurde in  der Regensburger Straße der 15- jährige Lehrling Karl Meißner von der Polizei erschossen. Es ist der Sohn des Radewellers Karl Meißner. Von der Ammendorfer Jugend wurde an dieser Stelle 1949 eine Gedenktafel angebracht. Diese Gedenktafel wurde 1989  entfernt.

Neben Max Hoelz  ist Karl Plättner ein bekannter Führer einer Kampfgruppe der bewaffneten Arbeiter. Am Morgen des Ostermontages überfällt er mit vier Mann, bewaffnet mit Karabinern und Handgranaten die Chemische Fabrik Buckau in Ammendorf und erbeutet 33 000,- RM und Platinbestände im Wert von 60 000,- RM. Bei dieser Aktion gab er sich als Max Hoelz aus und hinterließ eine Quittung mit der Unterschrift „ Bezahlt Max Hoelz.“  Es war nicht das erste Mal, das sich Karl Plättner als Max Hoelz ausgab, um seinen Forderungen mehr Nachdruck zu verleihen.

Zu der Kampfgruppe Plättner gehörten u.a. Karl Meißner (Schmied aus Radewell), Paul Töpfer (Maurer aus Bruckdorf), Alfred Menzel (Monteur aus Halle), Walter Hölzel (Maurer aus Dresden), Friedrich Lewandowsky (Bauarbeiter aus Berlin), Friedrich Fischer (Schlosser aus Berlin), Oskar Jandke (Maschinenarbeiter aus Caputh), Karl Hess (Metallarbeiter aus Berlin), Karl Reimann (Gürtler aus Halle), Otto Giesecke (Maschinist aus Ammendorf), Otto Neitzel (Buchhändler-Gehilfe aus Leipzig), Martha Ebert (Fabrikarbeiterin aus Halle), Martha Gaiewski.

 

 


29.03.

 


Bei Gröbers kam es zu einem Gefecht mit der Schutzpolizei in deren Verlauf diese Truppe zurückgeschlagen werden konnte. Der Kampf hatte der Schupo-Einheit 11 Tote (darunter 2 Offiziere) und 10 Verwundete gekostet.

Die Märzkämpfe in Mitteldeutschland forderten ca. 145 Opfer auf Seiten der Arbeiterinnen  und Arbeiter. 6 000 wurden eingekerkert und 4 000 von ihnen zu insgesamt 3 000 Jahren Zuchthaus oder Gefängnisstrafen verurteilt.

 

 


01.06.

 


Der Ammendorfer Kanu-Club wird gegründet .Die Farben des Clubs sind weiß-grün. Das Clubabzeichen ist ein Wimpel in diesen Farben mit den Initialen A.K.C.

Der TV Ammendorf  hat eine Knabenabteilung mit 30 Jungen ins Leben gerufen. Sie wird von Otto Wilde geleitet.

 

 


Juli

 


Zum Bezirksturnfest tritt der TV Ammendorf mit 85 Teilnehmern an. Sieger der 1.Stufe werden Fritz Opfermann und Hermann Schröter. Sieger der 2. Stufe sind Otto Zimmermann und Paul Zimmermann. 

 

 


13.10.

 


Die Kampfgruppe Karl Plättner überfällt am helllichten Tage das Büro im Tagebau Bruckdorf (Alwiner Verein) und erbeutet 101 530,- Mark. Die versehentlich mitgenommene Sparbüchse mit dem Notgeld der Gewerkschaft wird dem Kassenführer der „Grube Alwine“ Ehricht am 29.10.1921 zurückgegeben.

Die Gemeinde Ammendorf hat eine Berufsschule mit hauptamtlich tätigen Lehrern aufgebaut.

Auf dem Betriebsgelände des Straßenbahndepots Ammendorf wurde ein Wohnhaus mit sechs Betriebswohnungen fertig gestellt.

Der Wohnungsbau geht weiter, die Häuser in der Brückenstraße 67-72 und 91-94, Siedlerstraße 1-8 und Kanenaer Straße 1-31 (ungerade Hausnummern) werden errichtet.

 


1922

 

 

 


Inflation. Die Kleinhandelspreise steigen ins Unermessliche. Einige Beispiele:

Ware

500 g

1914

(Mark)

Juni 1922

(Mark)

Dez. 1922

(Mark)

10.02.1923

(Mark)

25.10.1923

(Mark)

Schweinefleisch

1,00

64,00

900

5.200

15.000.000.000

Butter

1,20

80,00

1.700

7.400

 

Margarine

0,50

40,00

1.100

5.400

 

Kartoffeln

0,03

2,30

10,00

40,00

 

Brot

0,45

22,00

5.000

22.000

6.800.000.000

 

 

 


03.02.

 


Karl Plättner und Karl Meißner werden im Gasthof „Lüdderitzberg“ in Halle von einem großen Polizeiaufgebot verhaftet. Karl Plättner wird in einem langwierigen Prozess zu 10 Jahren Haft verurteilt. Karl Meißner erhält 8 Jahre. Ihnen wird zugutegehalten, dass sie bei all ihren Überfällen niemand verletzt oder umgebracht haben.

In der Haft löst sich Karl Plättner von seinen anarchistischen Ansichten und tritt wieder der KPD bei. 1928 wird er aus der Haft entlassen. Als ehemals bekannter Kommunist wird er 1933 in ein Konzentrationslager verbracht. Er stirbt am 04.06.1945 durch das Martyrium der faschistischen KZs geschwächt und wird auf der Kriegsgräberstätte am Nagelberg in der mittelfränkischen Stadt Treuchtlingen beigesetzt. Die Grabinschrift lautet: „ Schwört ab der Gewalt und rettet den Menschen im Menschen.“

 

 


01.04.

 


Die „Männerliedertafel Ammendorf“ führt Schillers Lied von der Glocke in der Rombergischen Vertonung zum ersten Male auf.

Friedrich Rothe (SPD) wird Gemeindevorsteher in Ammendorf.

In Ammendorf herrscht Wohnungsnot. Auf dem Gelände der Munitionsanstalt auf der Silberhöhe werden in 5 Pulvermagazinen 19 Wohnungen eingerichtet. Dies ist der Beginn des Baus der so genannten „Siedlung Silberhöhe“.

In der Ellernstraße werden 2 Häuser für je 12 Familien gebaut.
In der Steinstraße baut die Firma Gottfried Lindner Wohnungen für ihre Mitarbeiter.

In der Brückenstraße und in der Kanenaer Straße geht das Baugeschehen weiter. In der Brückenstraße werden die Häuser 61-66 und in der Kanenaer Straße die Häuser 33-43 (ungerade Hausnummern) errichtet.

Die Gemeinde richtete besonders für die Bürger, die von der Arbeitslosigkeit betroffen waren, eine Armenküche und einen Aufwärmraum ein. Dies erfolgte im Gebäude des Fleischers Bauermann in der Halleschen Straße.

Nach Abbruch der Schießstände am Schützenhaus wurde dort ein neuer Fußballplatz, unter aktiver Mitwirkung der Sportler, für den AFC 1910 errichtet. Das erste Spiel fand gegen 98 Halle statt und wurde mit 0:3 verloren.

Auf der Grube von der Heydt erfolgt die Umstellung der Kohleförderung im Untertagebetrieb auf den Abbau im Tagebau.

Der Generaldirektor der Gottfried Lindner AG,  Heinrich Lindner, übergibt die Geschäftsführung des Unternehmens an Hermann Traus.

 


1923

 

 

 


Der Pfarrvikar Clemens Wittelsbach betreut die katholische Gemeinde. Zur Gemeinde gehörten 60 schulpflichtige Kinder. Der Wunsch nach einer katholischen Schule wurde immer lauter. Der Pfarrvikar  Wittelsbach fuhr wiederholt ins Eichsfeld und hielt dort Bettelpredigten um Geld für den Schulbau aufzutreiben. Die Gemeinde gründete eine eigene Baukasse. An einem Sonntag wurde im gesamten Bereich der Diözese Paderborn für die Schule kollektiert. Die größte Summe stellte der Bonifatiusverein zur Verfügung. Das Grundstück  Am Hohen Holz 20 wurde gekauft.

Das Lederkohle- und Härtemittelwerk P. Eisenschmidt beginnt mit der Produktion.

Die „Ammendorfer Mühlenwerke und Brotfabrik AG nimmt die Produktion von Spezial-Zwieback und sonstigem Feingebäck auf. Sie wird in Ammendorfer Zwieback und Mühlenwerke umbenannt. Der Vertrieb erfolgt im gesamten Deutschen Reich.

 

 


April

 


Der TV Ammendorf wird in die Arbeitsgemeinschaft der Halleschen Turnerschaft aufgenommen.

Die Inflation wird immer stärker. Der Wochenlohn eines Arbeiters reicht kaum noch für ein Brot und 250 Gramm Margarine.

 

 


21.05.

 


Das Stiftungsfest des Kaninchenzüchtervereins „Fortschritt“ findet im Burgschlößchen statt. Als Saalmiete müssen im Voraus 8 100,- M bezahlt werden. Den Einnahmen von 81 340,- M stehen Ausgaben von 61 425,- M gegenüber. Für den Erlös werden angeschafft:

  • 1 kleine Waage für 10 000,-M;
  • 3 Stempel für 395 000,- M;
  • 2 Stempelkissen für 100 000,- M;
  • 1 Brückenwaage und Gewichte für  301 500,- M.

Die Gemeinde Ammendorf kauft dem Bauer Lindner das Land hinter dem Schulhof der Radeweller Schule ab. Auf dieser Fläche wird das Gebäude der Mittelschule errichtet in das bereits 1924 die ersten Klassen einzogen.

 

 


06.05.

 


Geistliche Abendmusik in der Ammendorfer Kirche zum Gedächtnis an zwei Großmeister heiliger Tonkunst – Johann Sebastian Bach und Max Reger.

Ausführende: Erna Bönold (Alt), Walter Kleine (Violine)  Walter Riemann (Cello),

Rudolf Siebenbrodt (Orgel und Chorleitung), Karl Balthasar (Orgel). Das Programm zum Preise von 300,- Mark berechtigt zum Eintritt.

 

 


Juni

 


Rassegeflügelzüchter aus Osendorf, Radewell, Burg, Ammendorf und Beesen gründen einen Zuchtverein. Die Namen der aktiven Betreiber dieser Vereinsbildung sind nicht bekannt.

 

 


Juli

 


13. Deutsches Turnfest in München. Die Sicherung der Verpflegung der Ammendorfer Teilnehmer bereitete dem TV große Schwierigkeiten, da das Geld mit jedem Tag immer mehr und mehr entwertet wurde. Es half auch nicht viel, dass ein Turnbruder seinen schönen Schnauzbart auf dem Altar des TV opferte. Ein treffendes Bild dieser Zeit gibt uns das Ergebnis einer Sammlung in einer Vereinsversammlung, die 379 765,- Mark erbrachte und nicht zur Anschaffung eines Faustballes genügte. Die Turner erringen im Faustball die Gaumeisterschaft. Die Turnerinnen werden Gaumeister im Trommelballspiel.

Die Firma „Gottfried Lindner AG“ errichtet für ihre Mitarbeiter in der Steinstraße eine Siedlung. Die Gemeinde Ammendorf  errichtet noch 2 Zwölffamilienhäuser in der Elsterstraße. In der Brückenstraße werden die Häuser Nr. 59-60 und in der Kanenaer Str. 45-47 (unger. Hausnummern)  errichtet.  

Aus dem „Arbeiter-Gesangsverein“ spaltet sich der „Freie Männerchor Ammendorf“ ab. Chorleiter wird der Musiklehrer Engelmann. Der „Arbeiter-Gesangsverein“ besteht als „Gemischter Chor“ weiter.

Die Hallesche Bäckereimaschinen-Fabrik Rausch & Filbry Ammendorf (Hallesche Straße 141) setzt eigenes Notgeld in Umlauf. Im September Scheine zu 50 Millionen und 100 Millionen Mark, im Oktober zu 5 Milliarden und 10 Milliarden Mark. Alle Scheine waren bis zum 12.Dezember 1923 gültig.

 

 


20.11.

 


Ende der Inflation. Für 1 Billion Mark (1.000.000.000.000) erhielt man 1 Rentenmark. Geldscheine und Konten unter 1 Billion, z. B Mrd., Mio., wurden nicht umgetauscht.

Ein ungelernter Arbeiter verdiente = 0,23 RM / Std.

Ein Facharbeiter verdiente             = 0,24 RM / Std.

 

 


1924

 


22.06.

 


Festgottesdienst zur Glockenweihe in der Ammendorfer Kirche. Kästen an der inneren Kirchentüre waren zur Aufnahme von Dankopfern angebracht. Die Spenden dienten zur Begleichung der letzten Kosten für das Geläut.

Die Gemeindeverwaltung beschließt den Aufbau von Kleinwohnungen im Ellernblock.

 

 


27.07.

 


Die Schützengesellschaft Ammendorf 1905 weiht den Schießstand im Schießhaus Planena ein.

 

 


28.09./01.10.

 


In Ammendorf findet eine Gewerbe- und Industrieausstellung im“ „Goldenen Adler“ statt.

 

 


07.12.

 


Reichstagswahl

In Ammendorf entscheiden sich die Wähler wie folgt:

Partei

Stimmen

Deutschnationale Partei

1071

Deutsche Volkspartei

602

NSDAB

99

Zentrum

87

Deutsche Demokratische Partei

366

SPD

1000

USPD

55

KPD

2709

Splitterparteien

190

 

Auf dem Gelände des Straßenbahndepots wurde ein Zweifamilienhaus für Betriebsangehörige fertig gestellt.

Im Ammendorfer Turnverein wurde eine Handballabteilung gegründet. Auch ein Spielmannszug wurde zusammengestellt. Die Faustballmannschaft wurde Bezirks- und Gaumeister. Otto Blechschmidt wird Gaumeister im Schlagballweitwurf und wird 3. bei den Deutschen Meisterschaften in Hannover. Im Zehnkampf siegt er im Verlaufe des Jahnturnens in Halle.

Dr. Hermann Traus wird Generaldirektor der Gottfried Lindner AG.

 


1925

 


01.01.

 


Der Betriebsdirektor der Hugo Stinnes Riebeck Montan- und Oelwerke Gustav Heckmann begeht sein 25 jähriges Dienstjubiläum bei der Firma.

 

 


02.01.

 


Zu 
Ehren des Jubilars Gustav Heckmann wird in der Broihanschenke zu Beesen ein Bierabend durchgeführt, an dem 121 honorige Gäste aus Halle und Ammendorf teilnehmen.