Ammendorf um 1925 - 1949

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Zeittafel von Ammendorf

1925 bis 1949


1925

 


01.01.

 


Der Betriebsdirektor der Hugo Stinnes Riebeck Montan- und Oelwerke Gustav Heckmann begeht sein 25 jähriges Dienstjubiläum bei der Firma.

 

 


02.01.

 


Zu Ehren des Jubilars Gustav Heckmann wird in der Broihanschenke zu Beesen ein Bierabend durchgeführt, an dem 121 honorige Gäste aus Halle und Ammendorf teilnehmen.

 

 


16.01.

 


Scheunenbrand im Grundstück des Landwirts Ochse, Hallische Straße 187 , durch Kurzschluss der elektrischen Leitung. Als die freiwillige Feuerwehr auf der Brandstelle eintraf, stand die Scheune voll in Flammen. Zum Schutze der angrenzenden Wohn- und Stallgebäude ging die Wehr mit drei Schlauchleitungen aus dem Hydranten in Tätigkeit. Dann kam die Autospritze mit drei Schlauchleitungen, mit Wasser aus der 250 Meter entfernten Elster, zur Brandbekämpfung zum Einsatz. Die dann eintreffende Fabrikfeuerwehr der Firma Gottfried Lindner unterstützte die Löscharbeit durch eine Hydrantleitung, während die Betriebsfeuerwehr der Ammendorfer Papierfabrik von der Elster mit ihrer Motorspritze Wasser gab. Der Brand wurde dann in kurzer Zeit gelöscht. Weiter anrückende Wehren der Chemischen Fabrik Buckau und der Ortschaften Schkopau und Collenbey brauchten nicht mehr in Tätigkeit zu treten.

Die Naturfreunde weihen ihr Bootshaus ein. Dies erfolgt unter großer Anteilnahme der Thüringer Naturfreunde. Das Haus wurde von arbeitslosen Mitgliedern der Naturfreunde-Ortsgruppe Ammendorf gebaut. Vorsitzender der Ortsgruppe war Franz Probst.

 

 


01.04.

 


Die einklassige katholische Privatschule wird in den beiden unteren Räumen Siebenhufenstraße 2 eröffnetUnterrichtet werden 44 Kinder vom Lehrer Dietrich.

Der Turnerinnenabteilung des TV Ammendorf wird eine Mädchenabteilung angegliedert.

 

 


01.06.

 


Volkszählung:

Die Großgemeinde Ammendorf hat 12 180 Einwohner. Davon sind 10 478 evangelisch, 485 katholisch, 40 gehören sonstigen christlichen Gemeinschaften an und 4 sind jüdischen Glaubens.

Auf der Grube „von der Heydt“ wird der Braunkohlenabbau unter Tage eingestellt. Die Gewinnung der Kohle erfolgt nur noch im Tagebau. Es beginnen die Planungsarbeiten für den Umbau des Ammendorfer Reviers. Die beiden nahe beieinander liegenden Tagebaue „von der Heydt“ und “Hermine Henriette I“ sollen zum gemeinsamen Tagebau „von der Heydt“ vereinigt werden. Dieser Tagebau soll mit modernen Geräten für die Abraum- und Kohlegewinnung ausgerüstet werden. Des Weiteren wurden eine Reparaturwerkstatt und eine Umformeranlage geplant. Für den Kohlentransport wurde die Großraumförderung auf Normalspurgleisen vorgesehen. Vom Drehpunkt des Tagebaues aus wurden Kohlebahnen zur Brikettfabrik Hermine Henriette I in Osendorf und von dort weiter zur Brikettfabrik von der Heydt (Ammendorf) vorgesehen. Für den geplanten Umbau wurde eine Kreditsumme von 4 558 000,- M veranschlagt.

Eine Fernbahn vom Tagebau Hermine Henriette II nach Leuna und das Anschlussgleis zur Brikettfabrik Hermine Henriette I wurden konzipiert.

Im Chemischen Werk Ammendorf werden die veralteten Johannsen-Elektrolysezellen durch Siemens-Billiter-Zellen in 2 Serien von je 47 Bädern (10 000 A) ersetzt.

Beim Jahnturnen in Halle erringt Otto Blechschmidt im Zehnkampf den 2.Platz und siegt im Speerwurf. Im volkstümlichen Turnen wird Otto Blechschmidt zweifacher Gaumeister.

Die Faustball Mannschaft des Ammendorfer TV erringt erneut den Gaumeistertitel. Der 29-jährige Dr. med. Franz Wolff eröffnet in der heutigen Georgi-Dimitroff-Str. 61 seine Arztpraxis.

Die Volksschule Radewell muss erneut erweitert werden. Neben der Mittelschule erfolgt der Anbau. Gleichzeitig begann man mit dem Bau der Turnhalle, die von den Schülern der Volks- wie auch der Mittelschule genutzt wurde. In diesem Zusammenhang wurde unter der Turnhalle eine Zentralheizung gebaut, die die Gebäude mit Wärme versorgte. Im Gebäude an der Straße verblieb die Ofenheizung in den Räumen bis 1929.

 

 

09.11.

 

Erster Spatenstich zur Errichtung der katholischen Schule Am hohen Holz 20.

 


1926

 


03.03.

 


Der Radeweller Sinti Johann Watosch wurde in Magdeburg im Streit von einem Sinti Anton Lehmann aus Zeitz erschossen. Er liegt auf dem Neustädter Friedhof in Magdeburg begraben. 1998 war sein Grab ist noch vorhanden.

 

 


22.03.

 


Richtfest der Katholischen Schule. Der frostfreie Winter ermöglichte den schnellen Baufortschritt.

 

 


23.03.

 


Auf der Gemeindevertreter-Sitzung wird dem Gemeindevorsteher die Vollmacht erteilt, über eine angebotene Anleihe von 1 Mio. M zum Zwecke des Schulneubaues mit der Preussischen Bodenkreditgesellschaft in Berlin zu verhandeln.

Die Familie Lange eröffnete das neue Ammendorfer Kino, die „CT-Lichtspiele“ in der Beesener Str. (heute Georgi-Dimitroff-Str.). Das Kino bot 250 Besuchern Platz.

Der Ammendorfer Turnverein bildet eine Schwimmabteilung, nachdem an der Saale-Brücke bei Schkopau ein Flussbad eingerichtet wurde. Der TV wird Mitglied der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft.

Im „Dreierhaus“ in Osendorf wird der Arbeiter Radfahrverein „Solidarität“ gegründet. Auch der „Raucher-Club Osendorf“ hat hier seine Heimstatt.

Dr. Lic. Karl Walter Erich Delius wird Pfarrer in Beesen.

 

 


16.05.

 


Die neuen Glocken für die Radeweller Kirche werden geweiht.

 

 


02.06.

 


Die Frau von Max Hoelz spricht auf einer Massenkundgebung in der Burg unter dem Motto: „Heraus mit den politischen Gefangenen“ zur Amnestie aller politischen Häftlinge der Märzereignisse von 1921.

 

 


01.08.

 


Einweihung der katholischen Schule durch Herrn Dechanten Dr. Winkelmann.

 

 


03.08.

 


Der Schulbetrieb in der katholischen Schule wird aufgenommen. Alle Lehrer, die während des Bestehens der Schule angestellt waren, verzichteten wegen der großen Armut der Gemeinde auf 20% ihrer Besoldung. Es waren die Lehrer Dietrich; Vetter; Taschinski; Budenz und Heydt sowie die Lehrerinnen Neveling, Käss und Naget. Die Kinder gingen täglich zur Schulmesse und am Sonntag 14°° Uhr war Andacht und Christenlehre.

 

 


06.09.

 


In einer Versammlung des Schrebergartenvereins I Ammendorf wird die Trennung und Neugründung des Schrebergarten Vereins e.V. „Frohsinn Ammendorf“ beschlossen. Die Trennung war erforderlich durch den unmittelbar bevorstehenden Bau der neuen Schule in der Friedenstraße. Dem neuen Verein gehören 24 Mitglieder an. Die Gemeinde Ammendorf stellte ein Gelände südlich der Gasanstalt zur Pacht zur Verfügung. In die Leitung wurden gewählt

Julius    Winkler                1.Vorsitzender

Paul       Flemmig               Stellvertreter

Karl       Heine                    Kassierer                              

Otto        Schneider             Schriftführer

Als Monatsbeitrag wurde 1,- RM festgelegt. Die Pacht für einen großen Garten betrug 6,- RM und für einen kleinen Garten 4,- RM.

 

 


12.09.

 


Die außen und innen vollständig erneuerte Radeweller Kirche St Wenzel wird geweiht. Der Ortspfarrer Sup. a. D. Bodenstein kann dazu den Oberhirten des Provinzialkirchensprengels, Herrn Generalsuperintendenten I. Schöttler aus Halle begrüßen, der die feierlichen Handlungen ausführt. Ein gemeinsames einfaches Essen nimmt die Gemeinde zu Mittag in Lindners Gaststätte ein.

 

 


18.10.

 


In der neu gegründeten Schrebergartenanlage Frohsinn Ammendorf wurde die äußere Umzäunung fertiggestellt. Mit der Herstellung der inneren Zäune wurde begonnen. Die Wasserversorgung wurde mit einem Anschluss vom Gaswerk gesichert.

Das Straßenbahndepot wurde erweitert: Die Wagenhalle wurde vergrößert, ein neuer Materialschuppen wurde errichtet, das Verwaltungsgebäude wurde ausgebaut und eine Autobusgarage aufgebaut.

Im Tagebau Alwiner Verein (bei Kanena) wird die erste Abraumförderbrücke in Betrieb genommen.

Im Verlaufe des Jahres erringt die Faustballmannschaft des TV Ammendorf erneut den Gaumeistertitel und rückt in die Kreismeisterklasse auf.

 


1927

 

 

 


Die Bergarbeiter Siedlung in der oberen Brückenstr. und in der oberen Kanenaer Str. (nördliche Seite) wurde bezogen. Im „Volksmund“ wird sie als „Negersiedlung“ bezeichnet.

 

 


31.05.

 


Erich Neuß schreibt unter anderem in seinem Artikel: „Papier-Industrie im hallischen Wirtschaftsbezirk“

„Die Radeweller Papierfabrik ist mit 90 000 kg täglicher Erzeugung wohl die größte Anlage ihrer Art im weiteren Mitteldeutschland. Sie arbeitet heute mit vier Papiermaschinen und verbraucht in ihrer Holzschleiferei jährlich 55 000 Raummeter Fichtenholz.“

Im Mai wird Karl Meißner begnadigt. Auf dem Leipziger Hauptbahnhof bereiten ihm die Ammendorfer Arbeiter einen triumphalen Empfang.

 

 


18.10.

 

Die Friedenschule wird eingeweiht. Die Rede hält der Ortsvorsteher Friedrich Rothe, nachdem alle Schüler von der alten Schule bis in die Friedenstraße marschiert waren und vor der mit Fahnen und Girlanden geschmückten Schule Aufstellung genommen hatten. Die Baukosten betrugen 400 000 RM. Bemerkenswert an der neuen Schule sind: Speiseraum, Ärztezimmer, Hauswirtschaftsraum und die ein Jahr später fertiggestellte Turnhalle mit einem Wannenbad-Trakt und Duschräumen. Es besteht die Absicht, über der Turnhalle zu einem späteren Zeitpunkt eine Aula zu errichten. Geldmangel verhindert die sofortige Realisierung, die dann auch später nicht mehr vollzogen wurde. Rektor ist Herr Girke.

Die alte Schule am Küsterberg wird nach erfolgtem Umbau (Zwischenbau des Turm-und Treppengebäudes) Rathaus der Gemeinde. Bauingenieur ist ein Herr Joly, der auch Feuerwehrhauptmann von Ammendorf ist. Gemeindebauführer ist zu dieser Zeit Herr Gerhard Haring dessen Bruder Hans in der Siebenhufenstraße ein Baugeschäft führt.

 

 


10.11.

 


Werner Piechocki wird in der Hindenburg-Str. 58, heute Georgi-Dimitroff-Str., geboren. Er ist später Doktor der Germanistik und als Direktor des Stadtarchivs von Halle tätig (1951-1994)

Im Jahr 1927 ist der Arbeiterverein „Turn- und Sportverein Fichte Ammendorf e.V.“ der Mitglieder stärkste Verein in Ammendorf. Ihm gehören an:

  • ein Spielmannszug,
  • eine Turnmannschaft,
  • vier Fußballmannschaften,
  • und zwei Handballmannschaften.

Das Spiel- und Sportgeschehen erfolgte auf dem Sportplatz an der Radeweller Str. Die Gemeinde hatte dem Verein den Sportplatz unentgeltlich zur Verfügung gestellt.

Ein bekannter Sportler von Fichte Ammendorf war Albert Wöhlmann, der in der Handballmannschaft das Tor hütete. In der Auswahlmannschaft von Deutschland stand er u.a. auch gegen Österreich im Tor.

 

Es wird das Gebäude der Zweigstelle der Sparkasse des Saalkreises in der heutigen G.-Dimitroff-Str. gebaut. Bis dahin befanden sich die Geschäftsräume der Sparkasse in der Regensburger Str.1.

Ammendorf wird durch eine Fernleitung vom Gaswerk Holzplatz Halle aus mit Gas versorgt.

Im Straßenbahndepot wurde ein weiteres Wohnhaus mit sechs Wohnungen errichtet.

Das Spirituosengeschäft Werner Spiering in der Hauptstraße wird gegründet. Die Spirituosen werden von Spiering selber hergestellt und lose bzw. auf Flaschen abgezogen verkauft.

Im Verlaufe des Jahres wurde damit begonnen, den Tagebau von der Heydt und den Tagebau Hermine-Henriette I zu einen Großtagebau zu vereinen. Dadurch sollte die Braunkohlenförderung erhöht werden. Der anfallende Abraum konnte auf der Innenkippe nicht verstürzt werden. Deshalb wurde östlich der Ortslagen Osendorf und Radewell eine Hochhalde angelegt, die in den späteren Jahren bepflanzt wurde.

Es wird mit dem Bau der Industriebahn vom Ammoniakwerk Merseburg (Leunawerk) zu den Tagebauen Hermine Henriette I und II und von der Heydt begonnen.

Kurt Rothe vom „Ammendorfer-Kanu-Club“ (A.K.C.) wird im Faltbooteiner Deutscher Meister auf der Langstrecke.

Der Ammendorfer TV hat 220 Mitglieder (darunter 26 Knaben und 33 Mädchen.

Otto Blechschmidt wird Gaumeister im Speerwerfen. Im Verlaufe des Jahres wurde im Wasserwerk Beesen ein neues Maschinenhaus errichtet, welches mit den ersten elektrisch angetriebenen Kreiselpumpen als Reserve für die bestehenden dampfgetriebenen Pumpmaschinen ausgerüstet wurde. Die vollständige Umrüstung des Wasserwerkes auf elektrisch angetriebene Pumpen erfolgte 1947. Die letzten mit Dampf angetriebenen Pumpen wurden 1955 ausgebaut.

 


1928

 

 

 


Der Sportplatz Ammendorf wird zur Nutzung übergeben (Stadion).

 

 


10.04.

 


Wolfgang Engel wird in der Regensburger-Str.20 geboren. Er wird später Prof. Dr. rer. Nat. für Mathematik (Algebra und Geometrie) an der Rostocker Universität.(1959-1993).

Die Arbeiterchöre schließen sich zum Arbeitersängerbund zusammen.

Im April fanden in der Dölauer Heide Waldläufe statt, an denen Mannschaften des TV Ammendorf teilnahmen. Dabei errangen die Schülermannschaften der Turner und Turnerinnen den ersten Platz.

Die Ammendorfer Arbeiter haben sich eine starke und schuldenfreie KONSUM-Genossenschaft aufgebaut. Zu ihr gehören: Der Neubau neben dem Rathaus als Verwaltungsgebäude, im Hof die eigene Bäckerei und 7 Filialen (Verkaufsstellen) und zwar

  • im Verwaltungsgebäude,
  • in Beesen (Wörmlitzer Str.),
  • auf der Silberhöhe,
  • in Ammendorf (Friedenstr.),
  • in Osendorf in der Talstr. und im alten Bauernwinkel sowie
  • im Dorf Korbetha

Geschäftsführer war bis 1933 R. Hirsemann. Kassierer K. Rothe.

 

 


03.06.

 


Die A-Staffel des TV Ammendorf wird 1.Sieger beim Gaustaffellauf Rössen – Merseburg.

 

 


17.07.

 


Karl Plättner wird begnadigt.

 

 


19.09.

 


Nach Abschluss des Umbaus erfolgt die Einweihung des Ammendorfer Rathauses.

Max Hoelz, der am 18.07.1928 aus dem Zuchthaus Sonnenburg entlassen wurde, spricht noch im gleichen Jahre auf einer Kundgebung zu den Ammendorfer Arbeitern.

 

 


Oktober

 


Bei dem Jungmannfechten in Naumburg erreicht Otto Gutschalk ( TV Ammendorf ) den 3.Platz. Erich Herrmann wird 7.Sieger.

 

 


23.11.

 


Feierliche Einweihung der Turnhalle der Friedenschule. Die Sportler des TV Ammendorf haben nun erstmals eine Turnhalle mit Sprossenwand, Kletterstangen und Rundlauf, wie man es sich als Turner nicht besser wünschen kann.

 

 


07.12.

 


Die Männerliedertafel Ammendorf“ bringt Max Bruchs „Frithjof“ zur Aufführung. Anlass ist das 50 jährige Stiftungsfest. Der Pfarrer Balthasar erklärt sich bereit, die Chronik der Ammendorfer-Männerliedertafel zu schreiben.

Im Jahre 1928 wird die „Deutsche Quarzschmelze Gleichmann“ in der Eisenbahnstr. eröffnet. Später lässt sich auf diesem Gelände die PGH Propangas nieder.

Die Evangelische Frauenhilfe Ammendorf- Beesen wurde ins Leben gerufen. Die Fahne der Vereinigung wird in der Beesener Kirche aufbewahrt.

Karl Hensel wird Pfarrer in Beesen. Er übt das Amt bis 1933 aus. Danach bleibt die Pfarrstelle bis 1949 unbesetzt.

Kurt Rothe wird Deutscher Meister im Einerkajak auf der Kurzstrecke.

Die bei der Vereinigung zum Großtagebau von der Heydt anfallenden Abraummassen werden zu einer Hochhalde aufgeschüttet die in den späteren Jahren aufgeforstet wird.

 


1929

 


31.05./02.06.

 


Ammendorf feiert das 50 jährige Bestehen der „Männerliedertafel Ammendorf“. 91 Mitglieder gehören der Liedertafel an (65 aktive und 26 passive).

Die Chormeister waren:

Gustav Lilie (1878-1898 und 1907-1909)

Richard Sommer (1898-1907)

Albert Heise  (1909-1911)

Martin Schröder (1911-1917)

Rudolf Siebenbrodt (seit 1917)

Am 2.Juni findet in Ammendorf ein großes Sängerfest zu Ehren des Jubiläums statt.

 

 


25.07.

 


In der Radeweller Kirche werden beim Einbau der Heizung drei Gräber freigelegt. Da der Pfeiler der Kirche ungefähr 1130 erbaut wurde, muss die bis jetzt ungestörte Lage der Skelette auf ein späteres Alter schließen lassen.

Beim Gauturnfest in Weißenfels erringen die Ammendorfer Siege durch Otto GutschalkFritz Bernhardt, Otto Zimmermann, Otto Blechschmidt, Kurt Zeising, Gustav Walther, Alwin Schleich und Marianne Ronneburg.

 

 


21.09.

 


Die MÜBAG nimmt in Ammendorf den Busverkehr auf. Es werden zwei Linien eingerichtet. „Beesen - Rathaus Ammendorf“ und „Rathaus Ammendorf – Osendorf“.

 

 


17.11.

 


Gemeindewahl in Ammendorf. Das Wahlergebnis sieht wie folgt aus:

Partei

Stimmen

Anteil

Sitze

SPD

1446

20,3 %

5

KPD

3244

45,4%

11

Ordnungsblock

2459

34,4 %

8

 

 

 

 


21.11.

 


Die MÜBAG  richtet in Ammendorf mit Bussen den Ortsverkehr ein. Zwei Linien werden betrieben. Die Busse fahren vom Rathaus Ammendorf nach Beesen (Deutsches Haus) und nach Osendorf (Dreierhaus) jeweils im 40-Minuten-Takt. Zeitweilig wurde diese Linie bis nach Bruckdorf verlängert. Die Busse sind im Depot Ammendorf untergebracht. Zum Einsatz kamen in den ersten Jahren Mercedes-Benz-Busse, die 34 Sitzplätze boten. Die Aufbauten waren teilweise in der Gottfried Lindner AG realisiert worden.

Die Mitglieder des Ammendorfer Kanu Clubs 1921, Schnabel und Kurt Rothe gewinnen den Titel des Europameisters  im K2. Als äußeres Zeichen wird ihnen die „Europa“ überreicht Kurt Rothe erringt im Einerkajak auf der Langstrecke den Titel eines Deutschen Meisters. In der Wintersaison wird auf Beschluss des Gemeinderates auf dem Fichteplatz durch die Feuerwehr eine Spritzeisbahn zum Schlittschuhlaufen angelegt. Diese Bahn findet sehr großen Zuspruch, nicht nur von der Ammendorfer Jugend. Aus den umliegenden Ortschaften und aus Halle strömen die Jugendlichen herbei und erfreuen sich am Eislauf. Die Gemeinde Ammendorf hat eine zusätzliche Geldquelle erschlossen.

 

 


 
1930

 

 


18.01.

 


Albin Steinbach gibt sein Amt als Vorsitzender der „Männer-Liedertafel Ammendorf an Carl Utgenannt ab.

 

 


01.02.

 


In der Nacht zum 02.02. wird der 25 jährige Walter Gräfe an der Kirchhofsmauer in der Friedenstraße erschlagen.

 

 


20.07.

 


Bezirksturnfest in Ammendorf.

Am Morgen des Festtages zogen Spielmannszüge durch die Straßen von Ammendorf zum Weckruf. Dann begannen die Wettkämpfe auf der von Otto Zimmermann und Walter Borst gut vorbereiteten Kampfbahn des Ammendorfer Stadions. Auf der Wiese hinter der Hauptkampfbahn, da, wo später das Schwimmbad war, standen die Geräte (4 Recks, 4 Barren, 5 Pferde) und die Fechtbahn. Während der Wettkämpfe waren die Terrassen mit Zuschauern dicht gefüllt. Über das Abschneiden der Ammendorfer Sportler bei diesem Fest ist leider nichts bekannt.

 

 


31.08.

 


Im Schützenhaus Ammendorf findet das Gausängerfest statt.

 

 


14.09.

 


Reichstagswahl. Das Wahlergebnis sah in Ammendorf wie folgt aus:

Partei

Stimmen

Anteil

SPD

1244

15,9 %

Deutschnational

617

7,9 %

Zentrum

113

1,4 %

KPD

3471

44,3 %

NSDAP

1026

13,1 %

 

 

 


28.09.

 


Die Gauturnmeisterschaften finden in Ammendorf statt. Über das Abschneiden der Ammendorfer Sportler ist nichts bekannt.

 

 


01.12.

 


Volkszählung:

Ammendorf hat 14 021 Einwohner.

Erneut wird Kurt Rothe vom A.K.C. Deutscher Meister im Einerkajak auf der Kurzstrecke. Gleichzeitig erringt er in seiner Disziplin den Titel eines „Kampfspielmeisters“.

Im Verlaufe des Jahres kam es im Fuhrunternehmen Schröter in der Hohen Straße zu einem Brand, der durch den Einsatz aller Ammendorfer Wehren gelöscht wurde.

Deutschland hat 4,38 Mio. Arbeitslose.

 


1931

 


27.03.

 

Die Hallischen Sportnachrichten schreiben:

„Im Saalegau Fußball stehen jetzt die letzten Entscheidungen um die Meisterschaft der Ib-Klasse bevor. Nachdem sich Ammendorf 1910 und Preußen Merseburg als Gruppenmeister qualifiziert haben, geht es jetzt darum, nach dem Ausscheidungssystem den Klassenmeister zu ermitteln. Ammendorf 1910 oder Preußen Merseburg - wer steigt in die Liga auf. Ammendorf wird mit folgender Aufstellung antreten: Drigalla I, Drigalla II, Klimeck, Gebhardt, Häußler, Bruder, Hentschel, Metze, Behrend, Preuß, Mutterlose. Die Ammendorfer wurden bereits 1928 Meister des Saalegaues.

 

 


14.06.

 


Die „Männer-Liedertafel Ammendorf“ gibt vor dem Rathaus ein Chorkonzert.

 

 


27.06.

 


Die „Männer-Liedertafel Ammendorf“ gibt anlässlich des einjährigen Bestehens des Restaurants „Elsterstrand“ (Eigentum des Sangesbruders Alwin Müller, genannt der „Hirsch“) im Garten, ein Werbekonzert. Die „Männer Liedertafel“ hat jetzt 112 Mitglieder davon 64 aktive Sänger.

 

 


06.11.

 


Das Kriegerdenkmal in Beesen, welches ursprünglich zwischen den beiden Friedenseichen von 1866 und 1870/71 aufgestellt wurde, wird zur Kirche umverlegt. Es wird neben der 1917 gepflanzten Reformationseiche aus Wittenberger Absaat vor dem Kircheneingang, aufgestellt.

Der Pfarrvikar Wilhelm Bohne betreut die katholische Gemeinde da Pfarrvikar Wittelsbach Pfarrer in Zeitz wird.

Das „Freibad Elstermünde“, auf der Halbinsel zwischen dem Stillem Wasser und Elster gelegen, erfreut sich nach wie vor eines großen Zuspruchs. Später brennt die Anlage, vermutlich durch Blitzschlag veranlasst, ab. Der genaue Zeitpunkt ist unklar. Damit haben die Ammendorfer Nudisten kein Freibad mehr. Auch das Bootshaus fiel den Flammen zum Opfer.

Die Holzbrücke, die über die Elster nach Burg führte, wird durch eine massive Betonbrücke ersetzt. Diese wird 1945 von der Wehrmacht gesprengt und danach wird wieder eine stabile Holzbrücke gebaut.

Kurt Rothe wird im Einerkajak auf der Kurzstrecke erneut Deutscher Meister. Das ist sein 5. Meistertitel, den er in ununterbrochener Folge erringen kann.

Die Pfarrstelle St. Wenzel wird vertretungsweise von dem Beesener Pfarrer K. Hensel betreut.

Der TV Ammendorf hat nun 375 Mitglieder. Darunter 80 Knaben und 110 Mädchen.

Hervorgerufen durch die Weltwirtschaftskrise schließen viele Ammendorfer Betriebe und die Arbeitslosigkeit steigt enorm an. Die Armut nimmt rasant zu.

 

 

1932

 

 

 


Ammendorf hat 12 358 Einwohner. Zum Schulbezirk Ammendorf gehören die Gemeinden Ammendorf, Gröbers, Wörmlitz-Böllberg, Döllnitz und Lochau mit einer Gesamteinwohnerzahl 21 662. Die für diesen Bereich zuständige Berufsschule unterrichtet

  • 3 Klassen Handel
  • 17 Klassen Gewerbe
  • 21 Klassen Hauswirtschaft
  • 21 Klassen Landwirtschaft.

Des Weiteren bestehen eine selbständige, voll ausgebaute Mittelschule, zwei Grundschulen (Radewell, Planena und Friedenschule) und eine zweiklassige private katholische Schule.

Die wirtschaftliche Rezession ist sehr groß. Die Arbeitslosigkeit hat einen hohen Stand erreicht. In Ammendorf sind 15% der Männer ohne Arbeit. Die erst wenige Jahre zuvor eingeführte Arbeitslosenversicherung kann nur die größte Not lindern. Das Arbeitslosengeld wird nur 6 Monate gezahlt. Danach bekommen Bedürftige eine geringe Unterstützung durch die Gemeinde (12 Mark pro Woche).

 

 


13.03.

 


Reichspräsidentenwahl

Das Wahlergebnis sieht in Ammendorf wie folgt aus:

 

Stimmen

Prozent

Duesterberg

615

7,7

v. Hindenburg

2421

30,2

Hitler

1389

17,3

Thälmann

3557

44,4

Winter

33

0,4

 

 

 


April

 


In Ammendorf findet ein Lehrgang der Saalkreis Feuerwehren statt. Der Leiter des Kurses ist Kreisbrandmeister Eberlein. Der Kurs bestand aus einem theoretischen Teil und praktischen Vorführungen. An diesem Lehrgang nahmen die Freiwillige Feuerwehr Ammendorf und die Betriebswehren der Firmen Hartmann, Lindner und der Papierfabrik teil. Die praktische Vorführung erfolgte an der Friedenschule. Das Wasser wurde mit Schläuchen aus der Elster herangeführt. Innerhalb von 9 Minuten waren die Schlauchleitungen verlegt und der Befehl: „Wasser marsch!“ wurde ausgeführt.

 

 


04.05.

 


Die „Männer-Liedertafel Ammendorf“ gibt vor dem Rathaus ein Konzert.

 

 


10.04.

 


Reichspräsidentenwahl (Stichwahl).

Das Wahlergebnis sieht in Ammendorf wie nachstehend aufgeführt aus.

 

Stimmen

Prozent

v. Hindenburg

2594

34,5

Hitler

1897

25,2

Thälmann

3033

40,3

 

 

 


04.09.

 


In Schkeuditz fand eine große Fechtveranstaltung statt. Die Mannschaften von Schkeuditz, Weißenfels 1861, MTV Merseburg und der TV Ammendorf kämpften auf Florett und Säbel. Der TV Ammendorf gewann das Säbelturnier und erreichte im Florettfechten den 2. Platz.

 

 

 


06.11.

 


Reichstagswahl.

 

Stimmen

NSDAP

1396

SPD

1364

KPD

3729

Zentrum

124

Deutschnational

649

Radikal. Mittelstand

19

Deutsche Volkspartei

77

Christl. Sozial. Volksdienst

11


Hermann Baum
 führt erfolgreich die Mineralöl- Großhandlung und Fabrikation in der Hallesche Straße 160a. (heute Merseburger Straße).

Der Ammendorfer Sportler Albert Wöhlmann nimmt als Torwart einer Arbeiterhandballmannschaft an der Arbeitersport-Olympiade in Wien teil.

Deutschland hat 6 128 429 Arbeitslose. Das ist der Höchststand.

 

 


23.12.

 


Fußballgroßkampftag in Ammendorf. Die ersten Männermannschaften von Ammendorf 1910 und Sportfreunde Halle spielen gegeneinander und trennen sich unentschieden 2:2.

 

 

1933

 


19.01.

 


Die Gemeindevertretung beschließt die Mitwirkung des Projektes zur Regulierung der Weißen Elster.

 

 


30.01.

 


Der Reichspräsident Paul v. Hindenburg beruft nach dem Rücktritt Kurt v. Schleicher’s Hitler zum Reichskanzler.

 

 


02.02.

 


Die Regierung verbietet der KPD die Organisation und Durchführung von Demonstrationen.

 

 


28.02.

 


Beginn der Verhaftungswelle gegen Funktionäre und Mitglieder der KPD einen Tag nach dem Reichstagsbrand.

Der „Ammendorfer Arbeitergesangsverein“, der „Freie Männerchor“ und der Arbeitersportverein „Fichte“ werden verboten und aufgelöst. Das vorhandene Eigentum, wie das Schriftgut, wird entschädigungslos beschlagnahmt.

 

 


06.03.

 


Otto Sonnenberg (NSDAP) wird als kommissarischer Gemeindeschulze eingesetzt. Friedrich Rothe (SPD) wird abgesetzt.

Leutnant Dubbick (Führer des Ammendorfer Soldatenbundes und Sturmbannführer der SA) wird als Rektor der Friedenschule eingesetzt.

 

 

 


12.03.

 


Gemeindewahlen im Saalkreis. In Ammendorf sieht das Wahlergebnis wie folgt aus:

 

Stimmen

NSDAP

1736

SPD

1166

KPD

2706

Ordnungsblock

1748

Die Reichsregierung erhöht den Jahresurlaub von bisher 3 Arbeitstagen auf 6 Tage. Bis zum Jahre 1939 erhöht sich der Jahresurlaub auf insgesamt 12 Arbeitstage (Sonnabend ist ein Arbeitstag).

 

 


20.04.

 


Die „Nachrichten des Krieger-Verbandes“ schreibt:

„Am 07.05.1933 findet der Frühjahrs- Abgeordnetentag im Vereinslokal Deutsches Haus Beesen (Elster) des Kriegerverbandes Halle und Saalkreis statt. Aufstellung in Ammendorf am Rathaus um 1 Uhr zum Propagandamarsch zum Denkmal in Beesen. Ab 3:30 Uhr Konzert im Zelt und Unterhaltungsmusik in den unteren Räumen des Vereinslokals. Für Gäste und deren Angehörige Besichtigung des Wasserwerkes. Von 7:30 Uhr abends an Festball anlässlich des 65 jährigen Stiftungsfestes.“

 

 


02.05.

 


Die Gewerkschaften werden verboten.

 

 


10.05.

 


Die von der NSDAP ins Leben gerufene Deutsche Arbeitsfront (DAF) tritt ins Licht der Öffentlichkeit.

 

 


01.06.

 


Otto Sonnenberg (NSDAP) wird hauptamtlicher Gemeindeschulze.

 

 


22.06.

 


Die SPD wird verboten.

 

 


24.06.

 


Die bürgerlichen Parteien lösen sich auf.

 

 


20.07.

 


Unterzeichnung des Konkordats zwischen der Reichsregierung und dem Papst, das der faschistischen Diktatur die Anerkennung durch das Oberhaupt der katholischen Kirche bringt.

 

 


03.09.

 


Kanuten des AKC 21 gewinnen die 4.Langstreckenregatta des Saalegaus im Ober-Elbe-Kreis in Ammendorf. Im Verlaufe des Jahres wird der Verein für Vogelschutz Ammendorf unter dem Motto „Helft unserer Heimat und unserer Vogelwelt“ gegründet. Vereinsleiter wurde Ernst Seifert aus Ammendorf in Gemeinschaft mit den Mitgliedern Karl Betemann Döllnitz  und Hellmuth Wallroth Ammendorf. Zur Gründung fanden sich 23 Mann zusammen.

Die einklassige Grundschule in Planena wird geschlossen. Ab sofort müssen die 11 Kinder, die von der Lehrerin Frau Kutschke unterrichtet wurden, zum Unterricht in die Friedensschule.

Die Feuerwehren der Stadt Ammendorf verfügen über 5 Motorspritzen. Sie verteilen sich wie folgt:

2 Stück  Freiwillige Feuerwehr Ammendorf

1 Stück Betriebsfeuerwehr Gottfried Lindner AG

1 Stück Radeweller Papierfabrik

1 Stück Chemische Fabrik Buckau Ammendorf.

 

Die Naturfreunde lösen sich auf. Ihr Heim auf dem Hopfenberg wird Eigentum der Gemeinde Ammendorf.

Georg Paul Hans Krammisch wird Pfarrer in der St. Wenzel Kirche Radewell.

Der Ammendorfer TV  hat  294 Mitglieder.

Ammendorf hat 13 786 Einwohner, davon sind 11 720 evang.,  545 kathol. und 2 jüdischen Glaubens.

 

 

1934

 

 

 


Die Kampfstofffabrik „Orgacid“ (Eisenbahnstr.) wird aufgebaut.

 

 


29.06.

 

<![if !supportLists]>26.06.       <![endif]>
Das Gesetz über den Reichsarbeitsdienst (RAD) wird verabschiedet. Es legt eine halb-

jährige Arbeitsdienstpflicht für alle Personen im Alter von 18 bis 25 Jahren fest. Der

Arbeitslohn beträgt 1,- RM pro Tag.

 

 

 

 


Ernst Friedrich Hermann Henselin wird Pfarrer in der Ammendorfer St. Katharina Gemeinde.

Im Nordwesten von Merseburg wurde mit dem Bau des Flugplatzes begonnen, der im Oktober 1935 vom Reichsluftfahrtminister Hermann Göring eingeweiht wurde. Dieser Flugplatz war für den Objektschutz der Leuna-Werke, der Chemieanlagen bei Böhlen und der sich im Aufbau befindlichen Buna-Werke sowie der Städte Leipzig, Merseburg und Halle vorgesehen.

Der Lehrer Walter Bauer wird als „erzieherisch unzuverlässig“ eingestuft und vom Dienst an der Friedenschule entbunden und nach Dölau strafversetzt. Der spätere Prof. Dr. Walter Bauer schrieb über 80 Bücher, einige tausend Gedichte, hunderte von Kurzgeschichten, Essays, Hörspiele und Theaterstücke. Die Stadtbibliothek Merseburg trägt seinen Namen. Er wanderte 1952 als freier Schriftsteller, in der BRD lebend, nach Kanada aus wo er am 23.12.1976 in Toronto verstarb.

In der Serie 1933 / 34 belegen die Sportfreunde Halle in ihrer Staffel den ersten Platz und erreichen damit die Aufstiegsberechtigung in Deutschlands höchste Fußballliga. In der nächsten Serie spielen sie in der Gauliga 6 ( Mitte ).

Im Verlaufe des Jahres begann die Baugemeinschaft Rosengarten – Halle (Saale)– Ammendorf mit dem Aufbau der Siedlung Gartenstadt Rosengarten. Im Jahre 1939 wurde der Aufbau abgeschlossen.

Unter der Oberleitung des Gemeinde-Bau-Ingenieurs Joly wurden in den letzten 7 Jahren folgende  Objekte fertig gestellt:

  • Wohnhäusergruppe auf der Silberhöhe (63 Wohnungen)
  • Bauten an der Fichtestraße (59  Wohnunge )
  • Polizeiverwaltungsgebäude (16 Wohnungen)
  • Friedenschule, Turnhalle und Berufsschule
  • Wohnhäuser Ellernblock (164 Wohnungen)
  • Wohnhäuser Parkstraße (72 Wohnungen)
  • Wartehalle und Geschäfte Nähe Rathaus
  • Medizinisches Bad am Rathaus
  • Neupflasterung Hallesche Str.; Hopfenberg; Hindenburgstr.; Brauhausstr.; Mittelstr., Ellernstr.; Burgstr und Milchstr.
  • Eisenbetonbrücke über die Elster
  • zwei größere Sportplatzanlagen

 

 

1935

 


10.02.

 


Hugo Schunke lädt ein zum ersten großen Maskenball in das Deutsche Haus in Beesen. Im Saal spielt das vollbesetzte Ballorchester. In den unteren Räumen wird das Bockbierfest gefeiert. Beginn 18°°Uhr. Eintritt 50 Rpf. Der Tanz ist frei.

Die Reichswehr lagert auf dem Gelände der „Orgacid“ Stoffe zur Herstellung von Giftgasen ein (Gelbkreuz). Dr. Eugen Möllney wird als Betriebsleiter eingesetzt.

Im Schatten der Feierlichkeiten zum 250.Geburtstag von Halles größtem Sohn, Georg Friedrich Händel, verhaftet die Gestapo viele Antifaschisten. Nach Monaten der Bespitzelung wurde im Januar die Bezirksleitung der KPD in einer Privatwohnung in der Thüringer Straße festgenommen, im Februar war mit 300 weiteren Verhaftungen „aufgeräumt wurden“, wie die Gestapo–Stelle Halle vermerkte. Zu den Verhafteten gehörten neben der dann im Polizeigefängnis Halle  totgeprügelten Kontoristin Helene Glatzer (1902-1935) die drei Leiter des linken Arbeitersportbundes „Rotsport“: der Stellmacher Otto Bruder (1908-1945) aus Beesen wurde am 8. Februar, der Schriftsetzer Otto Weber am 11. Februar und der Bierbrauer Otto Witteborn am 12. Februar festgenommen. Otto Bruder wurde zu zehn Jahren Zuchthaus verurteilt, die er im Roten Ochsen verbüßte. Er wurde im April 1945 auf einem der berüchtigten Todesmärschen von der SS ermordet.

 

 


April

 


18 Eigenheime werden in der Kanenaer Str. bezogen (Südseite bis zur von-der-Heydt-Str., „Arbeitslosensiedlung“). Bauträger „Eigene Scholle“.

 

 


08.05.

 


Der Brandmeister der Werksfeuerwehr der Gew. d. Gottfried Lindner AG, Karl Studier wird für seine 25 jährige Dienstzeit mit der Ehrenplakette ausgezeichnet.

 

 


16.05.

 


Einführung der Arbeitsbücher.

 

 


23.05.

 


Der 19-jährige hallesche Motorradsportler Erich Weise jun. verunglückt tödlich  auf der Halleschen Straße in Höhe der Farbenfabrik Hartmann. Er war mit seinem neuen Norton-Motorrad aus Halle kommend, mit ziemlich hoher Geschwindigkeit auf Probefahrt in Richtung Merseburg. Er wollte gegen 15:45 Uhr einen Lastwagen überholen. Dabei übersah er einen Mann der auf der Fahrbahn Vermessungsarbeiten ausführte. Dieser blieb mit schweren Verletzungen auf der Fahrbahn liegen. Erich Weise jun. geriet in Folge des Zusammenstoßes auf die linke Fahrbahn und stieß mit einem in Richtung Halle fahrenden Lieferwagen zusammen. Der Zusammenstoß war so heftig, dass er auf den Radfahrweg geschleudert wurde. Erich Weise jun. war auf der Stelle tot. Der verletzte, Hans Heber aus Ammendorf,  musste mit einem Bruch des rechten Unterschenkels und zahlreichen Hautabschürfungen  am Kopf in das Barbara Krankenhaus eingeliefert werden.

 

 


26.06.

 


Die Reichsregierung erlässt das Gesetz zur Bildung des Reichsarbeitsdienstes. Dieses Gesetz besagt, dass alle Männer zwischen dem 18. und 25. Lebensjahr eine sechsmonatige Dienstzeit ableisten mussten. Sie war dem zweijährigen Wehrdienst vorgelagert. Am 04.09.1939 wurde dieses Gesetz auch auf die weibliche Bevölkerung ausgedehnt.

Der Arbeitsmann verdiente am Tage 25 Reichspfennige. Der Vormann erhielt 50 Reichspfennige und der Obervormann 75 Reichspfennige.

Die Sportfreunde Halle erreichen in der Gauliga 6 ( Mitte ) den 5. Tabellenplatz.

 

 


10.08./18.08.

 


Der Ammendorfer Fußballclub 1910 begeht sein 25 jähriges Bestehen mit einer Festwoche. Vorsitzender des AFC 1910 ist Oswin Meilich.

 

 


Nov.

 


Der „Reichsluftschutzbund“ gibt ein Merkblatt für den Luftschutzhauswart heraus.

 

 


01.12.

 


Volkszählung: Ammendorf hat 14 352 Einwohner.

Der Pfarrvikar Dr. Karl Schlütz betreut die Katholische Gemeinde. Es kam zu einer liturgischen Erneuerung. Die Taufe wurde jetzt mit der Gemeinde im Anschluss an die heilige Messe gefeiert. Es wurden Choralgesänge gepflegt  Wöchentlich wurden Bibel- und Liturgiekreise abgehalten.

Das Naturfreundehaus auf dem Hopfenberg wird Heim der Hitlerjugend (HJ). Die Naturfreunde wurden entschädigungslos enteignet.

Im Verlaufe des Jahres wird der „Schwimmverein Elstermünde“ in den „Ammendorfer TV“ aufgenommen. Damit verfügt nun der TV über ein ausbaufähiges Objekt für ein eigenes Vereinsheim und eine Pflegestätte für den Schwimmsport. Auch für die Bootsfahrer war nun gesorgt. Der Turnverein zählte 362 Mitglieder.

Die Gaststätte „Zum Rosengarten“ wird von Friedrich Knaubel und seiner Frau übernommen. Bis Anfang der 50er Jahre wurde die beliebte Gaststätte bewirtschaftet. Im Verlaufe des Jahres wurde die Siedlung Rosengarten rund um die Pappelallee errichtet.

 

 

1936

 

 

 


Ammendorf kauft 80 000 qm Land an der Siebenhufenstr. (Bürgermeister Sonneberg).

 

 


März

 


Auf der Gemeinderatssitzung werden 2 500 RM für die Errichtung eines Krieger-Ehrenmals auf dem Hindenburgplatz bewilligt. Der Ammendorfer Otto Gutschalk ist Mitglied der Deutschen Olympiamannschaft in der Disziplin Steinstoßen. Da diese Disziplin kurzfristig aus dem Olympia-Programm gestrichen wurde, kann er nicht als Aktiver an den Olympischen Spielen teilnehmen.

 

 


20.05.

 


Heinz Dehne wird in der Friedrichstr.63 geboren. Er ist später (ab 1975) als Prof. Dr. rer. nat. (für Organische Chemie/Naturstoffchemie) an der Universität Rostock tätig.

 

 


21.06.

 


Einweihung des Ehrenmals für die Gefallenen des Weltkrieges 1914 bis 1918 in Ammendorf auf dem Hindenburgplatz. Die Ausführung stammt von dem Ammendorfer Bildhauer Benndorf. Nach dem II. Weltkrieg (1945) wird das Ehrenmal beseitigt.

 

 


23.06.

 


Die Mitteldeutsche National-Zeitung berichtet, dass als Auftakt des Deutschen Jugendfestes in Ammendorf ein Heim der Hitler-Jugend am Hopfenberg eingeweiht wurde. Bürgermeister Sonnenberg übergab die Räumlichkeiten in Anwesenheit von Heinze und Henkel (beide NSDAP).

 

 


24.06.

 


Die „Hallischen Nachrichten“ schreibt:

„Leunasiedlung auf dem „ Siebenhufenplan“. Eine soziale Tat des Ammoniakwerkes Merseburg- Errichtung von 98 Siedlerstellen in Ammendorf-Der Doppelhaustyp mit Gartenland- Die Werksangehörigen sechs Monate beim Bau.“

 

 


Juli

 


Im Verlaufe des Monats werden die neuerrichteten Häuser der oberen Kanenaer Straße (Südseite) bezogen. Die Sportfreunde Halle belegen zum Abschluss der Serie 1935 / 36 der Gauliga 6 Mitte den 3.Platz.

 

 


11.11.

 


Richtfest der Häuser des ersten Abschnittes der Leunasiedlung.

Die von-der-Heydt-Str., bis dahin eine Schlippe, wird auf Straßenbreite gebracht und gepflastert.

 

 

1937

     


Gottfried Lindner beginnt mit dem Bau von Siedlungshäusern für leitende Angestellte (heute: Straße der Waggonbauer).

 

 


15.02.

 


Die Großgemeinde Ammendorf erhält auf Grund einer Verfügung des Oberpräsidenten der Provinz Sachsen das Stadtrecht verliehen. Ammendorf hat 15 000 Einwohner das sind mehr als die Städte Wettin, Könnern und Löbejün zusammen Bürgermeister wird der bisherige Gemeindeschulze und Amtsvorsteher Otto Sonneberg.

Die Sportfreunde Halle erkämpfen in der Spielserie 1936/37 den 4. Tabellenplatz in der Gauliga 6 (Mitte).

 

 


31.03.

 


Aus dem Tätigkeitsbericht der Feuerlöschpolizei Ammendorf  für den Zeitraum vom 01.04.1936 bis zum 31.03.1937 geht u.a. hervor, dass der Wehr im Berichtszeitraum 4 Gerätehäuser und 2 Übungstürme zur Verfügung standen. Die Mannschaftsstärke der Feuerlöschpolizei  Ammendorf betrug 67 aktive Feuerwehrmänner. Die geforderte Sollstärke von 72 Mann wurde nicht erreicht.

 

 


26.04.

 


Die zweite Strafkammer Halle verkündet das Urteil gegen den 36-jährigen Hermann Drescher und den 30-jährigen Willi Bense, beide aus Ammendorf. Drei Jahre Zuchthaus wegen gemeinschaftlichen schweren rückfälligen Diebstahls vorbestraft (der eine 14 Mal der andere 8 Mal). Sie gehörten der Geigenmüller Bande an, die die Umgebung der Silberhöhe in Angst und Schrecken hielt.

 

 


25.05.

 


Die Saale Zeitung schreibt:

„ Auf einem Ammendorfer Bauernhof biss sich eine Ratte in die Zunge des Hofhundes fest. Das verzweifelt kämpfende Tier konnte nur mit Mühe von der Ratte befreit werden.“

Zur Kaninchenausstellung erhält der Züchterverein „Fortschritt“ (G6)  von der Gemeinde Ammendorf einen Geldpreis in Höhe von 3,- Mark (!).

 

 


03.07.

 


Volkszählung: Ammendorf hat 15300 Einwohner.

Aufbau des Lagers des Reichsarbeitsdienstes (RAD) in der Siebenhufenstraße.

 

 


März

 


Beginn des Bezugs der Häuser des ersten Abschnittes der Leunasiedlung.

Bau des zweiten Abschnittes der  Leunasiedlung.

Abschnittsleiter Herr Langholz

(Siebenhufenstr. und Leunaweg bis zum Fasanenweg

Heimstättenweg Nr 55 bis Nr. 82).

74 Siedler.

 

 


10.04.

 


Auf der Jahreshauptversammlung des TV Ammendorf legte Walter Borst die Funktion des Vereinsführers nieder. Einstimmig wurde Richard Schulze zum Vereinsführer gewählt.

 

 


Juni

 


Das Kreisturnfest fand in Halle statt. Sieger des TV Ammendorf  wurden Kurt Dietrich, Richard Moser, Franz Zimmermann, Gerhard Wagner, Heinz Masemann, Heinz Pretzsch, Hans Jarchow, Gustav Godehardt, Paul Wilde, Albert Popella, Elisabeth Muczka, Gertraude Paulus, Gisela Godehardt, Inge Schorch, Käthe Zimmermann, Ursula Valentin,  Gertraude Brechlin, Ruth Läuter und Erika Henze.

Im gleichen Monat wurde Hermann Valentin für seine 50 jährige Mitgliedschaft im TV Ammendorf geehrt. Er wurde Ehrenmitglied der Deutschen Turnerschaft.

 

 


19.06.

 


Die „Saale-Zeitung“ schreibt:

„Aus Anlass des 70. Geburtstages des Schneidermeisters Eduard Kurze, wohnhaft in Ammendorf. Brauhausstraße 05, fand sich gestern die Männerliedertafel Ammendorf zusammen, um dem Geburtstagskind ein Ständchen zu bringen. Eduard Kurze ist einer der ältesten Sänger in Ammendorf und besitzt die höchste Auszeichnung des Deutschen Sängerbundes, den Sängerbrief für 50jährige aktive treue Sängertätigkeit.“

„Auf der Reichsstraße 91 wird hinter Ammendorf der Bau der Elster- und der ersten Flutbrücke (sog, Zigeunerbrücke) vom Preußischen Landesbauamt in Angriff genommen. Damit soll an der Ausgangsstraße von Ammendorf nach Merseburg einer großen Verkehrsschwierigkeit abgeholfen werden, da die Straße an dieser Stelle nun gerade gelegt wird. Jetzt ist mit der Aufstellung einer Notbrücke begonnen worden, über die der Verkehr bis zur Fertigstellung des Neubaus der Brücken rollen wird.“

 

 


03.07.

 


Die National Zeitung berichtet:

„In dem neuen Schwimmbad, das die Stadt Ammendorf auf der Kampfstätte errichtet und über das wir schon wiederholt berichteten, ist man noch immer emsig bei der Arbeit. Da sich noch in letzter Stunde kleinere technische Schwierigkeiten ergeben haben, erschien, wie der Bürgermeister Sonneberg mitteilte, eine Hinausschiebung der Eröffnung des Bades um nur einige Tage dringend geboten. Die Badeanlage selbst wird aber am Sonntag, im Anschluss an den Festumzug, zur allgemeinen Besichtigung freigegeben.“

Die „Mitteldeutsche Saalezeitung“ schreibt:

„Aus ältester und jüngster Zeit. Ein Gang durch das Heimatmuseum in Ammendorf. Der Konrektor und Heimatforscher Otto Schroeter führte durch die von ihm eingerichtete Heimathalle- in der Friedenschule.“

 

 


03.-05.07.

 


Auf Grund der Verleihung des Stadtrechtes an die Gemeinde Ammendorf beschloss die Stadt Ammendorf, in der Zeit vom 03. bis 05. Juli 1937 ein Heimatfest zu begehen.

 

 


05.07.

 


Die Saale-Zeitung schreibt:

„Heimatfest in Ammendorf. Eine Stadt zeigt ihre reiche Geschichte. Glänzend verlaufener Begrüßungsabend / Festaufführung – Ein redend Wappenbild. Ein Festumzug ist der Höhepunkt des Festes.“

Gründung des Deutschen Siedlerbundes „ Siedlergemeinschaft des Ammoniak-Werkes Merseburg in Ammendorf“. Im Dezember waren 97 Siedler Mitglied der Gemeinschaft.

Kassierer waren Herr Hoffmann, Heimstättenweg

Krummhaar, Siebenhufenstr.

Haupt, Leunaweg

Kassenprüfer waren Meinekat, Siebenhufenstr.

Weinert, Leunaweg

Habermann, Hasenweg

Beginn des Baus des zweiten Abschnittes der Heimstättensiedlung (Heimstättenweg Nr. 83 bis Nr. 106).

In der Kanenaer Str. werden die Häuser Nr. 49-59 (ungerade Hausnummern) und in der Brückenstraße die Nr. 54-57 errichtet.

 

 


13.07.

 


In der Heimstättensiedlung – II. Abschnitt – ist Richtfest.

 

 


21.09.

 


Die „Saale Zeitung“ schreibt:

„Wie wir noch erfahren, ist von der Stadt Halle als Eigentümer   das Mühlholz dem Ammendorfer Vogelschutzverein überlassen worden, um als Erholungspark für Ammendorf ausgebaut zu werden. Wege sollen hier ausgebaut werden, damit so ein Ausgleich für das geschützte Gebiet des Burgholzes geschaffen wird. Die Arbeiten dazu sind bereits in Angriff genommen.“  

 

 


05.10.

 


Die Sportfreunde Halle spielen gegen Schalke 04 und erreichen ein ehrenvolles 1:4.

Schalke spielt mit folgender Mannschaft: Klodt, Bornemann, Schweißfurt, Prinz, Gellesch, Sontow, Kalwitzki, Szepan, Portgen, Urban, Mecke.

Die Ammendorfer spielen in folgender Aufstellung: Michels, Thieme, Hartmann,

Godan, Böttger, K. Krampe, A. Krampe, Warnecke, Häußler; Föhre, Knoth.

Das Spiel fand in der mitteldeutschen Kampfbahn in Halle statt.

Im Chemischen Werk Ammendorf wurden 88 Quecksilberzellen (8 000 A) gebaut. Sie wurden nach einer werkseigenen Konstruktion aus Billiter-Zellen entwickelt.

Im Verlaufe des Jahres wurde auf dem Kirschberg (zwischen Beesen und Wörmlitz liegend) eine Kaserne für das 38. Flakregiment der Wehrmacht errichtet und bezogen.

 

 

1938

 


06.01.

 


Die Reichsmeldeordnung wurde eingeführt.

 

 


März

 


Weiterführung des Siedlungsbaues mit Unterstützung der Farbenfabrik Hartmann, der Papierfabrik Radewell und der Chemischen Fabrik Buckau Werk Ammendorf (80 Anträge liegen vor).

Klempnermeister Albin Steinbach feiert seinen 75.Geburtstag. Gleichzeitig feiert er sein 50jähriges Meisterjubiläum, sein 50jähriges Geschäftsjubiläum, sein 50jähriges Ehejubiläum und sein 50jähriges Jubiläum als aktiver Sänger.

Bei hellem Fackelschein brachte die Ammendorfer Männerliedertafel, ihrem ältesten Sangesbruder, ein würdiges Ständchen. Viele Gratulanten haben sich eingefunden unter ihnen auch der Bürgermeister Sonneberg.

Ende Mai beginnt der Ausbau der Halleschen Straße.

Im Anschluss an den Ausbau der Reichsstraße 91 und die Begradigung dieser Straße an der Elster- und Elsterflutbrücke wird die Hallesche Straße in einer Breite von neun Meter Fahrdammbreite neu gepflastert.

In diesem Zusammenhang wird der Schachtgraben, der Ammendorf von Ost nach West durchquert, (er leitet die Wässer der  Grube von der Heydt in die Elster) in Höhe der Schmiede Bachmann in Betonrohren unter der Straße durchgeführt.

 

 


19.06.

 


Die „Mitteldeutsche Nationalzeitung“ schreibt:

„172 Arbeiter glückliche Siedler. Die Siedlung der Leuna-Arbeiter in Ammendorf ist fertiggestellt. Am Rande der Stadt Ammendorf, dort, wo noch vor kurzer Zeit der Bauer mit seinem Pflug den Boden bearbeitete, erhebt sich jetzt eine gewaltige Siedlung als Wohnstätte für deutsche Arbeiterfamilien, deren Wunsch es schon lange war, ein eigenes Haus zu besitzen. Der Wunsch von 98 Arbeitern des Leunawerkes ging hier in Erfüllung“.

 

 


29.07.

 


Der Heimatforscher und Lehrer Otto Schroeter ist gestorben.

 

 


30.07.

 


Die „Mitteldeutsche Saalezeitung“ schreibt:

Sein Wirken war lebendige Heimatkunde. Konrektor i. R. Otto Schroeter, Ammendorf, gestern verschieden. Otto Schroeter gehörte seit einem halben Jahrhundert zu den zähesten und erfolgreichsten Vorkämpfern des Heimatgedankens in Schule, Haus und Öffentlichkeit. Sein Leben war lebendige Heimatkunde.

 

 


Juli

 


Alle Häuser des zweiten Abschnittes der Heimstättensiedlung sind bezugsfertig.

Die Sportfreunde Halle belegen in der Spielserie 1937/38 in der Gauliga 6 ( Mitte ) den 9. Tabellenplatz und können damit den Abstieg aus der höchsten Spielklasse vermeiden.

Am 1. Deutschen Turn- und Sportfest in Breslau nimmt auch eine Auswahl der Ammendorfer Turner teil. Unter ihnen sind Albert Popella, Otto ZimmermannRichard SchulzePaul Wilde, Günther Godehardt, Richard Moser, Gertraude Brechlin, Käthe Zimmermann und Martha Pfannschmidt.

 

 


02.08.

 


Der Konrektor a.D. und Heimatforscher Otto Schroeter wird auf dem Ammendorfer Friedhof beigesetzt.

 

 


25.08.

 


Sitzung der Ratsherren von Ammendorf.

Der Bürgermeister Sonneberg gab bekannt, dass er die Leitung des heimatgeschichtlichen Museums in der Friedenschule, nach dem Tode von Otto Schroeter, dem Lehrer Tiller übertragen habe.

 

 


08.09.

 


Die „ Hallischen Nachrichten“ schreibt:

„Ammendorfer Nachrichten – Ammendorf erhält einen Zentralfriedhof. Die Stadt Ammendorf musste Vorsorge zur Schaffung neuer Begräbnisstätten treffen.“

 

 


23.09.

 


Nach dem Reichsfeuerlöschgesetz vom 23.09. werden die Freiwilligen Feuerwehren als Vereine und Verbände aufgelöst. Sie erhalten als Löscheinheit den Status einer Hilfspolizeieinheit.

 

 


24.09.

 


Die „Hallischen Nachrichten“ schreibt:

„Aus Ammendorf: Vorbereitung des Wohnungsbauprogramms 1939. Für die Vorbereitung des Wohnungsbauprogramms für 1939 findet am Montag, den 26.09. 20.30 Uhr in Helms Gaststätten zu Ammendorf eine Aufklärungsversammlung des Gauheimstättenamtes statt, an der alle siedlungswilligen und wohnungssuchenden Volksgenossen teilnehmen sollen.“

 

 


02.10.

 


Die „Mitteldeutsche National- Zeitung“ schreibt:

„Kleinsiedlung marschiert in Ammendorf. Arbeiterwohnstätten nur noch nach einheitlicher Planung.“

 

 


28.10.

 


Die Ammendorfer sind durch Salomon, Heinze, Börner und Giehoff zur Sammlung von Alteisen und Blechbüchsen aufgerufen.

 

 


07.11.

 


Die „Hallischen Nachrichten“ schreibt:

„Ammendorfer Nachrichten – „ To-Bü“, das neue Film-Theater. Gestern wurde diese neue Tonbild-Bühne feierlich eingeweiht. Das Haus war schon im Voraus ausverkauft, zumal es zu seiner Eröffnung den preisgekrönten und so erfolgreichen Film „Heimat“ brachte.“

 

 


27.12.

 


Die „Mitteldeutschen Nachrichten“ schreibt:

„ Die Kälte hat in Ammendorf Ost einige Schäden angerichtet. Viele Wasserleitungen und Abflussrohre sind eingefroren und mussten vom Fachmann aufgetaut werden Zentralheizungen schafften teils auch nicht mehr die Durchheizung der Räume. So gab es kurz vor den Ferien in der Schule kältefrei, denn einen Tag vor den Ferien streikte die Heizanlage gänzlich.“

Werner Teschner wird Pfarrer in der evang. St. Wenzel Gemeinde Radewell.

Im Chemischen Werk Ammendorf wurde begonnen ein neues Gebäude für die Quecksilberelektrolyse zu errichten. Des Weiteren wurden 2 Becken für je 500 Kubikmeter Sole hergestellt.

 

 

1939

 


14.01.

 


Auf Weisung der Regierung wird die katholische Schule geschlossen.

Dr. Eugen Möllney wird Betriebsdirektor der Orgacid.

 

 


April

 


In die Turnhalle der Friedenschule wird Getreide eingelagert. Der Ammendorfer TV muss seine Trainingsstunden in der Turnhalle der Radeweller Schule durchführen.

 

 


17.05.

 


Volkszählung – Die Stadt Ammendorf hat 16 296 Einwohner.

Die Sportfreunde Halle müssen nach Abschluss der Serie die höchste Spielklasse verlassen. Sie gewinnen nur 5 Spiele und erreichen noch 5 Unentschieden, verlassen aber 8 Mal als Verlierer den Platz. Das reicht nicht aus, um die Spielberechtigung für die Gauliga 6 (Mitte) zu behalten.

Mit dem Bau der Häuser in der Feldwiesenstr. findet das Baugeschehen im Ellernblock seinen Abschluss.

 

 


01.09.

 


Der Zweite Weltkrieg beginnt. Die Deutsche Wehrmacht überfällt ohne Kriegserklärung Polen. England und Frankreich erklären am 03.09. Deutschland den Krieg. Es beginnt die Rationierung von Lebensmitteln und einer Reihe von Gebrauchsgütern (Lebensmittelkarten). In den Betrieben wird die Arbeitszeit verlängert, Lohnerhöhungen entfallen und die Lohnsteuer wird erhöht.

Der Luftschutz wird aufgerufen. Die Verdunkelung beginnt.

Die Schule fällt bis zum 10.09.1939 aus.

Da nun auch in der Turnhalle der Radeweller Schule Getreide eingelagert wurde, musste der Ammendorfer TV seinen Trainingsbetrieb einstellen.

 

 


02.09.

 


Durch Verordnung wird in Deutschland das Abhören ausländischer Sender verboten und unter Strafe gestellt.

 

 


09.09.

 


Früh 4°° Uhr wird der erste Fliegeralarm ausgelöst.

In den nächsten Wochen werden rund um Ammendorf zur Fliegerabwehr 2-cm Kanonen in Stellung gebracht.

Die Autobusse erhielten im Straßenbahndepot neue Unterstellmöglichkeiten, die alte Kraftwagenhalle wurde abgerissen.

 

 


17.09.

 


Der Kreisgruppenvorsitzende des Kaninchenzüchterverbandes Karl Schmiedel überreicht an die Ehrenmitglieder des Ammendorfer Kaninchenzüchtervereins „Fortschritt“ (G6) Paul Rohte, Friedrich Jentsch und Hermann Pitschke die Ehrennadel für 25-jährige züchterische Arbeit. 

 

 


25.09.

 


Ausgabe der Reichslebensmittelkarte.

 

 


02.11.

 


Der Ammendorfer TV rief die Turnkameraden zur ersten Kriegsturnstunde in den Saal des Goldenen Adlers. Immerhin 18 Turnerinnen und Turner fanden sich ein.

 

 


14.11.

 


An Stelle des Bezugsscheinsystems für Spinnstoffwaren tritt die „Reichskleiderkarte“

 

 


 
1940

 


Januar

 


Extreme Kälte. An mehreren Tagen werden Temperaturen unter –20 Grad C gemessen.

 

 


Februar

 


Schließung aller Schulen wegen strenger Kälte.

 

 


08.03.

 


Veröffentlichung der Polizeiverordnung über die Kennzeichnung der polnischen Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter. Deren Kleidung muss mit einem Aufnäher (Gelber Grund mit schwarzem „P“) versehen werden.

 

 


06.04.

 


Bildung der Gemeinschaftssiedlung für Werksangehörige Die Gemeinschaftsleitung wird benannt. Ihr gehören an:

Herr Langholz, Heimstättenweg

Herr Laupitz, Leunaweg

Herr Hoffmann, Leunaweg

Herr Rheude, Siebenhufenstr.

Auf dem Gelände der „Orgacid“ wird mit dem Aufbau einer großen Abfüllanlage für Kampfstoffe begonnen. Dr. Eugen Möllney wurde im Verlaufe des Jahres 1939 zum Betriebsdirektor ernannt.

 

 


01.05.

 


Einsatz von ausländischen Zwangsarbeitern bei den Neubauten der „Orgacid“. Bis zu 500 Personen werden monatlich eingesetzt (Belgier, Bulgaren, Slowaken, Franzosen, Russen, Galizier, Spanier, Holländer, Tschechen, Italiener, Türken, Kroaten, Westukrainer).

 

 


26.05.

 


Das Hitlerjugendheim „Leo Schlageder“, neben dem Stadion wird eingeweiht.

 

 


11.08.

 


Am Jahnturnfest in Freyburg nehmen auch Sportler des Ammendorfer Turnvereins teil. Als Sieger werden Albert Popella, Otto Zimmermann, Richard Schulze und Paul Wilde geehrt.

 

 


21.09.

 


Der Meilenstein an der Ortsausfahrt (Merseburger-Straße/Weg nach Planena) wird versetzt. Er steht zwischen der Brücke über die Elster und der Brücke über die Steberske.

 

 


Herbst

 


Sperrballons und Vernebelungseinrichtungen die aufgestellt wurden, sollen die Industrieanlagen vor feindlichen Luftangriffen bewahren.

Der Pfarrvikar Josef Brockmann betreut die katholische Gemeinde. Pfarrvikar Dr. Schlütz wird Pfarrer in Güsten.

Die untere Etage der katholischen Schule muss geräumt werden und wird von der Luftschutz-Polizei ( SHD ) besetzt. Für die Bewohner der Siedlung wurden vorhandene Entwässerungsstrecken im Tagebau „von der Heydt“ als Luftschutzbunker eingerichtet. Weitere Grubenbaue wurden in der Nähe der Brikettfabrik in der Hochhalde vorgetrieben und zum „Luftschutz“ für die Bevölkerung vorbereitet.

 

 


08.11.

 


Für die Versorgungsperiode 18.11. bis 15.12.1940 erhalten die Haushalte eine Sonderzuteilung von 125gr. Kunsthonig für das Weihnachtsbacken der Hausfrau.

Bis zu diesem Jahr produzierte die Gottfried Lindner AG  Lastwagenanhänger, Güterwagen und Reisezugwagen, nun wurde das Werk auf die Kriegsproduktion umgestellt.

 


1941

 


01.01.

 


Übereignung der Siedlerstellen.

Die Doppelhälfte mit einer Kammer kostet 4.672 RM. Mit 2 Kammern kostet sie 4.776 RM.

Im Keller der Friedenschule betreibt der Lehrer Karl Kiemle eine Seidenraupenzucht, die zur Fallschirmseidenherstellung verwendet wird. Die Schüler sammeln das Laub der Maulbeersträucher als Futter in der Nähe der Schule und auf dem Ammendorfer Friedhof an der Kirche St. Katharina.

 

 


03.03.

 


In der „Friedrichstraße 8“ wird die spätere Schauspielerin Jutta Hofmann geboren. Ab 1986 ist sie als Professorin an der Hochschule für Theater und Musik in Hamburg tätig.

 

 


01.04.

 


In der Lindner AG fand ein Sonderappell zum Eintritt der Lehrlingsanwärter in die Betriebsgemeinschaft  in Verbindung mit der Freisprechungsfeier der auslernenden Lehrlinge  statt.

Programmfolge

Musik: Alte Kameraden (Marsch)

Eröffnungsworte und Ausspruch vom Führer

Gemeinsames Lied: Nur der Freiheit gehört unser Leben

Gedicht: Die Hirne erdenken, die Hände vollenden

Ansprache des Betriebsführers

Musikdarbietung: Am Lagerfeuer (Charakterstück von Siede)

Worte des Betriebsobmannes und Führergedenken

Schlußlied: Vorwärts, vorwärts schmettern die hellen Fanfaren

 

 


23.04.

 


Nach mehrmonatiger Bauzeit wird der aus Stahlbeton errichtete Hochbunker auf dem Fichteplatz fertig gestellt. Er verfügt in zwei Etagen über 309 Sitz- und 200 Liegeplätze  Dieser Bunker gewährte der Ammendorfer Bevölkerung Schutz bei Luftangriffen. Selbst einige Bombentreffer richteten keinen Schaden an. Nach 1945 wird der Bunker abgerissen. Aus Moniereisen fertigt ein Künstler den Kreuzweg an, der an einer Wand der katholischen Kirche St. Marien (Siebenhufenstraße, jetzt Alfred-Reinhardt-Straße) angebracht wird.

 

 

 


22.06.

 


Die Deutsche Wehrmacht überfällt die Sowjetunion.

Deutschland erklärt den USA den Krieg.

 

 

1942

 


01.01.

 


Übereignung der Siedlerstellen des zweiten Abschnittes der Leuna-Siedlung.

 

 


05.01.

 


In der Gottfried Lindner AG wird der Neujahrs – Betriebsappell in Anwesenheit des Gauleiters und Staatsrates Eggeling und zahlreicher Vertreter der NSdAP, der Behörden, Wehrmacht und Wirtschaft durchgeführt. Die Ansprache hielt der Betriebsführer Pg. Walter Rahm.

Im Frühjahr werden die Lebensmittelrationen gekürzt.

 

 


08.09.

 


Wahl der Leitung der Siedlergemeinschaft (Leuna-Siedlung). Ihr gehören an.

  • Herr Langholz
  • Herr Meißner
  • Herr Rheude
  • Herr Leuter
  • Herr Laupitz
  • Herr Engelhard
  • Herr Rokohl
  • Herr Schöllner
  • Herr Fricke
  • Herr Hoffmann

Der Bau- und Sparverein Ammendorf errichtet 9 und an anderer Stelle 26 Eigenheime.

Die Riebeckschen Montanwerke bauen 10 Eigenheime.

 

 


25.09.

 


Anlässlich der 2. Reichsstraßensammlung für das Kriegs-WHW fand ein Männerchor-Festkonzert im „Goldenen Adler“ statt. Es wirkten mit: Die Chorgemeinschaft des Siebenbrodtschen Männerchores, der Männergesangsverein Schkopau und ein Bläserquintett der Kameradschaft ehemaliger Militärmusiker. Die Leitung hatte Rudolf  Siebenbrodt.

 

 


Oktober

 


Die Fleischrationen pro Woche werden von 300gr. auf 350gr. erhöht. Das gilt für Erwachsene, Kinder erhalten geringere Zuteilungen.

Bei der Herbstbesichtigung der Ammendorfer Schüler wurde die erfreuliche Feststellung gemacht, dass von 232 Kindern der Mittelschule nur 15 Jungen und 15 Mädel des Schwimmens unkundig waren.

 

 


20.10.

 


Die MNZ schreibt:

„Neue Gleisschleife vor der Vollendung- Für die Berufstätigen- Anfang November Durchgangsverkehr. In Ammendorf sind auf dem Gelände Ecke  Hallesche Straße – Friedenstraße, auf dem bisher Kleingärten standen, Arbeiten zum Bau einer Gleisschleife im Gange. Gestern wurden sie an die durchgehenden Gleise der Merseburger Überlandbahn angeschlossen“

 

 


24.10.

 


Durch KdF (Kraft durch Freude) wurden für das Kriegs-WHW (Winterhilfswerk) vom Gaumusikzug des RAD (Reichsarbeitsdienst) und von einem Musikkorps der Wehrmacht zwei Platzkonzerte vor dem Rathaus durchgeführt.

 

 


26.10.

 


Die Siedlergemeinschaft Ammendorf hielt einen Kameradschaftsabend ab, mit dem eine Prämierung von einzelnen Siedlerstellen verbunden war. Der Gemeinschaftsleiter, Pg. (Parteigenosse) Langholz, konnte 47 Preise für vorbildliche Bewirtschaftung von Siedlerstellen verteilen, die vom Ammoniakwerk Merseburg (Leuna Werk) gestiftet waren.

Im Verlaufe des Jahres wurden rund um Ammendorf zur Luftverteidigung 8,8cm und 10,5cm Fliegerabwehrkanonen in Batteriestärke in Stellung gebracht. Zur Begegnung von Nachtangriffen wurden Scheinwerfereinheiten stationiert.

 

 


November

 


Die Gottfried Lindner AG wird als Muster-Rüstungsbetrieb ausgezeichnet.

Der Pfarrvikar Franz Wüstefeld betreut die katholische Gemeinde.

 

 


28.12.

 


Straßenbahnunglück zwischen Ammendorf und Schkopau. Zwei Fahrgäste werden getötet und 64 mehr oder weniger schwer verletzt.

Die Orgacid wird als „Nationalsozialistischer Musterbetrieb“ ausgezeichnet. Die Auszeichnung wird von Robert Ley durchgeführt.

Die Aktionäre der Gottfried Lindner AG strichen dicke Dividenden ein, in ihrer Marketenderei boten sie ihren Arbeitern und Angestellten Vogelfutter, Insektenvertilgungsmittel, Gesundheitstee und Ersatzseifenpulver  an.

Das 7,5 cm leichte Infanterie-Geschütz (le.I.G.18)  wurde ab diesem Jahr in der Böhmischen Waffenfabrik in Strakowitz und bei  Habämfa (Hallesche Bäckereimaschinen-Fabrik) in Ammendorf hergestellt. In einem Geschütz steckten 1200 Arbeitsstunden.

 

 

1943

 


März

 


30 000 Pflanzen und 3 000 Entenküken werden von den Siedlern bestellt, beschafft und verteilt. Organisator: Herr Meißner. 2.898 Kaninchenfelle werden von den Siedlern abgeliefert.

Die Versammlung des Kaninchenzüchtervereins „Fortschritt“(G6) musste wegen Fliegeralarms abgebrochen werden. Zurzeit sind 9 Vereinsmitglieder zum Militärdienst eingezogen.

Die Verpflegung der Zwangsarbeiter und der Kriegsgefangenen verschlechtert sich immer mehr. Wie aus vorliegenden Lagerführer-Nachrichten hervorgeht, wurden die Rationen ständig gekürzt. Für russische Kriegsgefangene war grundsätzlich nur begrenzt genießbares Fleisch zu verwenden. Selbst ein Spezialrezept für „Russenbrot“ wurde vom Ministerium für Versorgung herausgegeben. Es bestand aus:

  • 50% Roggenkleie
  • 20% ausgepresste Zuckerrübenschnitzel
  • 20% Zellulosemehl
  • 10% Mehl aus Stroh und Blättern.

Im Verlaufe des Jahres wird von der Reichsregierung eine Anordnung erlassen, die den Einsatz höherer Schüler als Luftwaffenhelfer, z.B. bei der Heimat-Flak, durchsetzt.

In Ammendorf werden die Schüler der Jahrgänge 1926/1927 zu Hilfsdiensten in der Luftverteidigung einberufen und als Luftwaffenhelfer ausgebildet. Sie tragen besondere Uniformen. In der Schule erhalten sie nur noch Unterricht in den wichtigsten Fächern (18 Stunden wöchentlich).

Die waffenfähigen Ammendorfer Männer werden zu einer „Stadtwacht“ zusammengefasst, die mit Rücksicht auf die verminderte Zahl der Polizisten für Ordnung und Sicherheit sorgt.

Im Verlaufe des Jahres verlassen 816 Waggons, beladen mit Sprühbehältern, Fliegerbomben und chemischer Munition, die Orgacid.

 

 


25.07.

 


Die „Ammendorfer Schützengesellschaft 05“ führt das Königsschießen durch. Die Veranstaltung wird nur im engsten Kreise abgehalten. Beim Schuss auf die Königsscheibe war Otto Koppe, Dorfstraße 5, der Erste.

Im Verlaufe des Jahres erhielt die katholische Kirche in der  Siebenhufenstraße den Altar aus Löbejüner Porphyr und ein schönes mittelalterliches Kreuz.

 

 

 

1944

 

 

 


Anfang des Jahres werden zur Verbesserung der Fliegerabwehr in und um Ammendorf Fesselballone stationiert.

Die „Männer-Liedertafel Ammendorf“ stellt die Probenarbeit ein. Öffentliche Auftritte erfolgen nicht mehr.

 

 


05.04.

 


Der Feldwebel Heinz Ackermann  Angehöriger des Kampf-Geschwaders 6 wird mit dem Deutschen Kreuz in Gold ausgezeichnet.

 

 


07.05.

 


Gründung einer Bezugsgenossenschaft der Siedler (Leuna-Siedlung). Der Leitung gehören an:               

  • Herr Langholz
  • Herr Rheude
  • Herr Adler
  • Herr Meinekat
  • Herr Engelhard
  • Herr Postier
  • Herr Behrendt

Seit 1933 überzog das faschistische Regime ganz Europa mit einem komplexen System an Unrechtsstätten. Neben den Konzentrations- und Vernichtungslagern waren unter Bezeichnungen wie Arbeitserziehungslager, Jugendschutzlager oder Polizeihaftlager Stätten errichtet, in denen die Lebensbedingungen kaum anders waren, als in den Konzentrationslagern. Am heutigen Tage erfolgte der erste Spatenstich zur Errichtung des Arbeitserziehungslagers Osendorf.

Von Juli des Jahres an existierte es in Osendorf in unmittelbarer Nähe der Brikettfabrik Osendorf östlich der Bruckdorfer Straße. In ihm waren Männer inhaftiert, die u.a. Waggons auf der Aschekippe der Leunawerke entladen mussten. Dieses Lager war der Staatspolizei, Unterkommando Spergau, unterstellt. Die Mahlzeiten bestanden aus Wassersuppe und Brot. Entsprechend hoch waren die Todesraten unter den Inhaftierten. Die Haupttodesursachen waren Unterernährung, Typhus, Tuberkulose und Misshandlungen durch die SS-Wächter. Insgesamt starben bis Ende des Jahres 1944 195 Häftlinge (135 Ostarbeiter, 35 Holländer, 15 Franzosen und 10 Italiener).  In Osendorf wurden die Inhaftierten als E-Kompanie bezeichnet.

 

 


29.08.

 


Der Reichsführer der Deutschen Arbeitsfront Robert Ley besucht die Giftgasfabrik Orgacid. Er besichtigt die Anlagen und hält in einer Feierstunde eine Rede an die Belegschaft des Werkes und die reichlich vertretene Prominenz der Wehrmacht und NSDAP.

 

 


06.09.

 


Auf Befehl Hitlers wird die Bildung des Volkssturmes durchgesetzt.

 

 


11.09.

 


Bombenangriff der amerikanischen Luftflotte auf Halle und Ammendorf. Das Gebiet zwischen der Hauptstr. und der Merseburger Straße ist betroffen.

In Ammendorf erhält die Sparkasse einen Bombentreffer. Die Scheune des Pfarrhauses wird ebenfalls getroffen. Der Hochbunker auf dem Fichteplatz erhält einen Bombentreffer ohne das Schaden angerichtet wird.

 

 


25.09.

 


Mit einem Erlass des Führers wird der Volkssturm ins Leben gerufen. Auf dieser Grundlage können alle 16 bis 60 Jährigen zum Kriegsdienst eingezogen werden.

 

 


Oktober

 


Die Lebensmittelrationen für Normalverbraucher betragen pro Tag:

  • Brot: 321 g
  • Fleisch: 36 g
  • Fett: 32 g

 

 


02.11.

 


Fliegeralarm: Etwa 300 Sprengbomben werden besonders auf Radewell geworfen: Wohnhäuser in der Radeweller Straße werden getroffen. Weitere Bomben fallen in den Tagebau, auf die Halde, die Brikettfabrik von der Heydt (hier wird der stillgelegte Förderturm des Untertage-Betriebes zerstört). Das Mundloch,

des für die Siedler eingerichteten Schutzraumes (in alten Grubenbauen), wird verschüttet und wird durch Ostarbeiter freigelegt. Weitere Bomben fielen auf die Chemische Fabrik Jakob und töteten Herrn Jakob, auf die Siebenhufenstraße vor das Pfarrhaus, zwischen Pfarrhaus und Kirche sowie auf den Acker zwischen Siebenhufenstr. und Bäumchenstr.

Der Gasthof Jäger in Radewell und die Bäckerei Schmidt (später Ruhr) in der  Siebenhufenstr. sowie das Haus Leunaweg 38/40 erhalten Bombentreffer. Viele Siedlungshäuser haben Schäden an den Dächern. Unzählige Fensterscheiben gehen zu Bruch. Drei Todesopfer sind in der Siedlung zu beklagen. Noch am gleichen Abend halfen 2 Kolonnen arbeitsverpflichteter Polen und Franzosen, aus Dankbarkeit, weil Pfarrer Wüstefeld Gottesdienste für sie gehalten hatte, die Bombentrichter vor und hinter der katholischen Kirche in der Siebenhufenstraße zuzuschaufeln.

 

 

1945

 


13.03.

 


Bombenangriff auf Halle. Vereinzelte Bomben treffen auch das Gebiet der Stadt Ammendorf. Es werden Häuser in der Kasseler Straße und im Buchenweg getroffen.

 

 


06.04.

 

 


Erneuter Bombenangriff auf Ammendorf. Bombenschäden entstehen in der Merseburger- und in der Hindenburgstraße (Georgi-Dimitroff-Str.), u.a. auch im Depot der Merseburger Überlandbahn, Kolonialwarenladen Ehrhardt, heute (2017) Sanitätshaus Puffpaff, Holzhandlung Hildebrandt, heute (2017) Pension Ammendorf.

In allen Ammendorfer Schulen wird der Schulbetrieb eingestellt.

 

 


10.04.

 


Infolge der Kriegseinwirkungen stellt die MÜBAG den Straßenbahnverkehr ein.

 

 


13.04.

 


Daueralarm in Halle und Ammendorf wegen der Gefahr von Tieffliegerangriffen.

9°° Uhr wird die Produktion in der „Orgacid“ eingestellt. Die Anlagen werden abgefahren.

 

 


15.04.

 


Die Wehrmacht sprengt „zur besseren Verteidigung“ die Brücken. Betroffen sind die Elsterbrücke, die Saalebrücke, die Saalebrücke der Eisenbahn, die Schaafbrücke und in Beesen die Fliese.-Die Sprengung der Eisenbahnbrücke der Kasseler Bahn am Rosengarten kann verhindert werden. Durch die Sprengungen wird auch das Dach der katholischen Schule schwer beschädigt.

 

 


17.04.

 


Die Mitglieder der KPD-Ortsgruppe Ammendorf Hans Sperling, Reinhold Bruder und Erhard Heyer schleichen sich durch die Frontlinie zu den amerikanischen Truppen. Einem Stabsoffizier schildern sie die Lage in Ammendorf und bitten um Verschonung der Stadt.

Insgesamt 515 Fliegeralarme wurden in und um Ammendorf ausgelöst.

 

 


19.04.

 


Amerikanische Truppen besetzen Ammendorf (104. US-Infanteriedivision-Timber Wolves). Kampfhandlungen fanden nicht statt.

Die „Proklamation Nr. I“ wird veröffentlicht. Sie fordert:

  • Abgabe aller Waffen
  • Ausgangssperre von 20°°- 6°° Uhr
  • Totalverdunkelung 30 Min. vor Sonnenuntergang bis 30 Min. vor Sonnenaufgang.

Durch die amerikanische Besatzungsmacht wird in der Friedenschule ein Lazarett für verwundete deutsche Soldaten eingerichtet. Der Schulbetrieb ruht. In dieser Zeit werden durch die Soldaten die in vielen Jahren von Otto Schroeter gesammelten Exponate der Ammendorfer „Heimathalle“ in Unkenntnis zerstört (zum Teil in  Übermut aus den Fenstern geworfen).

Die befreiten Kriegsgefangenen und Zwangsarbeiter, werden bis zu ihrer Rückkehr in ihre Heimatländer z.T. in der Turnhalle der Friedenschule untergebracht. Auf dem Schulhof bereiten sich die Franzosen an offenen Feuerstellen die Frösche zu, die ihnen Ammendorfer Kinder in der Aue gefangen haben.

 

 


21.04.

 


Die amerikanische Besatzungsmacht veröffentlicht eine weitere „Bekanntmachung an die Zivilbevölkerung“. Sie stellt weitere Forderungen, wie:

  • Bewegungsfreiheit für die Zivilbevölkerung nur im Stadtgebiet
  • Jede Benutzung von Privat-Pkw, Krafträdern und der Eisenbahn ohne Erlaubnis ist verboten.
  • Das Tragen von Fotoapparaten und Feldstechern sowie das Freilassen von Brieftauben wird untersagt.

Amerikanische GI‘s ziehen durch die Wohnungen und entwenden Fotoapparate, Uhren und Radios, wenn keine Kaufbescheinigungen vorgelegt werden können.

 

 


30.04.

 


Hitler verübt in der Reichskanzlei in Berlin Selbstmord.

 

 


08.05.

 


Kapitulation im sowjetischen Hauptquartier in Karlshorst durch Generalfeldmarschall Keitel, Generaloberst Stumpff und Generaladmiral von Friedeburg im Namen des Oberkommandos der deutschen Wehrmacht. Der II. Weltkrieg ist zu Ende. Die Gesamtverluste an Menschen betragen in Deutschland 10 Mio., davon rund 4 Mio. Zivilbevölkerung (Tote insgesamt 55 Mio.).

Zwischen Rosengarten und Rathaus Ammendorf nimmt die MÜBAG den Straßenbahnverkehr wieder auf. In den Ammendorfer Fabriken wird der 8-Stunden-Arbeitstag wieder eingeführt.

 

 


23.05.

 


Durch die Verhaftung des Hitlernachfolgers Dönitz und seiner Minister in Flensburg machen die Briten, der letzten gesamtdeutschen Regierung ein Ende.

 

 


Juni

 


Die MÜBAG nimmt den Straßenbahnverkehr nach Merseburg wieder auf. Allerdings war ein zweimaliges Umsteigen erforderlich. Zwischen der im Wiederaufbau befindlichen Elsterbrücke und der zerstörten Saalebrücke fuhr auf 2 km Strecke ein dort bei der Sprengung verbliebener Einzelwagen. Während jedoch die Elster mittels einer Behelfsbrücke zu Fuß überquert werden konnte, musste man über die Saale bis zum 18.11.1945 mit einer Fähre übersetzen. Über die dann errichtete Notbrücke konnte auch die Straßenbahn fahren.

 

 


08.06.

 


Sowjetische Truppen ziehen in Ammendorf ein.

 

 


01.07.

 


Die gesamte Verwaltung des Saalkreises wird von der Sowjetarmee übernommen. Im Rathaus Ammendorf wird die Kommandantur eingerichtet.

 

 


03.07.

 


Der Ammendorfer Wilhelm Wollmann wird von der Sowjetischen Militärregierung als Landrat des Saalkreises eingesetzt.

 

 


20.07.

 


Der Bürgermeister Otto Sonnenberg (NSDAP) wird ohne Ruhegeld abgesetzt. Die Gottfried Lindner AG wird enteignet und der Landesregierung unterstellt. Es wird mit der Herstellung lebensnotwendiger Waren des täglichen Bedarfs begonnen. Es werden u.a. aus Stahlhelmen Kochtöpfe produziert.

 

 


21.07.

 


Die drei Ammendorfer Kaninchenzüchtervereine G5, G6 und G448 fassen den Beschluss zur Vereinigung.

 

 


22.07.

 


Die Ammendorfer Kaninchenzüchtervereine „G5“ und „G448“ schlossen sich dem Verein „G6“ an. Im Verein arbeiten bis zu 130 Mitgliedern mit.

 

 


25.07.

 


Gründung der LDP-Ortsgruppe in Ammendorf.

 

 


28.07.

 


In der Gaststätte „Elsterstrand“ beraten Willy Schüle, Paul Schmidt, Karl FriedrichRichard Schröder, Gustav Ochse und Carl Utgenannt wie das Singen weiter geführt werden kann. In dieser Beratung wird der Grundstein  für die Neubildung des „Ammendorfer Männerchors“ gelegt.

 

 


01.08.

 


Die ersten Umsiedler aus den Ostgebieten werden in den Baracken des RAD-Lagers an der Siebenhufenstr. einquartiert. In Beesen wird in kürzester Zeit eine Behelfssiedlung errichtet. Insgesamt nimmt die Stadt Ammendorf, bei einer Einwohnerzahl von 13 700, mehr als 4 000 Umsiedler auf. Das bereitet enorme Probleme. (Wohnung, Verpflegung, Heizung, Bekleidung u.v.a.m.).

 

 


05.08.

 


Wahl der Leitung der Gemeinschaftssiedlung (124 Mitglieder). Der gewählten Leitung gehören an.

  • Herr Laupitz
  • Herr Paul Schmidt
  • Herr Wilhelm Schmidt
  • Herr Hermann Büttner
  • Herr Keitel
  • Herr Wenzel
  • Herr Selle

Weiterhin wurde eine Ackervergabekommission gebildet. Ihr gehören an:

  • Herr Laupitz
  • Herr Georg Gläss
  • Herr Behrendt

Wilhelm Schmidt wird mit der Beschaffung von Leuna-Dünger beauftragt. Es wird ein monatlicher Mitgliedsbeitrag von 40 Pfg. festgelegt.

 

 


12.08.

 


Im Goldenen Adler findet die erste gemeinsame Beratung der vereinigten Ammendorfer Kaninchenzüchtervereine statt. Die 67 Züchter, die Tiere von 14 Rassen halten, einigten sich auf den Vereinsnahmen Kaninchenzuchtverein Ammendorf G6“.

 

 


24.08.

 


Vom „Antifa Ausschuss“ wird Friedrich Gorbauch (KPD) als Bürgermeister eingesetzt. Er war wenige Wochen zuvor aus dem KZ Buchenwald zurückgekehrt.

Dem Dr. med. Franz Wolff wird in der Zeit, als er einen Kranken besuchte, sein Auto (F8 DKW) gestohlen.

Die sowjetische Kommandantur befiehlt die Vorbereitung der Wiederaufnahme des Schulbetriebes in Ammendorf.

 

 


31.08.

 


Auf Befehl des sowjetischen Militärkommandos wird die Fabrik der TH. Goldschmidt AG Ammendorf vom Befehlshaber der Fabrik, Generalmajor Schalkow, übernommen. Als Kontrollingenieur wird Ingenieur-Oberst Lenski  und als Werkdirektor Dr. Camillo Irmscher eingesetzt.

 

 


03.09.

 


Prof. Dr. Hübner unterzeichnet die „Verordnung über die Bodenreform in der Provinz Sachsen“ In Ammendorf wird kein Bauer enteignet da keiner mehr als 100 ha Land besitzt.

 

 


10.09.

 


Der sowjetische Stadtkommandant von Ammendorf gibt den Betrieben eigene Verantwortung über die Restbestände von Heeresmaterial.

 

 


01.10.

 


Es beginnt wieder der geregelte Schulbetrieb. Es wurden neue Schulbücher ausgegeben. Die Schüler der Friedenschule müssen in die Radeweller  Schule. Der Unterricht erfolgt umschichtig eine Woche am Vormittag, die nächste Woche am Nachmittag.

 

 


09.11.

 


Siedlerversammlung

Vorschläge :

  • Eine Arbeitsdienstbaracke ist als Siedlerheim zu nutzen.
  • Es sind Saatkartoffeln zu  beschaffen.
  • Der Siedler Herr Laupitz fordert die Auflösung der Gemeinschaftssiedlung und die Bildung einer separaten LEUNASIEDLUNG.

Gegen die Spaltung traten auf die Herren Behrend, Engelhard, Schmidt (Willy) und die Siedlerfrauen. Die Spaltung wurde abgelehnt.

Weitere Vorschläge waren:

  • Nutzung der Grünflächen im Heimstättenweg zum Gemüseanbau.
  • Erhöhung des Monatsbeitrages auf 50 Pfg.

Die „Rote Armee“ hat die Giftstoffe vom Gelände der „Orgacid“ ausgelagert und mit der Sprengung der Anlagen nach der Demontage der Einrichtung begonnen. Auf dem Gelände der ehemaligen „Orgacid“ wurde im „roten Haus“ die Verwaltung der Deutschen Grube eingerichtet. Später Verwaltung des VEB Braunkohlenwerk Ammendorf.

Im Chemischen Werk Ammendorf beginnt die Demontage der 1939 bis 1946 errichteten Anlagen, insbesondere die Quecksilberelektrolyse und die Leimfilmproduktion. Die Demontage wird am 03.04.1946 abgeschlossen. Der materielle Verlust beträgt 12 700 000,- RM.

 

 


15.11.

 


Der sowjetische Stadtkommandant startet die Aktion „Rettet das Kind“.

 

 


25.12.

 


Der wieder erstandene Ammendorfer Gesangsverein gibt im Lokal „Goldener Adler“ sein erstes Konzert. Diese Veranstaltung wird von 685 Gästen besucht und wurde ein voller Erfolg.

Im Schützenhaus gründet sich die Volkskunstgruppe die Schrammeln.

Die Lebensmittelration für eine Person und 10 Tage sah folgendermaßen aus;

  • 2.500 g Brot
  • 150 g Zucker
  • 150 g Nährmittel
  • 300 g Marmelade              
  • 70 g Fett
  • 150 g Fleisch

In Ammendorf nimmt die Handweberei HAWEBA die Arbeit in Räumen der Farbenfabrik Hartmann auf. Da Boxen als Zweikampfsport nach dem verlorenen Krieg von der Besatzungsmacht gemäß der Direktive 23 verboten ist, wechseln viele Amateurboxer in das Profilager. Nach Auffassung der Sowjetischen Militäradministration (SMAD) ist das Profiboxen ein Beruf in einem „freien Gewerbe“ und fällt nicht unter das Verbot.

 

 

1946

 


18.02.

 


Der „Ammendorfer Männerchor“ singt auf dem Ammendorfer Friedhof und anschließend im „Goldenen Adler“ zum Gedenken an die in den Jahren 1920/21 gefallenen Märzkämpfer Der Chor hat 52 Mitwirkende.

 

 


07.03.

 


Gründung der Freien Deutschen Jugend (FDJ) in Berlin.

 

 


10.04.

 


Die Papierfabrik Radewell wird demontiert und geht als Teil der Reparationsleistung in die Sowjetunion. Auf diesem Gelände entwickelt sich in den Jahren danach eine Firma zur Sekundärrohstofferfassung und –verwertung. VEB Kombinat Metallaufbereitung Halle. Die Firma Sleevogt & Co. beginnt mit der Herstellung von Zementdachziegeln auf dem ehemaligen Gelände des Reichsarbeitsdienstlagers in der Siebenhufenstraße. In Handarbeit werden im ehemaligen Speisesaal die Ziegel geformt und auf dem Freigelände dahinter getrocknet und bis zum Verkauf gelagert.

 

 


21./22.04.

 


Gründung der SED auf dem Vereinigungsparteitag in Berlin.

 

 


21.06.

 


Die „Freiheit“ schreibt:

„Ammendorf - Hochburg der Arbeiterbewegung
Als Geburtsjahr der Ammendorfer Arbeiterbewegung kann wohl das Jahr 1890 bezeichnet werden, in dem der Saalkreis seinen ersten sozialdemokratischen Reichstagsabgeordneten, den Gen. Kunert, stellte. Trotz aller behördlichen Schikanen, Maßregelungen und Verhaftungen konnte die Arbeiterbewegung in ihrer Entwicklung nicht gehemmt werden; sie eroberte bald das Gemeindeparlament und beherrschte bereits vor dem ersten Weltkrieg das politische Leben in Ammendorf“.

In der Radeweller Schule wird in einem Teil die „Anerkannte Mittelschule“ aufgebaut.

 

 


22.07.

 


Die Siedlergemeinschaft feiert das erste Kinderfest nach dem Krieg. 507 Kinder nehmen teil. Die Organisatoren sind die Siedler Schmidt (Willy), König und Hohlenburger.

Die Firma Gottfried Lindner AG wird SAG Betrieb (Sowjetische Aktien Gesell-schaft). Seit Juli 1945 wurden im Betrieb tausende Kleiderschränke, Tische, Betten, Kinderbetten, Leiterhandwagen, Schubkarren, Behelfsherde, Holzpantoffeln, Rucksäcke und Löffel hergestellt. Diese Sachen wurden im täglichen Leben notwendig gebraucht.

 

 


26.07.

 


Die Friedenschule führt nach dem Kriege das erste Sportfest durch.  Ca 1.500 Schulkinder nehmen daran teil.

 

 


25.08.

 


Die Arbeiter der Brikettfabriken Ammendorf, Osendorf und Bruckdorf fahren eine Sonderschicht und produzieren 674 t Braunkohlenbrikett für die notleidende Bevölkerung von Ammendorf.

 

 


04.09.

 


Die Mitglieder des Ammendorfer Männerchores wählen den Sangesbruder Fritz Buro zum 1.Vorsitzenden.

 

 


07.09.

 


Der Verlag „Freiheit“ veranstaltet im Kurt-Wabbel-Stadion ein Sportfest. Den Boxvergleichskampf gewinnt die Staffel von Ammendorf gegen die Stadtauswahl von Leipzig mit 7:3. Weitere Kämpfe führen die Ammendorfer siegreich gegen Barby und Helbra durch. Diese Wettkämpfe stehen im Widerspruch zu dem bestehenden Verbot des Amateurboxsportes, werden von der SMAD jedoch stillschweigend geduldet.

 

 


08.09.

 


Gemeindewahl in Ammendorf (19 000 Einwohner). Ergebnis:

  • SED  48%
  • CDU 21%
  • LPD  21%

 

 


21.09.

 


In der Nacht zum 22.09. läuft in der sowjetischen Besatzungszone die Geheimoperation „Ossawakin“ an. Ca. 20 000 Wissenschaftler, Ingenieure, Techniker, Chemiker, Physiker und Spezialarbeiter werden mit ihren Familien in die Sowjetunion deportiert und arbeiten dort an wichtigen Aufgaben. Das war der zweite Aderlass an wissenschaftlicher Kapazität, nachdem die Amerikaner bei ihrem Abzug schon viele Experten, Patentschriften und wissenschaftliche Aufzeichnungen mitgehen ließen.

Auf Grund der vielen Umsiedler betreut die katholische Kirche ca.4 000 Christen.

 

 


30.09.

 


Der Bürgermeister Fritz Gorbach übergibt zur Wiedereröffnung der Friedenschule den Direktoren der Knaben- und der Mädchenschule eine Urkunde mit folgendem Wortlaut:

„Die Ammendorfer Friedenschule öffnet heute, am 30.September 1946, etwa 1500 Schülern wieder ihre Tore. Sechs Jahre lang war die Schule ihrer eigentlichen friedlichen Bestimmung als Bildungsstätte entrissen und dem Kriege dienstbar gemacht worden. Dank der Fürsorge der örtlichen Stadtverwaltung wurden die Räume für Unterrichtszwecke wieder hergerichtet. Am heutigen Tage kann die Schuljugend Ammendorfs zu froher Arbeit wieder einziehen. Möge von hieraus fernerhin viel Segen für unsere Heimat ausströmen.“

 

 


20.10.

 


Kreistagswahl.

Das Wahlergebnis in Ammendorf sieht wie folgt aus:

Partei

Stimmen

SED

5920

LDP

2709

CDU

2228

VdgB (Vereinigung der gegenseitigen Bauernhilfe)

64

 

 

 


27.11.

 


Die „Tägliche Rundschau“ schreibt:

„Uhrenfabrik Silesia in Ammendorf.

In diesen Tagen nimmt in den Räumen einer Fabrik in Ammendorf (Druck und Lederfarbenfabrik) die Uhrenfabrik  „Silesia“, Genossenschaft der Uhrmacher, Gustav Beckers, aus Freiburg in Schlesien mit 130 Köpfen ihren Betrieb auf. Bis zum Beginn der Produktion wird der größte Teil der Belegschaftsmitglieder im Aufbau beschäftigt, während etwa 30 Leute in einer Großreparaturwerkstatt arbeiten, um sich das notwendige Fingerspitzengefühl zu erhalten. Das künftige Produktionsprogramm der Uhrenwerke sieht die Herstellung von Dienstuhren für Stellwerke der Reichsbahn (Uhren mit Achttagewerken), Küchen- und Bürouhren und Wecker-Uhren für Haushaltszwecke vor.“

Im Verlaufe des Jahres wurden für fünf Umsiedlerfamilien in Beesen auf dem Exerzierplatz Behelfsheime errichtet.

Der Kaninchenzuchtverein Ammendorf G6  hat jetzt 130 Mitglieder. Unter der Leitung von den Züchterinnen Frau Künzel und Frau Rückwardt wurde eine Frauenzuchtgruppe ins Leben gerufen.

 

 

1947

 


01.01.

 


Die Freiwillige Feuerwehr Ammendorf muss einen Brand im Haus der Halleschen Straße 184 löschen.

 

 


03.01.

 


Auf dem Güterbahnhof brennt ein mit Schwefel beladener Waggon. Die Freiwillige Feuerwehr Ammendorf kann den Brand schnell stoppen.

 

 


05.01.

 


Ein eisiger Winter in Zeiten der Not erhöht die Leiden der Menschen. Minus 17 Grad Celsius werden heute gemessen und es soll noch kälter werden. Viele Menschen stehlen Brikett von den Zügen, die auf dem  Bahnhof zum Abtransport zusammengestellt werden. An 65 Tagen sind Elster und Saale zugefroren.

 

 


13.01.

 


Das Elektrochemische Werk Ammendorf wird durch Erlass der Landesregierung zum Volkseigentum erklärt. Die SMAD veranlasst mit Befehl Nr. 9 die Wiederaufnahme der Produktion lebensnotwendiger Produkte.

 

 


14.01.

 


Die Lebensmittelkarte 6 entfällt. Das bedeutet für viele Menschen eine Verbesserung der Ernährung.

In der Industriestraße brennt eine Baracke. Die Freiwillige Feuerwehr Ammendorf lässt die Baracke kontrolliert abbrennen. Das Übergreifen des Feuers auf die benachbarte Baracke kann verhindert werden.

 

 


15.02.

 


Die Freiwillige Feuerwehr Ammendorf muss einen Brand in der Autowerkstatt in der Siebenhufenstraße löschen.

 

 


27.03.

 


Der vom Stadtrat gewählte Friedrich Gorbauch (SED), der als Häftling im KZ Buchenwald war, wird offiziell in das Amt des Bürgermeisters eingeführt.

 

 


03.05.

 


Die Belegschaft der „Haweba“ (Hallesche Werkstätten für Bekleidung und Ausstattung) aus der Karl-Liebknecht-Straße 8 feiert im Schützenhaus ihr Frühlingsfest. Die kulturelle Umrahmung der Veranstaltung übernahmen Künstler der Städtischen Bühnen Halle. Am Flügel der beliebte Ernst Kramer. Zum Tanz spielte die temperamentvolle Kapelle R. Schade. Inhaber der Firma Haweba ist Heinz Leubner.

 

 


Juni

 


Der Pfarrvikar der Ammendorfer katholischen Gemeinde St. Marien, Franz Wüstefeld, beginnt mit der Caritasarbeit in Halle. Später wird er zum Caritasdirektor für die südlichen Dekanate ernannt. Halle ist die Hauptumschlagstelle für die Paketsendungen. Er gründet „Umverteilerstellen“ in Dessau, Eisleben und Weißenfels. Ab 1964 war er Päpstlicher Geheimer Kämmerer, ab 1971 Päpstlicher Prälat und ab 1976 Apostolischer Protonator.

 

 


01.08.

 


Im „Goldenen Adler“ wird ein Konzert gegeben. Mitwirkende sind:

Edith Grimm (Sopran), das Städtische Orchester Merseburg und der Ammendorfer Männerchor unter Leitung von Rudolf Siebenbrodt. An der Veranstaltung nahmen 600 Besucher teil.

 

 


27.08.

 


In Nürnberg beginnt der Prozess gegen 23 Leitende Angestellte der IG Farben AG. Der Prozess endet mit der Urteilsverkündung am 30.07.1948. 13 führende Experten werden zu Gefängnisstrafen verurteilt. Unter ihnen Otto Ambros (Vorstandsmitglied, Planung der IG Farben Auschwitz), der zu acht Jahren Haft verurteilt wird. Er wurde aber bereits im Jahre 1952 aus der Haft entlassen. Die meisten der Verurteilten hatten in der BRD innerhalb kürzester Zeit wieder Aufsichtsratsposten inne. Einige von ihnen wurden mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet. Dr. Otto Ambros hatte in der Orgacid im Jahre 1939 das Nervengas Tabun zur großchemischen Produktionsreife geführt.

In der ehemaligen katholischen Schule –am hohen Holz- wird ein katholischer Kindergarten eingerichtet.

 

 


07.09.

 


Die Freiwillige Feuerwehr Ammendorf muss erneut einen brennenden, mit Schwefel beladenen Waggon, löschen.

Die Anerkannte Mittelschule Ammendorf nimmt im Gebäude der ehemaligen Mittelschule Radewell den Schulbetrieb auf. Die ersten Neulehrer werden eingesetzt.

Im Jahre 1947 wurde die Ortsgruppe Ammendorf des Demokratischen Frauenbundes (DFD) gebildet. Ihr gehörten 12 Mitglieder an u.a. Frieda Jänicke, Marie Richter, Juliane Hillebrecht, Frieda Riemer, Frieda Wenzel, Frau Göring und Frau Pitzschel. Vorsitzende: Flora Teichmann Kassierer: Frieda Wenzel. 

Der Pfarrvikar Gerhard Wagner betreut die katholische Gemeinde.

Das Rathaus wird wieder von der Stadtverwaltung genutzt.

Die ZSG Industrie Ammendorf wird im Herbst 1947 in der SAG (Sowjetische Aktiengesellschaft) Waggonbau Ammendorf gebildet. Daraus entwickelt sich die BSG Motor Ammendorf. Auf dem Hopfenberg wird ein Behelfskrankenhaus eingerichtet. Leitender Arzt ist Dr. Kühl. Diese Maßnahme ist erforderlich, weil die Anzahl der an Lungentuberkulose erkrankten Menschen dramatisch zunimmt. Richard Werner wird Pfarrer in der evang. St. Katharina-Gemeinde Ammendorf.

 

 


31.12.

 


Thomas Nattermann wird in der Regensburger Str. 137 geboren. Als Prof. Dr. rer. nat. ist er von 1989 bis 1991 an der Universität Bochum auf dem Fachgebiet Festkörpertheorie tätig. Ab 1991 Prof. für Theoretische Physik an der Universität Köln.

 

 

1948

 


01.05.

 


Der erste Rohbau für einen vierachsigen Weitstreckenpersonenwagen wird in der Waggonfabrik fertig gestellt.

Die „Anerkannte Mittelschule“ wird „Oberschule im Aufbau zu Ammendorf“. Die bisher verbotenen Kampfsportarten können wieder betrieben werden. Der Amateurboxsport kann wieder offiziell durchgeführt werden. Die Ammendorfer Boxstaffel wechselt nach Halle und trainiert in der Beesener Straße (Neuberts Gaststätte) in der SG Fichte. Sie werden Mannschaftskreismeister im Boxen mit 15:1 über Polizei Halle.

 

 


18.06.

 


Die BSG Chemie Ammendorf mit den Sektionen Fußball, Kegeln, Turnen, Gymnastik und Tischtennis wird gegründet Trägerbetrieb ist der VEB Chemisches Werk Ammendorf in der Schachtstraße.

 

 


20.06.

 


In den 3 westlichen Besatzungszonen Deutschlands wird eine separate Währung eingeführt. Das wird am 23.06. auch in den westlichen Besatzungszonen Berlins realisiert. Daraufhin ordnet die Sowjetische Besatzungsmacht am 24.06. den Währungsumtausch für die sowjetische Besatzungszone und den sowjetischen Sektor von Berlin an.

 

 


01.08.

 


Die Waggonfabrik liefert den ersten Weitstreckenpersonenwagen an die UdSSR aus. Bis zum Jahresende werden weitere 17 Waggons fertig gestellt.

 

 


20.08.

 


Die Osendorfer Schachtsiedler (Brückenstr.) treten der Siedlergemeinschaft bei.

 

 


01.09.

 


Karl Naß (SED) wird Bürgermeister in Ammendorf.

Die Freunde der Neuen Schule ( die Vorgänger der späteren Elternbeiräte ) nehmen in der Friedenschule und Radeweller Schule ihre Tätigkeit auf.

 

 


19.09.

 


Im „Goldenen Adler“ gibt der Ammendorfer Männerchor ein Konzert zum Gedenken an den von den Faschisten ermordeten Ammendorfer Gemeindevertreter Alfred Reinhardt (SPD).

 

 


07.10.

 


Die Gebrüder Bönisch, Obersteiger Pfingst und Steiger Kathe fahren im Nottagebau Ammendorf eine Höchstleistungsschicht. Sie fördern 72,5 t Rohkohle. Das entspricht einer Normerfüllung von 1090 %. Diese Kohle wird der notleidenden Bevölkerung zur Verfügung gestellt.

Der Vorsitzende des Kaninchenzuchtvereins Ammendorf G6, Otto Funke, legt sein Amt nieder. Sein Nachfolger wird Walter Tittelbach der diese Funktion bis 1952 ausübt.

 

 


25.11.

 


Nach der Übernahme der Braunkohlenbetriebe in Volkseigentum wurden durch eine Verfügung der Deutschen Wirtschaftskommission die Braunkohlenwerke Ammendorf, Neumark, Mücheln und Großkayna gebildet.

 

 


Dezember

 


Eine Kinderweihnachtsfeier wird in der Heimstättensiedlung organisiert und durchgeführt. Es wird mit der Schulspeisung begonnen: Ein Schritt zur Überwindung der größten Not.

 

 


29.12.

 


Bürgermeister Naß verabschiedet den 2-Jahrplan der Stadtverwaltung Ammendorf. Er enthält u.a. nachstehende Zielstellungen.

  • Schaffung eines Volkshauses.
  • Einrichtung eines Altenheimes.
  • Schaffung eines Landschulheimes in Wernigerode.
  • Schaffung einer Volksbücherei im Rathaus.
  • Herstellung einer Lehmbausiedlung (10 Doppelhäuser in der Siebenhufenstr.).
  • Kohlenförderung im Nottagebau Osendorf.

1. Q.       1000 t

2. Q.       1200 t

3. Q.       1200 t

4. Q.       1400 t

In beiden Jahren des Planes:

  • Hilfsmaßnahmen zur Verbesserung der Versorgung der Heimkehrer mit Bekleidung.
  • Verbesserung der Straßenbahnverbindungen für die Ammendorfer Bevölkerung.

Im Jahre 1948 baut die Waggonfabrik die ersten Breitspur-Reisezugwagen für die Sowjetische Eisenbahn.

Im Chemischen Werk Ammendorf wird der Chemiker Dr. Seidemann als Werkleiter eingesetzt.

 

 

1949

 


15.02.

 


In der sowjetischen Besatzungszone und in Ostberlin wird für alle Bürger ab dem 14.Lebensjahr der Personalausweis ausgegeben.

 

 


19.02.

 


Die Siedler der Heimstättensiedlung feiern ihr erstes Kappenfest nach dem Krieg.

 

 


18.03.

 


Die Lehrmittelfreiheit für alle Schüler in Ammendorf ist eingeführt. Damit ist Ammendorf die zweite Stadt in der sowjetischen Besatzungszone, die diese Maßnahme einführt.

 

 


12.05.

 


Die deutsche Bevölkerung wird zur Bildung der „Nationalen Front“ gegen die Bestrebungen zur Spaltung Deutschlands aufgerufen.

Im Mai wurden die HO-Läden eröffnet. Nun konnten ohne Lebensmittelkarte, aber zu erhöhten Preisen, zusätzlich Lebensmittel erworben werden.

Zum Beispiel:

  • 1kg Zucker = 24,- Mark
  • 1kg Schweinefleisch= 70,- Mark
  • 1kg Jagdwurst = 50,- Mark
  • 1kg Weizenmehl = 16,- Mark
  • 1St. Kuchenbrötchen = 0,75 Mark
  • 1 Bockwurst = 3,60 Mark

 

 


27.05.

 


Heute verstarb in Radewell der am 18.09.1879 in Trotha geborene Parteiveteran Karl Meißner.

 

 


11.07.

 


In der Lehmbausiedlung (heute Igelweg) sind in zwei Doppelhäusern die Kellergeschosse fertig gestellt.

 

 


25.07.

 


Die Straßenbahn Halle dehnt mit der Linie 14 ihr Verkehrsgebiet bis nach Ammendorf aus. Für 15 Pfg. können die Ammendorfer bis nach Trotha fahren.

 

 


21.08.

 


Kinderfest auf der Halde. Es wird eine Holztanzfläche und eine Seilbahn errichtet. Letztere wird zur Attraktion für die Kinder. Die FDJ-Organisation der Siedlung leistet in der Vorbereitung und Durchführung eine wertvolle Unterstützung für die Leitung der Siedlergemeinschaft.

 

 

01.09.

 


Die Förderung von Rohbraunkohle aus dem Nottagebau Osendorf wird von der Stadtverwaltung Ammendorf eingestellt.

Die Friedenschule schließt mit dem Waggonbau und die Radeweller Schule mit dem Braunkohlenwerk Ammendorf Patenschaftsverträge ab.

 

 


05.10.

 


Ein Jahr nach der Auslieferung des ersten Reisezugwagens aus der Waggonfabrik steht der 100. dieses Typs zur Abfahrt in die Sowjetunion bereit.

 

 


07.10.

 


Gründung der DDR.

Das Klubhaus der Waggonbauer wird im Schützenhaus Ammendorf eingerichtet. Die Gewerkschaftsbibliothek und zahlreiche Interessengemeinschaften zogen in die renovierten Räume ein. Hier probten bald 310 Mitglieder von 15 Kulturgruppen für Volksmusik, Volkstanz, Ballett; hier trafen sich Amateurfotografen und Briefmarkensammler.                         

 

 


12.11.

 


Die Freiheit schreibt:

„In der vollbesetzten Hauptwerkstatt der Grube Ammendorf in Osendorf wurde am Mittwochnachmittag die Delegation der Ruhrbergarbeiter, die aus Anlass des „Tages der Aktivisten“ in Sachsen Anhalt weilte, feierlich verabschiedet. Der Betriebsleiter, Kollege Gerhard Bönisch, betonte in seiner Ansprache, dass die Bemühungen der Werktätigen um die Erfüllung und Übererfüllung des Zweijahrplanes ein Hilfebeitrag auch für die Ruhrkumpel im Kampf um die Einheit Deutschlands seien.“

Ein Ruhrkumpel sagte:

„Wenn es Herr Adenauer für Hochverrat hält, dass sich Deutsche mit Deutschen zusammenfinden, dann wollen wir gern Hochverräter sein.“

 

 


17.11.

 


Die Siedlergemeinschaft der Heimstättensiedlung schließt sich auf Beschluss der Mitgliederversammlung der „Vereinigung der Kleingärtner und Kleintierzüchter“ an.

 

 


17.12.

 


Weihnachtsfeier der Siedler der Heimstättensiedlung.

Im Jahr 1949 war die Mitgliederstärke der DFD-Ortsgruppe auf 51 angestiegen. Die Bildung von Untergruppen war erforderlich. Somit wurde auch eine DFD-Gruppe Siedlung (später 99, 100 und danach 203) ins Leben gerufen.

Vorsitzende: Frieda Riemer,

Stellvertr.: Frieda  Jänicke

Kassierer: Frieda  Wenzel 

Gerhard Karbow wird Pfarrer in Beesen, er bleibt bis 1971. Danach ist die Stelle bis 1978 unbesetzt.

Im Verlaufe des Jahres wurde von der fortschrittlichen Jugend Ammendorfs in der Regensburger- Straße (gegenüber der Radeweller Schule) eine Gedenktafel, für den am 28. März 1921 von der Hörsing-Polizei ermordeten 15-jährigen Lehrling Karl Meißner angebracht.

Der Ammendorfer Gerhard Bönisch wurde für seine Verdienste um den Braunkohlenbergbau mit dem  Nationalpreis der DDR - III. Klasse - für Wissenschaft und Technik ausgezeichnet.