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Zeittafel von Ammendorf

1900 bis 1999

 


1900

 


01.01.

 


Das Bürgerliche Gesetzbuch tritt in Kraft (BGB).

Die Kutschenfabrik „ Gottfried Lindner“ wird nach Ammendorf verlegt.

Ein Unglück in der Regensburger Straße (ein Zug stößt mit einem Pferdefuhrwerk zusammen) führt dazu, dass die Straße unter der Eisenbahnstrecke durchgeführt wird.

Die Mühle wird von Herrn Voigt aus Tangermünde wieder aufgebaut

Die AEG Berlin beginnt mit dem Bau der Straßenbahnlinie Halle- Merseburg im Abschnitt Artilleriekaserne Halle- Ammendorf und dem Betriebsbahnhof Ammendorf.

 


1901

 


27.05.

 


Weihe der provisorischen Notkirche im Garten des Grundstückes Siebenhufenstraße 2. mit der Namensgebung „Maria von der immerwährenden Hilfe“. Diese Kirche wurde auf einer Grundfläche von 16 mal 8 m errichtet. Vikar August May betreut die katholische Gemeinde. (Radewell, Osendorf, Burg, Ammendorf, Beesen, Planena, Döllnitz, Lochau, Burgliebenau und Schkeuditz) in den Jahren 1909 bis 1914 durch Vikar Rhode und 1914-1917 durch Vikar  Kirchberg.

Es entsteht der „Arbeitergesangsverein Ammendorf“. Ein gemischter Chor.

Am 20.Gauturnfest in Merseburg nehmen 22 Ammendorfer Turner teil.

An der Ammendorfer Schule wird der östliche Flügel angebaut. Kosten 16 000 M.

Alfred Nitter eröffnet in der Poststraße in Radewell das Gasthaus und Gartenlokal zum „Deutschen Kaiser“.

 


1902

 


15.03.

 


Nach der landespolizeilichen Abnahme wird der Straßenbahnverkehr zwischen Halle und Ammendorf eröffnet.

Die Chemische Fabrik „ Julius Jakob“ (Siebenhufenstr.), die Stärkefabrik „ Friedrich Drucklauf" (Schachtstr.) nehmen ihre Tätigkeit auf.

 

 

 


14.04.

 


Der Straßenbahnverkehr nach Schkopau wird vor der Gaststätte „Zum Elsterthal“ feierlich eröffnet.

 

 

 


10.05.

 


Die Überlandbahn Halle-Merseburg (MÜBAG) wird eröffnet. Die Strecke ist 15 km lang. Der Fahrpreis Halle – Merseburg betrug 40 Pfennige. Die Zahlgrenzen lagen am Rosengarten (Stadtgrenze Halle), am Gasthof „Zum Elsterthal“ in Ammendorf und in Schkopau an der Gaststätte „Zum Deutschen Kaiser“

Eduard Dittrich beging sein 30 jähriges Amtsjubiläum als Gemeindevorsteher von Ammendorf.

 


1903

 

 

 


In diesem Jahr gab es in Ammendorf schon 15 Straßennamen (Bahnhofstraße, Beesener Straße, Elsterstraße, Feldstraße, Hallesche Straße, Hauptstraße, Hopfenberg, Kurze Straße, Lange Straße, Lindenstraße, Mittelstraße, Schachtstraße, Schulberg, Talweg und  Wörmlitzer Straße.

Die Radeweller Kirche wird renoviert. Dabei wird der aus der Gründerzeit stammende Taufstein entfernt.

Die beiden Gebäude der Radeweller Schule werden mit einem Zwischenbau verbunden. Die Seite zur Straße erhielt auf der Fassade eine auffällige aber schöne Sonnenuhr. Nun konnte der Schulbetrieb in der alten Schule eingestellt werden.

Die Eisengießerei „E. Chr. Prinzler“ (Grauguß in Stücken bis 30 t, 3 Kupolöfen mit 12 t Guß pro Stunde; 200 Arbeiter) entsteht Der Standort ist in der heutigen „Horst-Heilmann-Str.“.

Die Fabrik Gottfried Lindner beginnt mit der Fertigung von Güter- und Personenwagen für die Eisenbahn. In den Jahren zuvor wurden bereits elektrische Straßenbahnen gefertigt.

 


1904

 

 

 


Die Ammendorfer Seilfabrik GmbH
(Eisenbahnstr.) geht in Betrieb.

In der Eisenbahnstraße nimmt die Kesselfabrik „Leo Feger & Co GmbH“ die Produktion auf.

Der TV Ammendorf zählt 22 Turner und 5 Zöglinge.

 


1905

 

 

 


Gründung der „Gebrüder Hartmann Chemische Fabrik Halle-Ammendorf“(Druckfarben, Merseburger Straße). Sie übernahm das Gebäude der Fabrik für chemische Düngemittel, die in den 70er Jahren entstanden war und zuletzt Schulze & Schreiner gehörte.

Die Ammendorfer Kirche erhält eine Orgel mit 15 Registern.

Der Tagebau „Hermine-Henriette“ (heute Osendorfer See-Kanu-Stützpunkt) wird erneut durch das Hochwasser des Reidebachs geflutet. Nachdem die Wässer gehoben wurden und die Aufräumungsarbeiten abgeschlossen waren, wurde ein 96 m langer, 1,25 m breiter und 4 m hoher Hochwasserschutzdamm errichtet.

Die Wehrpflicht wird auf zwei Jahre festgesetzt.

Auf dem Radeweller Friedhof, der eine Größe von 20 ha besitzt, findet die erste Beisetzung statt.

Die Turnwarte Hermann Valentin und Arthur Möbus und einige andere Sportler des TV Ammendorf  fahren nach Altenburg zum 8. Kreisturnfest.

Die Wagen- und Waggonfabrik Gottfried Lindner wird in eine AG umgewandelt.

Eduard Dittrich legt das Amt als Gemeindevorsteher altershalber nieder. Im Rahmen der offiziellen Verabschiedung, an der der Königliche Landrat von Krosigk teilnahm, wurde E. Dittrich zum Ehrenbürger von Ammendorf ernannt. Nach E. Dittrich wird Oberwachtmeister a. D. Leutnant Reinhardt Gemeindevorsteher in Ammendorf.

 


1906

 

 

 


Auf der Grube „von der Heydt“ wird mit dem Abbau der Kohle im Tagebau begonnen.

25 Turner des TV Ammendorf nehmen am 22.Gauturnfest in Keuschberg-Dürrenberg teil. In der Septemberversammlung des TV werden von Gustav Große die Sieger geehrt.

Ihre Namen sind nicht mehr bekannt.

 

 


20.11.

 


Bei der Tieferlegung der Toilettengrube auf dem Grundstück des Frisörs Leibner in der Regensburger Straße, in Osendorf, wurde ein Fränkisches Skelettgrab (Ende des 5. Jahrhunderts) gefunden. Als Grabbeigabe wurde ein Schmuckstück aus Weißmetall geborgen.

 

 


Dez.

 


Die Tagesanlagen der Grube „von der Heydt“ wurden modernisiert. Es wurden ein neues Kesselhaus und eine elektrische Kraftzentrale errichtet und der Grubenbahnhof vergrößert.

Im Verlaufe des Jahres nahm Otto Schroeter in Beesen seine Tätigkeit als Lehrer auf.

Die Badeanstalt Bad Elstermühle im Mühlweg ist  im Sommer und im Winter in Betrieb. Angeboten werden Fluss-, Wellen-, Wannen-, Brause-, Sol- und  medizinische Bäder aller Art.

 


1907

 


25.01.

 


Reichstagswahl.

Das Wahlergebnis sieht wie folgt aus (Angabe in Stimmen):

 

 

Bürgerliche

Sozialdemokraten

Ammendorf

263

375

Beesen         

109

181

Planena

10

11

Radewell (Burg)

109

323

Osendorf

34

206

Summe

525

1096

%

32

68

 

 

 

 

 


Die Hauptkanalisierung mit einem Netz von 10 km Länge wird gebaut. Bis zum Jahr 1911 entstehen auch Kläranlagen für Industrie- und Wirtschaftsabwässer.

Teichmanns Restaurant mit Weinstube, Cafe´ und Hotel wird eingeweiht.

In Kanena findet das 1. Bezirksturnfest statt. Der Turnverein Ammendorf stellt 22 Teilnehmer, davon 8 Wettkämpfer. Als Sondervorführung turnt eine Barrenriege des Vereins.

Otto Wilde, Johannes Möbus und Otto Freitag kommen als Sieger heim. 

An der Ammendorfer Schule wird die nördliche Verlängerung (heute linker Flügel) angebaut. Baukosten 40 000 M. Hier wird die Fortbildungsschule untergebracht (später Gewerbe- oder Fachliche Berufsschule).

Die Firma Drucklauf errichtet eine Dextrinfabrik und vergrößert 1912 die Stärkefabrik.

In Beesen wird der Fußballverein „Germania Beesen 07“ gegründet. Später gibt es noch den Verein „Vorwärts Beesen“.

 

 


12.09.

 


Die „Saale Zeitung“ schreibt:

„Aus Ammendorf. Gestern verstarb hier plötzlich im Alter von 71 Jahren der frühere Gutsbesitzer und Gemeindevorsteher Eduard Dittrich. Er war der letzte Gemeindevorsteher, der dieses Amt ehrenamtlich verwaltete.  Über ein volles Menschenalter vom 14. Dezember 1872 bis zum 1.April 1904 stand er mit klarem Blick und großem Verständnis der Gemeindevertretung vor. Unter seiner Amtstätigkeit hat sich Ammendorf von dem kleinen unbedeutenden Dorfe mit 300 Einwohnern zu dem blühenden, 3 000 Seelen zählenden Vororte entwickelt. Hand in Hand mit der Entwicklung Ammendorfs ging seine Umwandlung zum Industrieort. Die meisten und größten industriellen Betriebe sind während der Amtsperiode Eduard Dittrichs erstanden. Die Erschließung neuer Straßen, die Versorgung Ammendorfs mit Wasserleitung, Erbauung der Fernbahn Halle – Ammendorf – Merseburg sowie die Versorgung der Wohnhäuser mit elektrischem Licht fallen ebenfalls in diese Zeit. Der Verstorbene hat sich somit um den Aufschwung Ammendorfs große Verdienste erworben. Die Gemeinde erkannte dies auch dankbar an, indem sie ihren langjährigen Gemeindevorsteher bei seinem Ausscheiden aus dem Amte zu ihrem Ehrenbürger ernannte. Gemeindevorsteher Dittrich war auch sechs Jahre lang als Kreisausschussmitglied für das Wohl seiner Gemeinde tätig. Die Ammendorfer Liedertafel zählte ihn zu ihren Ehrenmitgliedern. Der alte joviale Herr war überall geachtet und beliebt. Sein Andenken wird allezeit in Ehren gehalten werden. Er war Träger des „Allgemeinen Ehrenzeichens mit Kreuz“.

 

 


02.10

 


22 Uhr 20 entstand im Stallgebäude der Broihanschenke in Ammendorf,  Beesener Straße, ein mittelschweres Schadenfeuer. Durch das schnelle Eingreifen der Freiwilligen Feuerwehr Ammendorf und der wenige Minuten später eintreffenden Fabrikfeuerwehr der       Gottfried Lindner AG wurde verhütet, dass der Brand sich weiter ausdehnte. Bei den Löscharbeiten wurde der 30jährige Ammendorfer Reinhold Liebig am linken Arm verletzt.

 


1908

 

 

 


Eine große und eine kleine Glocke für die Radeweller Kirche werden gegossen.

20 Turner, darunter 10 Wettkämpfer, des TV Ammendorf  fahren zum Gauturnfest nach Lauchstädt. Arthur Möbus, Alfred Bieder, Fritz Opfermann und Otto Freitag sind erfolgreich.

 

 


August

 


Es fand ein Sommerturnen in Ammendorf statt. An ihm nahmen teil der Allgemeine TV Halle, TV Döllnitz, Radewell, Osendorf und Delitz a.B. Diese Veranstaltung wurde nun fast alljährlich unter dem Namen Abturnen mit den aufgeführten Vereinen durchgeführt. Meistens wurde aber der Tag des Erntedankfestes dazu festgelegt.

Radeweller Rohpappenfabrik GmbH (Bäumchenstr.,  jetzt Jonny-Scheer-Str.) nimmt ihre Tätigkeit auf.

 

 



1910

 


Februar

 


Der TV Ammendorf  feiert in Gaudichs Lokal sein 25-jähriges Bestehen. Das Fest verlief in schönster Harmonie und erstreckte sich über zwei Tage. Die z.Z. in Ammendorf bestehenden  zwei Gesangsvereine  trugen zum Gelingen des Festes bei. Der TV hat jetzt 61 Mitglieder ( 47 Turner, 12 Zöglinge und 2 Ehrenmitglieder ).

Das legendäre „Bäumchen“ wird im Rahmen der Vorfeldberäumung des Tagebaues „von-der-Heydt“ gefällt. Aus dem Stamm der Ulme drechselt der Ammendorfer Stellmacher Schröder zehn Urnen. Einen Teil des Stammes erhielt der Ammendorfer Heimatforscher Otto Schroeter den er dann später in der Ammendorfer Heimathalle (ein Raum in der Friedenschule) ausstellte.

Julius Karl Balthasar (geb. 1868) wird Pfarrer in Ammendorf. Er tritt auch als Organist, Pianist, Komponist und Herausgeber geistlicher und weltlicher Musik hervor.

 

 


30.05.

 


Der Zeppelin III überfliegt als erstes Luftschiff Ammendorf.

Im Sommer vernichtet eine Feuersbrunst die Mineralölfabrik in Osendorf. Der Brand entstand vermutlich durch Selbstentzündung. Die Fabrik wurde wieder aufgebaut. 

 

 


26.11.

 


In einer Reichstags-Ersatzwahl –im Wahlkreis Halle/Saalkreis ist für den verstorbenen Abgeordneten Karl Schmidt ein Nachfolger zu wählen. Die Wahl gewinnt Fritz Kuhnert (SPD).

Die Grube von der Heydt erzielte in diesem Jahr folgendes Produktionsergebnis:

  • Rohkohleförderung: 415 190 t
  • Brikett: 49 572 t
  • Nasspresssteine: 4 162 t

Vom Bezirksturnfest kehrten die Ammendorfer Turner Fritz Opfermann und Hermann Schröter als Sieger heim.

Die Gasanstalt Ammendorf  (Kanenaer Str., jetzt Tiefe Str.) beginnt mit der Produktion.

 

 


11.05.

 


Großfeuer im Elektrochemischen Werk Ammendorf. Durch Kurzschluss oder Explosion war in den Kellerräumen des Magazins Feuer entstanden. Die Fabrikfeuerwehr und die Wehr der Grube „von der Heydt“ waren mit mehreren Schlauchlinien schnell zur Stelle. Die Explosion  von stählernen Wasserstoffflaschen, die unter lautem Knall in bedeutender Höhe mehrere hundert Meter weit fort flogen und Dächer der umliegenden Betriebsgebäude  zerschlugen sowie einstürzende Gebäude brachten zusätzliche Gefahren für die Löschmannschaften. Erst nach ca. 12 Stunden war die Gefahr der Brandausbreitung gebannt. 8 Wehren mit 12 45er Schlauchlinien waren im Einsatz. Die Mannschaften vom Feldartillerie-Regiment Nr.75 brauchten nicht mehr in Tätigkeit zu treten. Nach dem Abrücken der Wehren übernahm die Freiwillige Feuerwehr Ammendorf die Brandwache. Der Schaden betrug wenigstens 150.000,- Mark.

 

 


01.07.

 


Ammendorf erhält sein erstes Kino, das „Helios-Theater“, in der Halleschen Str.1a (heute Merseburger Str. 450).Gründer und Besitzer: Rudolf Lange.

Die Zeitung schrieb:

„In der Saalkreisgemeinde Ammendorf öffnete das Helios-Theater seine Pforten, und zwar jeweils Freitag bis Sonntag.“

Im gleichen Haus betrieb Rudolf Lange noch ein Fahrrad- und Nähmaschinengeschäft. Mit dem aufkommenden Tonfilm eigneten sich die Räume nicht mehr für die Filmvorführungen und die Familie Lange richtete im ehemaligen Tanzsaal des Cafe Kluge ein neues großes Kino (250 Plätze) die Central-Lichtspiele Ammendorf ein. Dieses Kino wurde Ende der 50er Jahre geschlossen. Der Kinosaal wurde zu einem Lagerraum umfunktioniert.

 

 


21.08.

 


Im „Bad Elstertal“( der späteren Mühle) trafen sich 23 Jünglinge und schlossen sich zum  Ammendorfer Fußballclub 1910 (A. F. C. 1910) zusammen. Als Vorsitzender wurde ein Herr Müller, als Gerätewart Paul Zwarg und als Kapitän Hermann Voigt gewählt. Der Pächter des Rittergutes Beesen stellte eine Schafweide am neuen Saugraben als Spielfeld zur Verfügung. Das erste Spiel wurde gegen Döllnitz mit 4:1 gewonnen.

 

 


03.10.

 


Die „Saale-Zeitung“ meldet:

„Der Beckersche Flugapparat wurde von Halle nach hier gebracht, um in den nächsten Tagen auf dem Artillerie-Exerzierplatz ausprobiert zu werden. Es handelt sich nicht um einen Gleit- sondern um Flugversuche, da der 40pferdige Motor bereits eingebaut ist.“

 

 


19.10.

 


Die „Saale-Zeitung“ schreibt:

„Am Vortag stürzte bei böigen Winden auf dem Exerzierplatz in Beesen ein Eindecker ab. Nach einem kurzen Anlauf von 30-40 Metern erhob sich der Apparat auf eine Höhe von zehn Metern, als eine starke Böe einen Überschlag und damit den Absturz verursachte. Das Flugzeug wurde völlig zertrümmert. Der Pilot Reinhold Becker wurde nur leicht verletzt.“

An der Ammendorfer Schule unterrichten 3 Lehrerinnen und 10 Lehrer.

 

 


01.12.

 


Die „Elstertaler Zeitung“ schreibt:

„Die Ammendorfer Bluttat vor Gericht. Das Schwurgericht in Halle verhandelte gegen den Steineträger Albert Opitz und den Arbeiter Friedrich Behrendt. Den Angeklagten wird zur Last gelegt in der Nacht zum 07.08.1910 den Arbeiter Bojko beraubt und getötet zu haben. Dieser Raubmord geschah auf dem Feld in der Nähe der Gasanstalt. Beide Angeklagten wurden schuldig gesprochen. Opitz wurde zum Tode und Behrendt zu 4 Jahren Zuchthaus verurteilt.“

 

 


06.12.

 


Der evangelische Frauenverein Ammendorf
führt in Teichmanns Hotel einen Basar durch. Der Erlös wird den Ortsarmen und der Krankenpflege zugutekommen. Es werden die verschiedensten weiblichen Handarbeiten zum Verkauf angeboten.

Die Hufeisen- und Federfabrik in der Siebenhufenstr hat die Produktion aufgenommen. Nach 1945 entsteht auf diesem Gelände ein Betriebsteil des VEB Polstermöbel Halle.

Im Verlaufe des Jahres wurde gegenüber der Broihanschenke und zwar zwischen der Linden- und der Alten Heer-Straße eine Schrebergartenanlage geschaffen.

Im Verlaufe des Jahres wurde die Trinkwassergewinnung in der Elsteraue von Sickerleitungen auf Brunnen und Hebeanlagen umgestellt.

 


1911

 


24.02.

 


Schadensfeuer- es brannte das Kesselhaus der Dallschen Firniss-und  Lackfabrik. Durch Überlaufen des Kessels war die ölige Masse in Brand geraten. Die hiesige Feuerwehr war schnell zur Stelle und verhinderte größere Schäden. Die von Beesen und Radewell anrückenden Spritzen brauchten nicht in Aktion zu treten. Der Schaden ist wohl beträchtlich, doch ist er durch Versicherung gedeckt.

 

 


21.05.

 


Der Kaninchenzüchterverein „G 6  Ammendorf“ wurde gegründet. Der Zweck des Vereins ist: Förderung der Kaninchenzucht unter besonderer Berücksichtigung derselben in volkswirtschaftlicher Beziehung. Die Versammlung fand in Radewell im Lokal „Deutsche Eiche“ statt. Gründungsmitglieder waren die Herren Härtling, Werner, Pitschke, Engelhardt und Jentsch. Der Name des Vereins: „Fortschritt“. Mit Einführung der Kennzeichnung der Kaninchen durch das Tätowieren erhielt der Verein das Tattoozeichen „G6“, das er auch heute noch führt. Nach kurzer Zeit hatte der Verein bereits eine Mitgliederstärke von 30 Züchtern erreicht.

Zur Verbindung der Tagebaue Hermine Henriette III ( Lochau ) mit dem Tagebau Hermine Henriette II (Osendorf) wird eine Kettenbahn errichtet. Vom Tagebau Hermine Henriette II zur Brikettfabrik Osendorf wird eine Seilbahn zur Kohleversorgung gebaut.

Im Turnverein Ammendorf wird im Monat Mai eine Spielabteilung gegründet. Hier wird recht erfolgreich Faustball gespielt. Die am Fußballspiel interessierten Mitglieder des Turnvereines wechseln zum Ammendorfer Fußballklub 1910.

 

 


Juni

 


Im Verlaufe des Monats wird in Ammendorf der Ausschuss für Jugendpflege gegründet. Bei dieser Gelegenheit tauchte zum ersten Mal der Gedanke auf, eine Turnhalle zu bauen. Es sollte aber noch viel Wasser die Elster hinunter fließen bis der Bau realisiert wurde.

 

 


20.07.

 


1. Spatenstich zum Bau des Feuerwehrdepots in Ammendorf am Schillerplatz. Den Bau führte die Firma I. C. Möbus aus. Ihr Kostenvoranschlag betrug 9 292,63 M und war um 128,37 M günstiger als der Kostenvoranschlag der Firma Friedrich. (ebenfalls aus Radewell).

Am Gauturnfest, das in Könnern durchgeführt wurde, nahmen 27 Ammendorfer Turner teil Arthur und Johannes Möbus waren Sieger der 1. Stufe. Hermann Schröter, Reinhold Opfermann, Hermann Börner und Wilhelm Möbus siegten in der 2. Stufe.

 

 


08.10.

 


Feierliche Übergabe des Feuerwehrgebäudes am Schillerplatz (heute Elsterstr.) an die Freiwillige Feuerwehr Ammendorf. Die Bauzeit betrug 79 Tage.

Die hallesche „Fabrik landwirtschaftlicher Maschinen F. Zimmermann & Co AG“ erwirbt in der Eisenbahnstraße ein Gelände von 43 000qm, von denen 12 000qm bebaut werden. Es entsteht ein Holz- und Maschinenlager.

In Radewell wird die elektrische Straßenbeleuchtung eingeführt.

Die Sächsisch-Thüringische Braunkohlen AG wird von den C. A. Riebeck‘schen-Montanwerken übernommen. U.a. mit der Grube von der Heydt und die Zeitzer Paraffin-u. Solarölfabrik mit den Gruben Hermine-Henriette I und II.

Der Merseburger Besitzer einer Chauffeurschule und Besitzer eines Lohnfuhrwerk- Betriebes Georg Lauer baute am Südrand der Fliegerschule Beesen eine Fahrzeughalle und begann in eigener Konstruktion Flugzeuge zu entwerfen, zu bauen und Flugversuche zu unternehmen. Die bekanntesten Lauer-Konstruktionen waren der Eigenbau-Eindecker „Dädalus“ und der Doppeldecker „LII“. Mit seinem Eindecker „Dädalus“ machte er erfolgreiche Flüge über Beesen, Ammendorf und Merseburg.

 


1912

 


12.01.

 


Reichstagswahl.

 

 

Konservative

Freisinnige

Sozialdemokraten

Ammendorf

44

245

571

Beesen

46

49

269

Planena

7

2

11

Radewell (+Burg)

32

69

468

Osendorf

9

25

319

Summe

138

390

1638

 

6 %

18%

76%

 

 

 


22.02.

 


Der Hallenser Diplom Ingenieur Karl Grulich (Flugzeugkonstukteur bei den Harlan Flugzeugwerken), der bereits im Jahre 1911 mit seinem Harlan Eindecker  Sieger bei den Johannistaler Flugwochen wurde, schaffte mit zwei Passagieren an Bord seines Eindeckers einen Dauerflugweltrekord von zwei Stunden und zwei Minuten. Drei Tage später flog er mit drei Fluggästen eine Stunde und 30 Minuten.

 

 


04.04.

 


Auf dem Exerzierplatz in Beesen wird die erste Fliegerschule der Region Halle durch den Motorflieger Wilhelm Münster eröffnet. Der Schulbetrieb wurde mit einer in Frankreich gekauften „Demoiselle“ (Eindecker Konstruktion) durchgeführt. Dieser Flieger war eine Konstruktion, des in Paris lebenden brasilianischen Flugpioniers Albero Santos-Demont. Damit entstand in Halle und Umgebung der erste Flugplatz. Dieser Flugplatz bestand bis 1914.

Die Gutswindmühle in Beesen wird abgetragen (Mühlberg).                                       

 

 


Mai

 


Die „Körnerlinde“, die in Radewell in der Hauptstr. (heute Regensburger Straße) stand, (in der Nähe des Rudloff‘schen Gutes) wird durch einen Gewittersturm stark beschädigt.

Das Schützenhaus (später Klubhaus der Waggonbauer) wird vom Schützenverein Ammendorf 1905 als Versammlungs- und Vergnügungslokal errichtet. Das Grundstück umfasste eine Fläche von 7 Morgen. Auf diesem Gelände befanden sich große Spielflächen für Tennis und Turnen sowie eine Wiese für die alljährlichen Schützenfeste in Ammendorf. Der Bauherr Herr Ackermann, ließ neben den Schießständen einen Fußballplatz errichten. Dies wurde die Sportstätte des AFC 1910. Am 1.Pfingstfeiertag wurde der Platz mit einem Fußballspiel gegen Hohenzollern Weißenfels eingeweiht. Das Spiel endete 1:1. Die Platzeinnahmen betrugen 14,50 M.

Mitte Mai startet der Automobilfabrikant und Pilot Richard Lauer mit seinem Eigenbau Eindecker „Dädalus“ zu erfolgreichen Flügen über Beesen und der Ammendorfer Flur.

Vikar Philipp Kirchberg betreut die katholische Gemeinde.

Der Kaninchenzüchterverein „Fortschritt“ hatte sich im Verlaufe des Jahres dem „Bund Deutscher Kaninchenzüchter“ angeschlossen.

 

 


30.05.

 


Die Presse schrieb:

„Unter heftigen Geknatter des Motors ging am Donnerstag, abends gegen 7 Uhr der Ingenieur Lauer von den Flugzeugwerken Lauer GmbH Merseburg vom Start. Nach etwa 20 Meter Anlauf erhob sich die Flugmaschine von der Erde und schwebte nach einigen Minuten in ganz beträchtlicher Höhe. Alle Zuschauer waren entzückt und hocherfreut von der Entschlossenheit des Führers, wie er seine Flugmaschine in der Gewalt hatte. Jede Wendung, jede Steigung, alles nahm der Ingenieur Lauer mit solch großer Geschicklichkeit und Sicherheit, dass man der unheimlich schnellen Flugmaschine unbedingtes Vertrauen entgegenbringen musste. Nachdem der Monoplan „Daedalus“, von der Ammendorfer Flur kommend, die Flughalle direkt überflogen hatte, steuerte der Führer die Flugmaschine in noch zwei Runden über das Flugfeld, bis er in ganz schräger Lage eine Kurve über der Casseler Bahn beschrieb und dann ging er, wie er es zu tun pflegt, in einem sicheren schönen Gleitflug zur Erde. Alle Anwesenden waren sehr erfreut über eine derartige Glanzleistung.“

 

 


08.06.

 


Pech hatte Richard Lauer mit seinem Gitterrumpf Doppeldecker als bei einem Flug die Steuerung versagte und er bei der Landung gegen die Bretterwand des Hangars prallte. Richard Lauer blieb unverletzt. Das Flugzeug wurde beschädigt.

Die Firma „Theodor Lehmann, Beton- und Zementwaren“ baut an einem Eisenbahnanschlussgleis eine Fabrikations- und Lagerstätte für ihre Produkte (Brückenstraße).

Der Ammendorfer Mühlenbetrieb an der Elster wird in die „Ammendorfer Mühlenwerke und Brotfabrik AG“ umgewandelt. Der Betrieb ist an der Brotversorgung des Saalkreises, der Stadt Halle und zeitweise des Kreises Merseburg beteiligt.

 

 


28.06.

 


Georg Lauer stürzte mit dem „Daedalus“ auf dem Exerzierplatz ab. Die Steuerung versagte. Durch den Sturz wurde er schwer verletzt. Die Maschine ging zu Bruch. Das Flugzeug war ein Gitterrumpf Doppeldecker LII. Noch schlechter erging es dem halleschen Elektriker Hans Hohl, der mit seiner Hohl-5 in Beesen Flugversuche unternahm Nach damaligen Presseberichten gelang es ihm nicht, sich mit seinem Eigenbau in die Lüfte zu erheben. Es soll lediglich zu einigen Sprüngen gereicht haben.

 

 


Juli

 


Eugen Spormann übernimmt die Leitung  des Betriebes in der Bahnhofstraße 16, der fortan unter dem Namen  Glückauf Apotheke firmiert.

Im Verlaufe des Jahres wird die Betriebsfeuerwehr der Papierfabrik Radewell gegründet.

Herr Haferkorn eröffnet die Gaststätte Zur Warte.

 

 


Dezember

 


Im Verlaufe der Hauptversammlung des TV Ammendorf  wurde beschlossen, eine Turnerrinnenabteilung zu gründen. Es soll mit aller Kraft für diese Abteilung geworben werden.

Beesen hat 1 603 Einwohner.

 


1913

 


26.03.

 


In den Elektrochemischen Werken ereignete sich 15 Uhr 15 ein schwerer Unglücksfall. Ein Azetylen-Schweißapparat war explodiert. Dabei wurde der 24 jährige Arbeiter Karl Christian aus Radewell getötet.

 

 


27.03.

 


Gegen 1°° Uhr brach in der Fabrik der Gottfried Lindner AG ein Feuer aus, zu dessen Bewältigung die hiesige Feuerwehr herangerufen wurde. Diese griff zusammen mit der Fabrikfeuerwehr und der Beesener Feuerwehr mit 6 Schlauchleitungen das Feuer an, das auch glücklich gedämpft wurde. Betroffen wurde das Eisenlager. Der Dachstuhl ist teilweise vernichtet.

 

 


11.04.

 


Von der Berliner Großbank „Disconto Gesellschaft“ und der AEG werden die 3 Überlandbahnen

  • Halle - Merseburg
  • Merseburg - Dürrenberg und
  • Merseburg – Mücheln                                                                                             

zur Merseburger-Überlandbahn-AG zusammengefasst.

 

 


04.05.

 


Im „Goldenen Adler“ fand der erste Feuerwehrverbandstag des Saalkreises  statt. Nach der Begrüßung der Teilnehmer aus zahlreichen Orten des Saalkreises durch den Gemeindevorsteher Oberwachtmeister a.D. Leutnant Reinhardt wurde vormittags zunächst die 1910 die Produktion  aufgenommene gemeindeeigene Gasanstalt unter der Leitung des Gasmeisters Eichner besichtigt. Dem schloss sich eine fachkundige Führung durch das ebenfalls noch neue Feuerwehrdepot an. Dabei wurden besonders die vorhandenen technischen Löscheinrichtungen bis hin zu den Feuerwehrspritzen einer gründlichen Besichtigung unterzogen. Wenige Tage zuvor, am 27.04., hatte die freiwillige Feuerwehr Ammendorf auf ihrer monatlichen Versammlung den Beschluss gefasst, die Steiger mit Laternen und die Spritzen mit Fackeln auszurüsten. Dadurch soll die Einsatzbereitschaft auch in der Nacht deutlich verbessert werden. Der eigentliche Feuerwehrverbandstag begann nach dem Mittagessen im „Goldenen Adler“ 13°° Uhr. Neben der Diskussion über kreisspezifische Feuerwehraufgaben bildeten zwei Vorträge den Schwerpunkt des ersten Verbandstages. Über die „Einsatzbereitschaft der Feuerwehr“ sprach der Lagerverwalter und zugleich Ammendorfer Feuerwehrmann Richard Gerbsteedt. Zum Thema „Was bezweckt der Kreisfeuerwehrverband“ referierte Herr Albrecht aus Roitzsch. Zum Abschluss der Veranstaltung führte gegen 16°° Uhr die freiwillige Feuerwehr von Ammendorf mit Unterstützung der Feuerwehren der Gemeinden Radewell, Osendorf und der Kolonie Rosengarten eine Angriffsübung durch. Fast die ganze Mittelstraße war laut Übungsvorgabe ein Herd der Flammen geworden. Aufgabe der Wehren war es, diesen Brand zu löschen und die angrenzenden Hausgrundstücke in den benachbarten Straßen vor jeglicher Feuergefahr zu schützen. Diese Aufgabe wurde von allen beteiligten Wehren sehr gut gelöst. Ein Abschlusskonzert der Henschelschen Kapelle aus Ammendorf verbunden mit einem Abendball bildete den Abschluss des Kreisfeuerwehrtages.

Der Vikar Josef Rhode betreut die katholische Gemeinde.

Ein Kilo Butter kostet 2,74 Mark, 1 Kilo Mehl kostet 1,90 Mark und ein Ei 8 Pfennige- bei einem durchschnittlichen Stundenlohn eines Arbeiters von 66 Pfennigen.

Nette, der Besitzer des Gutes Radewell, verkauft 390 Morgen Auefelder für 341 000 M an die Stadt Halle für das Wasserwerk.

 

 


20.07.

 


Auf dem Sportplatz in Radewell findet das 4. Bezirksturnfest statt.

Ein eiserner Laufsteg von Radewell nach Burg wird gebaut. Damit wird die Ortslage Burg bzw. Radewell bei Hochwasser ohne Kahn oder Wagen erreichbar.

In Beesen wird ein Kriegerdenkmal eingeweiht.

Zur Jahrhundertfeier der Völkerschlacht bei Leipzig brannten die Ammendorfer Turner auf dem Hopfenberg ein großes Feuer ab. Das Brennmaterial hatten die Gottfried Lindner A.G., Hoppe und Roehming und die Baufirma I.C. Möbus bereitgestellt. Der Gemeindevorsteher hielt die Feuerrede. Die Ammendorfer Jugend war in Massen erschienen.

 

 


14.09.

 


Der Zeppelin LZ 17 überfliegt Ammendorf, und der an Bord befindliche hallesche Fotograf Gottfried Riem fertigt Luftbilder an.

Neben der Chemischen Fabrik Buckau wird das „Ölwerk Hydrogen GmbH errichtet. Der Der Betrieb gab 1915 die Produktion auf. Das Grundstück und die Gebäude gingen in den Besitz der Chemischen Fabrik Buckau über.

 

 


19.10.

 


Im 100. Jubiläumsjahr der Völkerschlacht bei Leipzig wurde ein Relief zu Ehren des hier langjährig tätigen Pfarrers Friedrich David Ferdinand Hoffbauer angebracht. Den Entwurf dafür hatte Alfred Wessner-Collenbey (1873-1940) angefertigt. Die Umsetzung erfolgte durch Franz Benndorf, Inhaber einer Bildhauerwerkstatt und Grabsteinfabrik in Ammendorf.                                            

„Hier wirkte Pastor
F. D. Fried. Hoffbauer
1817-1864
Ein Führer und Held
der Freiheitskriege“

Hoffbauer war der erste hallesche Student, der schon am 13.Februar 1813 zusammen mit einer größeren Truppe gleichgesinnter Freunde die Saalestadt verließ, um in Breslau Mitglied des neu gebildeten Lützowschen Korps zu werden.

 

 


15.11.

 


Im „Goldenen Adler“ findet das VI. Stiftungsfest des Vereins „Ehemalige Kavalleristen zu Ammendorf und Umgebung“ statt. Ein Militärkonzert wird von dem Trompeterkorps des 2. Kgl. Sächs. Husaren-Reg. Nr.19 aus Grimma durchgeführt. Eine Theatervorführung und ein großer Ball schließen sich an.

 


1914

 

 

 


Die Siebenhufenstr .2  wird katholisches Pfarrhaus. Die Wohnung befindet sich im 1.Stock. Vikar Heinrich Dietz betreut die katholische Gemeinde.

 

 


28.02.

 


„Seine Majestät der Kaiser haben geruht, dem Kirchenältesten Herrn Bauunternehmer Gustav Möbus sen. hier das Verdienstkreuz in Silber zu verleihen. Herr Möbus bekleidet seit 40 Jahren ein kirchliches Ehrenamt, welches er allezeit selbstlos und mit vorbildlicher Treue in Unterstützung der pfarrerlichen Tätigkeit verwaltet hat.“

Der TV Ammendorf ist auf 85 Mitglieder angewachsen, darunter 12 Turnerinnen. Mit 30 Teilnehmern nimmt der Verein am Bezirksturnfest in Diemitz teil. Erfolgreich waren die Ammendorfer Turner Fritz Opfermann, Hermann Schröter und Richard Martin.

Am Rosengarten wurde die Merseburger Straße abgesenkt, die Eisenbahntrasse auf einen Damm gelegt und eine Brücke für die Eisenbahn errichtet.

 

 


06.06.

 


Die Eröffnungsfeier der neu eingerichteten Haushaltungsschule fand im hiesigen Schulgebäude statt. Die Beteiligung an derselben war eine recht rege. Der Gemeindevorsteher Herr Hähn eröffnete die Feier.

 

 


13.06.

 


„Der Gastwirt Bernhard Schunke erlaubt sich zur Zweihundertjahrfeier der Broihanschenke nachmittags 7 ½ Uhr ergebenst einzuladen. Es wird gebeten möglichst in Biedermeiertracht zu erscheinen.“

Am Turnfest in Freyburg nahm eine starke Ammendorfer Riege teil. Sieger waren Robert Lademann, Paul Möhring, Karl Schmidt, Richard Roth und Paul Zimmermann.

 

 


01.08.

 


Der 1. Weltkrieg beginnt.
Deutschland erklärt Russland den Krieg.

 

 


02.08.

 


Gegen 11°° Uhr wird in Berlin die Mobilmachung bekanntgegeben. Gegen 17°° Uhr kommt der Mobilmachungsbefehl auch in Ammendorf heraus. In größeren und kleineren Gruppen standen die Leute zusammen und berieten die ungewisse Zukunft.

 

 


03.08.

 


Deutschland erklärt Frankreich den Krieg und am darauffolgenden Tage erklärt England Deutschland den Krieg.

 

 


29.10.

 


Die „Männer-Liedertafel-Ammendorf“ stellt die Probenarbeit bis zum Januar 1919 ein.

Die Buchdruckerei Malok wird gegründet.

Die Firma Gottfried Lindner baut Wohnungen in der heutigen Kurt-Wüsteneck-Straße für ihre Arbeiter („Lindners Kolonie“).

In der Radeweller-Straße entstehen Wohnungen für die Arbeiter der Papierfabrik.

 

 

 

 


In den Jahren 1913 / 1914 erreichten die Ammendorfer Gruben folgende Förderzahlen:

 

Tiefbau

Tagebau

Summe

von der Heydt

226 057 t

216 857 t

42 914 t

Hermine Henriette I

 

165 441 t

165 441 t

Hermine Henriette II

41 891 t

138 040 t

19 931 t

 

267 948 t

520 308 t

788 256 t

 

 


1915

 

 

 


Pfarrer in Radewell wird Superintendent a.D. Johannes Friedrich Bodenstein.

 

 


08.04.

 


Das Brot wird rationiert. Wenige Tage später auch alle anderen Lebensmittel.

Pro Person und Woche werden zugeteilt

  • 4  Pfund Brot
  • 30 Gramm Margarine
  • 3-5 Pfund Kartoffeln
  • 50 Gramm Fleisch
  • 0,5 Liter Milch (nur für Kinder bis zu 4 Jahren)
  • 0,5-1 Pfund Mehl und Fett
  • 0,25 Pfund Zucker

Eine Hungerperiode beginnt. Die Menschen ernähren sich zusätzlich von Kohlrüben, weißen Rüben und Dörrgemüse bestehend aus Kohlrüben und Kohlblättern.

 

 


09.10.

 


Der Lallari-Sinti Josef Weinlich (mit Zigeunernamen Nauni) ist verstorben und wird in der auf seine Veranlassung errichteten Kapelle auf dem Osendorfer Friedhof in der Talstr. (heute Karl-Meißner-Str.) beigesetzt. An seiner Beisetzung nahmen viele Sinti teil. Nauni war ein in ganz Deutschland unter den Sinti bekannter und verehrter Rechtsprecher. Es war eine ergreifende Beisetzung nach traditionellen Sinti-Riten. Im Volksmund wurde nur vom „ Zigeunerkönig“ gesprochen der hier beerdigt wurde.

In Osendorf arbeiten 4 Ziegeleien, eine Braunkohlengrube, die Teerschwelerei-Paraffin- und Solarölfabrik des Adolf Riebeck Konzerns. 

In Radewell gibt es 5 Gastwirtschaften.

In Ammendorf gibt es nach hallischen Adressbuch 4 300 Einwohner und 27 Vereine.
Konkret waren dies:


der Ammendorfer Kriegerverein,
die am 29.10.1878 gegründete Ammendorfer Männer-Liedertafel,
die Ammendorfer Schützengesellschaft 1905,
der Deutschnationale Handlungs-Gehilfen-Verband Sitz Hamburg mit seiner Ortsgruppe „Elstertal“,
der Evangelische Jungfrauenverein,
die Freiwillige Feuerwehr;
die am 25.01.1912 gegründete Freiwillige Sanitätskolonne vom Roten Kreuz,
der Gesangsverein Harmonie,
der Handwerker-Gesellen-Verein Ammendorf-Beesen-Radewell,
der am 20.02.1868 gegründete Handwerker-Meister-Verein,
der Haus-und Grundbesitzer-Verein Ammendorf,
die Kameradschaftliche Vereinigung „Glück Auf“ der Grube v. d. Heydt,
die am 22.08.1899 gegründete Kasino-Gesellschaft zu Ammendorf,
die Kegelklubs „Fidele Brüder“, „Industrie“, „Kornblume“ und „Ohne Ecke“,
der Lehrerverein Ammendorf und Umgebung,
der Stenographen-Verein „Gabelsberger“,
der am 16.02.1884 gegründete Turnverein zu Ammendorf,
der 1907 gegründete  Verein ehemaliger Kavalleristen zu Ammendorf und Umgebung,
der am 30.01.1863 gegründete Verein Eintracht,
der Verein Frohe Zukunft Ammendorf,
der Gesangsverein „Sang und Klang“,
der Wehrkraftverein „Jungdeutschland“ sowie
der Werkmeister Bezirksverein.

Da aus Untersuchungen bekannt ist, dass sich nicht alle Vereine in den Adressbüchern registrieren ließen, dürften in Ammendorf mehr als 30 Vereine bestanden haben. So  zum Beispiel
der am 21.08 1910 gegründete Ammendorfer Fußballclub 1910,
der am 21.05.1911 gegründete Kaninchenzüchterverein sowie
der Evangelische Frauenverein.  

Aufgelöst hatten sich inzwischen
der am 17.06.1876 gegründete Ammendorfer Männer-Gesangsverein,
der am 18.08.1897 gegründete Ammendorfer Radfahrer-Verein,
der ortsansässige Badeverein,
der am 10.08.1898 gegründete Raucherklub Ammendorf,
der Ringerclub „Germania“  sowie
der Theaterverein „Thalia“.

Albin Steinbach wird zum Vorsitzenden der „Männer-Liedertafel Ammendorf“ gewählt.

Der TV Ammendorf zählt 112 Mitglieder.

 


1916

 

 

 


In der Munitionsfabrik auf der Silberhöhe ereignet sich eine Explosion. Die Einwohner von Beesen werden in die Aue evakuiert. Dort  müssen sie einige Stunden verbringen, bis die Gefahr behoben ist.

Das Chemische Werk Ammendorf (CWA) übernimmt die auf ihrem Betriebsgelände liegenden Betriebsteile der Firma Dubois und Kaufmann (Tetra-Betrieb) zur Ergänzung der eigenen elektrochemischen Prozesse.

 

 


20.05.

 


In der Kiesgrube des Herrn Beyer in Radewell (an der südlichen Ecke des Gartenzaunes des Rittergutsparkes) wurde in 2,25 m Tiefe ein Bronzekessel gefunden. (1000 bis 700 v.u.Z.).

Auf dem neuen Ammendorfer Friedhof, der 1 ha groß ist, findet die erste Bestattung statt.

Bildung der Gruppe „Spartakus“ in Ammendorf.

 


1917

 


18.03.

 


Herr Reinhold Joly wird als Gemeindebauingenieur in Ammendorf auf Lebenszeit angestellt.

 

 


01.04.

 


Beesen wird in Ammendorf eingemeindet

Die Stadt Halle kauft die Schaafsche Ziegelei (Namensgeber für die Schaafbrücke) in der Aue bei Planena und bricht sie ab. In Planena wird eine Hühnerfarm gegründet. Besitzer ist Herr Golze.

 

 


30.06.

 


Die Glocken der Radeweller Kirche (1908 gegossen) müssen an die Heeresverwaltung abgegeben werden.

 

 


26.07.

 


Nun müssen die Prospektpfeifen der Orgel der Radeweller Kirche der Heeresverwaltung übergeben werden.

 

 


15.08.

 


Antikriegsstreik in den Betrieben von Halle und im Leunawerk. Organisiert wurde der Ausstand u.a. von der 1916 in Ammendorf gebildeten „Spartakus“-Gruppe. Alle Mitglieder wurden daraufhin verhaftet, eingekerkert oder an die Front geschickt. Hermann Kussek, der zu ihnen gehörte, verhungerte in der Haft. Er wurde 17 Jahre alt.

Strenge Kälte bis –30°C. Noch im März 1918 liegen in Ammendorf 20 cm Schnee.

 


1918

 


01.01.

 


Die katholische Gemeinde Ammendorf wird Pfarrvikarie und erhält eine eigene Vermögensverwaltung. Sie ist Filialgemeinde von St Franziskus und Elisabeth. Ihr gehören an: Ammendorf, Beesen, Planena, Radewell, Osendorf, Burg, Döllnitz, Lochau, Wesenitz und Pritschöna.

Pfarrvikar Ditz kommt nach Ammendorf. Der erste Kirchenvorstand wird gewählt. Ihm gehören an die Herren Halbig, Vogt, Brückner, Löffelholz und Block.

 

 


28.01.

 


In den Ammendorfer Betrieben finden Antikriegsstreiks statt.

 

 


20.04.

 


Es schneit den ganzen Tag, bei leichtem Frost, in die Baumblüte.

 

 


16.06.

 


Die Brotrationen werden auf 160 Gramm pro Tag und Person herabgesetzt.

 

 


09.11.

 


Novemberrevolution in Deutschland. In den Großbetrieben bilden sich „Arbeiter-und Soldatenräte“.

 

 


21.11.

 


Abschluss eines Waffenstillstandes zwischen Sowjetrußland, Deutschland und Österreich-Ungarn. Der Kaiser dankt ab und wandert nach Holland aus.

Im Jahre 1918 übernahm die Gemeinde Ammendorf den Exerzierplatz und die Pulverschuppen in Beesen (Silberhöhe) vom Militär, in die danach sozial schwache Familien eingewiesen wurden.

Im Verlaufe des Jahres wurde die letzte Ziegelei in der Saale-Elster-Aue unweit von Planena geschlossen. Die Stadt Halle als Betreiberin des Wasserwerkes in Beesen verhinderte mit diesen Maßnahmen die Verschmutzung des Grundwassers, die durch den Tonabbau hervorgerufen wurde. Die Ziegeleien waren in der Zeit von 1815 bis 1860 entstanden. Dabei waren die Thrübesche und die Schaafsche Ziegelei die mit der größten Bedeutung. In den Ziegeleien wurde der tonreiche Auenlehm zu Mauer- und Verblendsteinen, Bibersteinen und Falzdachziegeln für den großen Bedarf der Stadt Halle verarbeitet

Albert Kohlheim sen. übernimmt die Gaststätte Zur Warte.

Wilhelm Hähn wird Gemeindevorsteher in Ammendorf. Er bleibt es bis 1919.

 


1919

 


Januar

 


Die „Männer-Liedertafel Ammendorf“ nimmt die Probenarbeit wieder auf. Es kommt zur Vereinigung mit dem Ammendorfer Gesangsverein „Harmonie“.

 

 


11.01.

 


Im Verlaufe der Hauptversammlung des TV Ammendorf begrüßt Gustav Große die aus dem Krieg heimgekehrten Turnbrüder. 10 Turnbrüder gaben in  diesem sinnlosen Völkermorden ihr Leben. ( Arthur Möbus, Kurt Genscher, Kurt Große, Paul Henze, Reinhold Mühlwein, Franz Lipke, Reinhold Müller, Karl Sauer, Franz Weber, und Paul Zwarg ). Im Verlaufe der Versammlung wurde der scheidende Vorsitzende  Gustav Große zum Ehrenvorsitzenden ernannt. Als neuer Vorsitzender wurde Otto Große gewählt.

 

 


01.02.

 


Der Gesellschaftsverein Frohsinn Ammendorf wird von Fritz Kohlmann, Ernst Hoppe, Hermann Heese, Artur Schulze, Hermann Sommerlatte, Kurt Schulze, Gustav Schröder, Gustav Reeder ,Artur Schulze, und Kurt Schulze gegründet. Das Vereinslokal ist das „Restaurant und Cafe Kluge“. Das Ziel des Vereins besteht in der Pflege der Geselligkeit, Einigkeit und Gemütlichkeit. Dies soll durch öfters gemütliches Beisammensein der Mitglieder, sowie durch Veranstaltung von Vergnügen erreicht werden.

 

 


März

 


Im Dreierhaus Osendorf findet die 1. Unterbezirkskonferenz Halle/Saalkreis der KPD in Anwesenheit von Walter Ulbricht statt.

Als Reparationsleistung des Deutschen Reiches an Frankreich muss die Papierfabrik Radewell Zeitungspapier liefern. Die Transportfirma Schröter (Hohe Straße) fährt große Papierrollen auf Tiefladern monatlich nach Frankreich.

 

 


April

 


Die „Elektrische Straßenbahn Halle – Merseburg“ wird von der „Merseburger Überlandbahnen AG“ gepachtet.

 

 


01.05.

 


Der 1. Mai ist erstmals offizieller Feiertag in Deutschland.

Pfingsten. In Osendorf findet der internationale Jugendtag der „Freien Sozialistischen Jugend“ statt.

 

 


03.07.

 


Der Diplomingenieur Gottfried Rausch und der Kaufmann Hubert Filbry gründen auf dem Gelände, auf dem vormals die Halleschen Brückenwaagen- und Winden-Fabrik M. M. Mollnau angesiedelt war, die „Habämfa“ Hallesche Bäckereimaschinenfabrik. Die Firma nahm eine hervorragende Entwicklung, weil sie unter Nutzung der fortschrittlichsten Technologien die Serienfertigung für ihre Erzeugnispalette einführte.

Nach dem Ausschluss der linken Opposition aus der KPD tritt die gesamte KPD-Ortsgruppe Ammendorf geschlossen zur KAPD über. Obmann bleibt Karl Meißner.

 

 


08.11.

 


Rudolf Piechocki wird in der Hindenburg-Str.58, später G. Dimitroff-Str., geboren. Er ist später Prof. Dr. rer. nat (Biologie) an der Martin-Luther-Universität Halle tätig.

Die Ortsgruppe Ammendorf der Kommunistischen Partei Deutschlands (KPD) wird neu gegründet.

Hans Georg von Stein wird Pfarrer in der St. Elisabeth Kirche in Beesen.

Die Grube von der Heydt errichtet für ihre Mitarbeiter 6 Einfamilienhäuser auf dem Pfarracker (Brückenstraße).

Der im Ruhrgebiet verankerte Großindustrielle Hugo Stinnes wird als Hauptaktionär Aufsichtsratsvorsitzender der Riebeck’schen Montanwerke.

 


 


1920

 

 

 

 


Nach dem Krieg verlor der AFC 1910 seine Spielstätte, weil auf dem Sportplatz Schrebergärten angelegt wurden. Die Gemeinde half dem Verein und stellte den Fichteplatz zur Sportausübung zur Verfügung. Dies war aber keine Lösung auf lange Frist, weil der Platz auch von anderen Vereinen genutzt wurde und auch für Kirmes und Jahrmarkt  zur  Verfügung stand. Die Einweihung fand mit einem Spiel gegen Adler Eisleben statt, das mit 4:3 gewonnen wurde.

 

 


13.03.
-
29.03.

 


Generalstreik gegen den Kapp-Putsch. Es kommt in Ammendorf zu Gefechten der bewaffneten Arbeiter, die die Republik verteidigen, mit der Reichswehr. Die militärische Abwehrorganisation in Ammendorf leitete Karl Meißner. Am 17.03. werden von den Reichswehrsoldaten beim Kampf um Ammendorf Karl Talatzkow und die Brüder Johann und Georg Schmidsberger erschossen. Alle drei waren Bergarbeiter aus Braunsbedra. Der Putsch wird niedergeschlagen. Viele Arbeiter behalten die Waffen. Im Verlauf dieser Ereignisse wird der evangelische Pfarrer Nihus aus Burgliebenau, der auf die Arbeiter geschossen hatte, in Ammendorf im „Goldenen Adler“ von einem Arbeitertribunal zum Tode verurteilt und im Mühlholz von Heinrich von Wiekowsky, Hermann Reinhardt und Franz Mohr erschlagen und in die Elster geworfen. Dafür wurden die drei zu langjährigen Zuchthausstrafen verurteilt, die von ihnen verbüßt wurden. An der Stelle im Mühlholz, an der der Pfarrer Nihus erschlagen wurde, errichteten die Nationalsozialisten, Jahre später, einen Gedenkstein. In der Nacht zum 19.03. wird von bewaffneten Arbeitern die Wohnung des Betriebsleiters der Rohpappenfabrik Kamp gestürmt. Er wird erschossen, vermutlich weil er die Herausgabe von Waffen verweigerte.  

 

 


27.03.

 


Die Opfer der Arbeiter des Kapp-Putsches werden auf dem Ammendorfer Friedhof beigesetzt.

 

 


01.05.

 


Planena wird in Ammendorf eingemeindet.

 

 


05.05.

 


Pfingsten-Schneefall und Frost. Die Obsternte ist beeinträchtigt.

Im Mai kam es wegen der Benutzung des Saales für die Turnstunden mit dem Vereinswirt Fritz Helm, zu ernsten Auseinandersetzungen. Da eine Einigung nicht zustande kam, verließ der Ammendorfer Turnverein, nachdem er 36 Jahre dem Lokal die Treue gehalten hatte, dasselbe und zog nach dem „Goldenen Adler“.

 

 


01.06.

 


Radewell, Osendorf und Burg werden in die Gemeinde Ammendorf eingegliedert.

 

 


06.06.

 


Reichstagswahl

In Ammendorf wurde wie nachstehend aufgeführt gewählt:

Partei

Stimmen

Deutschnationale              

495

Deutsch. Volkspartei

389

Zentrum

46

Dtsch. Demokratische Partei

369

SPD

438

USPD

3941

KPD

144

 

 

 


Juli

 


Die Faustballmannschaft des TV Ammendorf erringt seit ihrem Bestehen erstmals den Titel des Bezirksmeisters.

 

 

 


01.12.

 


Ammendorf hat nun 11 804 Einwohner.

In Ammendorf arbeiten 13 Bäckermeister, 12 Fleischermeister, 5 Schmiedemeister, 3 Stellmachermeister, 4 Schuhmacher, 6 Gärtnereien, 1 Molkerei, mehrere Kolonialwarengeschäfte, 11 Lebensmittelgeschäfte, 30 Gaststätten.

Albert Kohlheim sen. erwirbt von Ferdinand Haverkorn die Gaststätte „Zur Warte“ und den kleinen Laden. Er betreibt den Laden und die Gaststätte bis zu seinem Tode im Jahre 1934. Frau Dora Kohlheim verpachtet die Gaststätte an Frau Frieda Böhme.

In diesem Jahr wurde die „Körnerlinde“ in Radewell mutwillig zerstört.

Der Wandergenosse Franz Probst gründete in diesem Jahr die Ortsgruppe der Naturfreunde. Er wurde ihr Obmann und blieb es bis zur Auflösung durch die NSDAP im Jahre 1933. Die Versammlungen der Naturfreunde fanden erst im „Burgschlößchen“ statt. Später erbauten sich die Naturfreunde ihr eigenes Heim auf dem Hopfenberg.

Um 1920 besitzt die Radeweller Pfarre 142 Morgen Acker, 13 Morgen Wiese und 5 Morgen Werder.

Im Straßenbahndepot Ammendorf wird die Reparaturwerkstatt durch den Anbau von Räumen vergrößert. Der Maschinenpark wird vervollständigt.

Die Häuser Brückenstraße 73-78 werden von der Grube von der Heydt für Betriebsangehörige errichtet. Auch in der „von der Heydt Straße“ (jetzt Gottfried-Lindner-Str.) entstehen Wohnhäuser.

 


1921

 


19.03.

 


Hundertschaften der Schutzpolizei besetzen unter fadenscheinigen Begründungen, wie z.B. Schutz vor Betriebsdiebstählen, Betriebe in Ammendorf, Merseburg, Schafstädt, Teutschenthal und im Mansfelder Land.

Die Bezirksleitung der VKPD Halle-Merseburg gab daraufhin einen Aufruf heraus:

„Nicht durch Demonstrationen könnt ihr diesen Kampf führen. Verweigert eure Arbeitskraft überall dort, wo man eure Arbeitsstätte durch Militär oder Sipo besetzt. Duldet nicht, dass eure friedliche Wohnstätte ein Aufmarschgelände der Konterrevolution wird.  Arbeiter! Arbeiterinnen! Eine schwere Entscheidung liegt vor euch. Zeigt euch würdig der historischen Stunde. Seid freie Männer, keine Sklaven.“

 

 


20.03.

 


In den meisten der Ammendorfer Fabriken finden Betriebsversammlungen statt. Sie beschließen, bei Besetzung durch die Schutzpolizei sofort die Arbeit niederzulegen.

 

 


21.03.

 


Für den Mansfelder Raum wurde der Generalstreik beschlossen. Der Großteil der Belegschaften der Riebeck’schen Montanwerke AG ( Halle ) treten ebenfalls in den Streik

 

 


22.03.

 


Es kommt zu Zusammenstößen mit der Polizei. Das war der Beginn der bewaffneten Auseinandersetzung.

 

 


24.03.

 


Der Reichspräsident Friedrich Ebert (SPD) verhängt den Ausnahmezustand über die Provinz Sachsen.

 

 


28.03.

 


Ammendorf wird von den Arbeitertruppen unter Führung von Max Hoelz besetzt. Hier wollte sich Max Hoelz mit den bewaffneten Leuna-Arbeitern vereinen, um gemeinsam gegen die Schupo-Einheiten in Halle zu ziehen. Diese Vereinigung misslang. Bei den weiteren Aktionen wurde eine Schupo-Einheit auf dem Beesener Gut von den Arbeitern eingeschlossen. Das Postamt, der Bahnhof, die Eisenbahnbrücke wurden durch Sprengung teilweise beschädigt. Das Stellwerk wurde zerstört. Karl Meißner sen. ist als Kurier eingesetzt. Weiteren Schupo-Einheiten aus Halle gelang die Befreiung der Eingeschlossenen. Der Kampf verwandelte sich in einen harten Häuserkampf, in dem die Arbeiter von der Ammendorfer-Bevölkerung aktiv unterstützt wurden. In diesen erbitterten Gefechten fielen 30 Arbeiter und 70 wurden gefangen genommen. Am Bahndamm der Kasseler-Bahn verteidigten sich die Arbeiter gegen 6 Polizeihundertschaften, die dann mit Geschützunterstützung den Widerstand der Arbeiter brachen.

In Radewell wurde in  der Regensburger Straße der 15- jährige Lehrling Karl Meißner von der Polizei erschossen. Es ist der Sohn des Radewellers Karl Meißner. Von der Ammendorfer Jugend wurde an dieser Stelle 1949 eine Gedenktafel angebracht. Diese Gedenktafel wurde 1989  entfernt.

Neben Max Hoelz  ist Karl Plättner ein bekannter Führer einer Kampfgruppe der bewaffneten Arbeiter. Am Morgen des Ostermontages überfällt er mit vier Mann, bewaffnet mit Karabinern und Handgranaten die Chemische Fabrik Buckau in Ammendorf und erbeutet 33 000,- RM und Platinbestände im Wert von 60 000,- RM. Bei dieser Aktion gab er sich als Max Hoelz aus und hinterließ eine Quittung mit der Unterschrift „ Bezahlt Max Hoelz.“  Es war nicht das erste Mal, das sich Karl Plättner als Max Hoelz ausgab, um seinen Forderungen mehr Nachdruck zu verleihen.

Zu der Kampfgruppe Plättner gehörten u.a. Karl Meißner (Schmied aus Radewell), Paul Töpfer (Maurer aus Bruckdorf), Alfred Menzel (Monteur aus Halle), Walter Hölzel (Maurer aus Dresden), Friedrich Lewandowsky (Bauarbeiter aus Berlin), Friedrich Fischer (Schlosser aus Berlin), Oskar Jandke (Maschinenarbeiter aus Caputh), Karl Hess (Metallarbeiter aus Berlin), Karl Reimann (Gürtler aus Halle), Otto Giesecke (Maschinist aus Ammendorf), Otto Neitzel (Buchhändler-Gehilfe aus Leipzig), Martha Ebert (Fabrikarbeiterin aus Halle), Martha Gaiewski.

 

 


29.03.

 


Bei Gröbers kam es zu einem Gefecht mit der Schutzpolizei in deren Verlauf diese Truppe zurückgeschlagen werden konnte. Der Kampf hatte der Schupo-Einheit 11 Tote (darunter 2 Offiziere) und 10 Verwundete gekostet.

Die Märzkämpfe in Mitteldeutschland forderten ca. 145 Opfer auf Seiten der Arbeiterinnen  und Arbeiter. 6 000 wurden eingekerkert und 4 000 von ihnen zu insgesamt 3 000 Jahren Zuchthaus oder Gefängnisstrafen verurteilt.

 

 


01.06.

 


Der Ammendorfer Kanu-Club wird gegründet .Die Farben des Clubs sind weiß-grün. Das Clubabzeichen ist ein Wimpel in diesen Farben mit den Initialen A.K.C.

Der TV Ammendorf  hat eine Knabenabteilung mit 30 Jungen ins Leben gerufen. Sie wird von Otto Wilde geleitet.

 

 


Juli

 


Zum Bezirksturnfest tritt der TV Ammendorf mit 85 Teilnehmern an. Sieger der 1.Stufe werden Fritz Opfermann und Hermann Schröter. Sieger der 2. Stufe sind Otto Zimmermann und Paul Zimmermann. 

 

 


13.10.

 


Die Kampfgruppe Karl Plättner überfällt am helllichten Tage das Büro im Tagebau Bruckdorf (Alwiner Verein) und erbeutet 101 530,- Mark. Die versehentlich mitgenommene Sparbüchse mit dem Notgeld der Gewerkschaft wird dem Kassenführer der „Grube Alwine“ Ehricht am 29.10.1921 zurückgegeben.

Die Gemeinde Ammendorf hat eine Berufsschule mit hauptamtlich tätigen Lehrern aufgebaut.

Auf dem Betriebsgelände des Straßenbahndepots Ammendorf wurde ein Wohnhaus mit sechs Betriebswohnungen fertig gestellt.

Der Wohnungsbau geht weiter, die Häuser in der Brückenstraße 67-72 und 91-94, Siedlerstraße 1-8 und Kanenaer Straße 1-31 (ungerade Hausnummern) werden errichtet.

 


1922

 

 

 


Inflation. Die Kleinhandelspreise steigen ins Unermessliche. Einige Beispiele:

Ware

500 g

1914

(Mark)

Juni 1922

(Mark)

Dez. 1922

(Mark)

10.02.1923

(Mark)

25.10.1923

(Mark)

Schweinefleisch

1,00

64,00

900

5.200

15.000.000.000

Butter

1,20

80,00

1.700

7.400

 

Margarine

0,50

40,00

1.100

5.400

 

Kartoffeln

0,03

2,30

10,00

40,00

 

Brot

0,45

22,00

5.000

22.000

6.800.000.000

 

 

 


03.02.

 


Karl Plättner und Karl Meißner werden im Gasthof „Lüdderitzberg“ in Halle von einem großen Polizeiaufgebot verhaftet. Karl Plättner wird in einem langwierigen Prozess zu 10 Jahren Haft verurteilt. Karl Meißner erhält 8 Jahre. Ihnen wird zugutegehalten, dass sie bei all ihren Überfällen niemand verletzt oder umgebracht haben.

In der Haft löst sich Karl Plättner von seinen anarchistischen Ansichten und tritt wieder der KPD bei. 1928 wird er aus der Haft entlassen. Als ehemals bekannter Kommunist wird er 1933 in ein Konzentrationslager verbracht. Er stirbt am 04.06.1945 durch das Martyrium der faschistischen KZs geschwächt und wird auf der Kriegsgräberstätte am Nagelberg in der mittelfränkischen Stadt Treuchtlingen beigesetzt. Die Grabinschrift lautet: „ Schwört ab der Gewalt und rettet den Menschen im Menschen.“

 

 


01.04.

 


Die „Männerliedertafel Ammendorf“ führt Schillers Lied von der Glocke in der Rombergischen Vertonung zum ersten Male auf.

Friedrich Rothe (SPD) wird Gemeindevorsteher in Ammendorf.

In Ammendorf herrscht Wohnungsnot. Auf dem Gelände der Munitionsanstalt auf der Silberhöhe werden in 5 Pulvermagazinen 19 Wohnungen eingerichtet. Dies ist der Beginn des Baus der so genannten „Siedlung Silberhöhe“.

In der Ellernstraße werden 2 Häuser für je 12 Familien gebaut.
In der Steinstraße baut die Firma Gottfried Lindner Wohnungen für ihre Mitarbeiter.

In der Brückenstraße und in der Kanenaer Straße geht das Baugeschehen weiter. In der Brückenstraße werden die Häuser 61-66 und in der Kanenaer Straße die Häuser 33-43 (ungerade Hausnummern) errichtet.

Die Gemeinde richtete besonders für die Bürger, die von der Arbeitslosigkeit betroffen waren, eine Armenküche und einen Aufwärmraum ein. Dies erfolgte im Gebäude des Fleischers Bauermann in der Halleschen Straße.

Nach Abbruch der Schießstände am Schützenhaus wurde dort ein neuer Fußballplatz, unter aktiver Mitwirkung der Sportler, für den AFC 1910 errichtet. Das erste Spiel fand gegen 98 Halle statt und wurde mit 0:3 verloren.

Auf der Grube von der Heydt erfolgt die Umstellung der Kohleförderung im Untertagebetrieb auf den Abbau im Tagebau.

Der Generaldirektor der Gottfried Lindner AG,  Heinrich Lindner, übergibt die Geschäftsführung des Unternehmens an Hermann Traus.

 


1923

 

 

 


Der Pfarrvikar Clemens Wittelsbach betreut die katholische Gemeinde. Zur Gemeinde gehörten 60 schulpflichtige Kinder. Der Wunsch nach einer katholischen Schule wurde immer lauter. Der Pfarrvikar  Wittelsbach fuhr wiederholt ins Eichsfeld und hielt dort Bettelpredigten um Geld für den Schulbau aufzutreiben. Die Gemeinde gründete eine eigene Baukasse. An einem Sonntag wurde im gesamten Bereich der Diözese Paderborn für die Schule kollektiert. Die größte Summe stellte der Bonifatiusverein zur Verfügung. Das Grundstück  Am Hohen Holz 20 wurde gekauft.

Das Lederkohle- und Härtemittelwerk P. Eisenschmidt beginnt mit der Produktion.

Die „Ammendorfer Mühlenwerke und Brotfabrik AG nimmt die Produktion von Spezial-Zwieback und sonstigem Feingebäck auf. Sie wird in Ammendorfer Zwieback und Mühlenwerke umbenannt. Der Vertrieb erfolgt im gesamten Deutschen Reich.

 

 


April

 


Der TV Ammendorf wird in die Arbeitsgemeinschaft der Halleschen Turnerschaft aufgenommen.

Die Inflation wird immer stärker. Der Wochenlohn eines Arbeiters reicht kaum noch für ein Brot und 250 Gramm Margarine.

 

 


21.05.

 


Das Stiftungsfest des Kaninchenzüchtervereins „Fortschritt“ findet im Burgschlößchen statt. Als Saalmiete müssen im Voraus 8 100,- M bezahlt werden. Den Einnahmen von 81 340,- M stehen Ausgaben von 61 425,- M gegenüber. Für den Erlös werden angeschafft:

  • 1 kleine Waage für 10 000,-M;
  • 3 Stempel für 395 000,- M;
  • 2 Stempelkissen für 100 000,- M;
  • 1 Brückenwaage und Gewichte für  301 500,- M.

Die Gemeinde Ammendorf kauft dem Bauer Lindner das Land hinter dem Schulhof der Radeweller Schule ab. Auf dieser Fläche wird das Gebäude der Mittelschule errichtet in das bereits 1924 die ersten Klassen einzogen.

 

 


06.05.

 


Geistliche Abendmusik in der Ammendorfer Kirche zum Gedächtnis an zwei Großmeister heiliger Tonkunst – Johann Sebastian Bach und Max Reger.

Ausführende: Erna Bönold (Alt), Walter Kleine (Violine)  Walter Riemann (Cello),

Rudolf Siebenbrodt (Orgel und Chorleitung), Karl Balthasar (Orgel). Das Programm zum Preise von 300,- Mark berechtigt zum Eintritt.

 

 


Juni

 


Rassegeflügelzüchter aus Osendorf, Radewell, Burg, Ammendorf und Beesen gründen einen Zuchtverein. Die Namen der aktiven Betreiber dieser Vereinsbildung sind nicht bekannt.

 

 


Juli

 


13. Deutsches Turnfest in München. Die Sicherung der Verpflegung der Ammendorfer Teilnehmer bereitete dem TV große Schwierigkeiten, da das Geld mit jedem Tag immer mehr und mehr entwertet wurde. Es half auch nicht viel, dass ein Turnbruder seinen schönen Schnauzbart auf dem Altar des TV opferte. Ein treffendes Bild dieser Zeit gibt uns das Ergebnis einer Sammlung in einer Vereinsversammlung, die 379 765,- Mark erbrachte und nicht zur Anschaffung eines Faustballes genügte. Die Turner erringen im Faustball die Gaumeisterschaft. Die Turnerinnen werden Gaumeister im Trommelballspiel.

Die Firma „Gottfried Lindner AG“ errichtet für ihre Mitarbeiter in der Steinstraße eine Siedlung. Die Gemeinde Ammendorf  errichtet noch 2 Zwölffamilienhäuser in der Elsterstraße. In der Brückenstraße werden die Häuser Nr. 59-60 und in der Kanenaer Str. 45-47 (unger. Hausnummern)  errichtet.  

Aus dem „Arbeiter-Gesangsverein“ spaltet sich der „Freie Männerchor Ammendorf“ ab. Chorleiter wird der Musiklehrer Engelmann. Der „Arbeiter-Gesangsverein“ besteht als „Gemischter Chor“ weiter.

Die Hallesche Bäckereimaschinen-Fabrik Rausch & Filbry Ammendorf (Hallesche Straße 141) setzt eigenes Notgeld in Umlauf. Im September Scheine zu 50 Millionen und 100 Millionen Mark, im Oktober zu 5 Milliarden und 10 Milliarden Mark. Alle Scheine waren bis zum 12.Dezember 1923 gültig.

 

 


20.11.

 


Ende der Inflation. Für 1 Billion Mark (1.000.000.000.000) erhielt man 1 Rentenmark. Geldscheine und Konten unter 1 Billion, z. B Mrd., Mio., wurden nicht umgetauscht.

Ein ungelernter Arbeiter verdiente = 0,23 RM / Std.

Ein Facharbeiter verdiente             = 0,24 RM / Std.

 

 


1924

 


22.06.

 


Festgottesdienst zur Glockenweihe in der Ammendorfer Kirche. Kästen an der inneren Kirchentüre waren zur Aufnahme von Dankopfern angebracht. Die Spenden dienten zur Begleichung der letzten Kosten für das Geläut.

Die Gemeindeverwaltung beschließt den Aufbau von Kleinwohnungen im Ellernblock.

 

 


27.07.

 


Die Schützengesellschaft Ammendorf 1905 weiht den Schießstand im Schießhaus Planena ein.

 

 


28.09./01.10.

 


In Ammendorf findet eine Gewerbe- und Industrieausstellung im“ „Goldenen Adler“ statt.

 

 


07.12.

 


Reichstagswahl

In Ammendorf entscheiden sich die Wähler wie folgt:

Partei

Stimmen

Deutschnationale Partei

1071

Deutsche Volkspartei

602

NSDAB

99

Zentrum

87

Deutsche Demokratische Partei

366

SPD

1000

USPD

55

KPD

2709

Splitterparteien

190

 

Auf dem Gelände des Straßenbahndepots wurde ein Zweifamilienhaus für Betriebsangehörige fertig gestellt.

Im Ammendorfer Turnverein wurde eine Handballabteilung gegründet. Auch ein Spielmannszug wurde zusammengestellt. Die Faustballmannschaft wurde Bezirks- und Gaumeister. Otto Blechschmidt wird Gaumeister im Schlagballweitwurf und wird 3. bei den Deutschen Meisterschaften in Hannover. Im Zehnkampf siegt er im Verlaufe des Jahnturnens in Halle.

Dr. Hermann Traus wird Generaldirektor der Gottfried Lindner AG.

 


1925

 


01.01.

 


Der Betriebsdirektor der Hugo Stinnes Riebeck Montan- und Oelwerke Gustav Heckmann begeht sein 25 jähriges Dienstjubiläum bei der Firma.

 

 


02.01.

 


Zu
Ehren des Jubilars Gustav Heckmann wird in der Broihanschenke zu Beesen ein Bierabend durchgeführt, an dem 121 honorige Gäste aus Halle und Ammendorf teilnehmen.

 

 


16.01.

 


Scheunenbrand im Grundstück des Landwirts Ochse, Hallische Straße 187 , durch Kurzschluss der elektrischen Leitung. Als die freiwillige Feuerwehr auf der Brandstelle eintraf, stand die Scheune voll in Flammen. Zum Schutze der angrenzenden Wohn- und Stallgebäude ging die Wehr mit drei Schlauchleitungen aus dem Hydranten in Tätigkeit. Dann kam die Autospritze mit drei Schlauchleitungen, mit Wasser aus der 250 Meter entfernten Elster, zur Brandbekämpfung zum Einsatz. Die dann eintreffende Fabrikfeuerwehr der Firma Gottfried Lindner unterstützte die Löscharbeit durch eine Hydrantleitung, während die Betriebsfeuerwehr der Ammendorfer Papierfabrik von der Elster mit ihrer Motorspritze Wasser gab. Der Brand wurde dann in kurzer Zeit gelöscht. Weiter anrückende Wehren der Chemischen Fabrik Buckau und der Ortschaften Schkopau und Collenbey brauchten nicht mehr in Tätigkeit zu treten.

Die Naturfreunde weihen ihr Bootshaus ein. Dies erfolgt unter großer Anteilnahme der Thüringer Naturfreunde. Das Haus wurde von arbeitslosen Mitgliedern der Naturfreunde-Ortsgruppe Ammendorf gebaut. Vorsitzender der Ortsgruppe war Franz Probst.

 

 


01.04.

 


Die einklassige katholische Privatschule wird in den beiden unteren Räumen Siebenhufenstraße  2 eröffnet. Unterrichtet  werden 44 Kinder vom Lehrer Dietrich.

Der Turnerinnenabteilung des TV Ammendorf wird eine Mädchenabteilung angegliedert.

 

 


01.06.

 


Volkszählung:

Die Großgemeinde Ammendorf hat 12 180 Einwohner. Davon sind 10 478 evangelisch, 485 katholisch, 40 gehören sonstigen christlichen Gemeinschaften an und 4 sind jüdischen Glaubens.

Auf der Grube „von der Heydt“ wird der Braunkohlenabbau unter Tage eingestellt. Die Gewinnung der Kohle erfolgt nur noch im Tagebau. Es beginnen die Planungsarbeiten für den Umbau des Ammendorfer Reviers. Die beiden nahe beieinander liegenden Tagebaue „von der Heydt“ und “Hermine Henriette I“ sollen zum gemeinsamen Tagebau „von der Heydt“ vereinigt werden. Dieser Tagebau soll mit modernen Geräten für die Abraum- und Kohlegewinnung ausgerüstet werden. Des Weiteren wurden eine Reparaturwerkstatt und eine Umformeranlage geplant. Für den Kohlentransport wurde die Großraumförderung auf Normalspurgleisen vorgesehen. Vom Drehpunkt des Tagebaues aus wurden Kohlebahnen zur Brikettfabrik Hermine Henriette I in Osendorf und von dort weiter zur Brikettfabrik von der Heydt (Ammendorf) vorgesehen. Für den geplanten Umbau wurde eine Kreditsumme von 4 558 000,- M veranschlagt.

Eine Fernbahn vom Tagebau Hermine Henriette II nach Leuna und das Anschlussgleis zur Brikettfabrik Hermine Henriette I wurden konzipiert.

Im Chemischen Werk Ammendorf werden die veralteten Johannsen-Elektrolysezellen durch Siemens-Billiter-Zellen in 2 Serien von je 47 Bädern (10 000 A) ersetzt.

Beim Jahnturnen in Halle erringt Otto Blechschmidt im Zehnkampf den 2.Platz und siegt im Speerwurf. Im volkstümlichen Turnen wird Otto Blechschmidt zweifacher Gaumeister.

Die Faustball Mannschaft des Ammendorfer TV erringt erneut den Gaumeistertitel. Der 29-jährige Dr. med. Franz Wolff eröffnet in der heutigen Georgi-Dimitroff-Str. 61 seine Arztpraxis.

Die Volksschule Radewell muss erneut erweitert werden. Neben der Mittelschule erfolgt der Anbau. Gleichzeitig begann man mit dem Bau der Turnhalle, die von den Schülern der Volks- wie auch der Mittelschule genutzt wurde. In diesem Zusammenhang wurde unter der Turnhalle eine Zentralheizung gebaut, die die Gebäude mit Wärme versorgte. Im Gebäude an der Straße verblieb die Ofenheizung in den Räumen bis 1929.

 

 

09.11.

 

Erster Spatenstich zur Errichtung der katholischen Schule Am hohen Holz 20.

 


1926

 


03.03.

 


Der Radeweller Sinti Johann Watosch wurde in Magdeburg im Streit von einem Sinti Anton Lehmann aus Zeitz erschossen. Er liegt auf dem Neustädter Friedhof in Magdeburg begraben. 1998 war sein Grab ist noch vorhanden.

 

 


22.03.

 


Richtfest der Katholischen Schule. Der frostfreie Winter ermöglichte den schnellen Baufortschritt.

 

 


23.03.

 


Auf der Gemeindevertreter-Sitzung wird dem Gemeindevorsteher die Vollmacht erteilt, über eine angebotene Anleihe von 1 Mio. M zum Zwecke des Schulneubaues mit der Preussischen Bodenkreditgesellschaft in Berlin zu verhandeln.

Die Familie Lange eröffnete das neue Ammendorfer Kino, die „CT-Lichtspiele“ in der Beesener Str. (heute Georgi-Dimitroff-Str.). Das Kino bot 250 Besuchern Platz.

Der Ammendorfer Turnverein bildet eine Schwimmabteilung, nachdem an der Saale-Brücke bei Schkopau ein Flussbad eingerichtet wurde. Der TV wird Mitglied  der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft.

Im „Dreierhaus“ in Osendorf wird der Arbeiter Radfahrverein „Solidarität“ gegründet. Auch der „Raucher-Club Osendorf“ hat hier seine Heimstatt.

Dr. Lic. Karl Walter Erich Delius wird Pfarrer in Beesen.

 

 


16.05.

 


Die neuen Glocken für die Radeweller Kirche werden geweiht.

 

 


02.06.

 


Die Frau von Max Hoelz spricht auf einer Massenkundgebung in der Burg unter dem Motto: „Heraus mit den politischen Gefangenen“ zur Amnestie aller politischen Häftlinge der Märzereignisse von 1921.

 

 


01.08.

 


Einweihung der katholischen Schule durch Herrn Dechanten Dr. Winkelmann. 

 

 


03.08.

 


Der Schulbetrieb in der katholischen Schule wird aufgenommen. Alle Lehrer, die während des Bestehens der Schule angestellt waren, verzichteten wegen der großen Armut der Gemeinde auf 20% ihrer Besoldung. Es waren die Lehrer Dietrich; Vetter; Taschinski; Budenz und Heydt sowie die Lehrerinnen Neveling, Käss und Naget. Die Kinder gingen täglich zur Schulmesse und am Sonntag 14°° Uhr war Andacht und Christenlehre.

 

 


06.09.

 


In einer Versammlung des Schrebergartenvereins I Ammendorf wird die Trennung und Neugründung des Schrebergarten Vereins e.V. „Frohsinn Ammendorf“ beschlossen. Die Trennung war erforderlich durch den unmittelbar bevorstehenden Bau der neuen Schule in der Friedenstraße. Dem neuen Verein gehören 24 Mitglieder an. Die Gemeinde Ammendorf stellte ein Gelände südlich der Gasanstalt zur Pacht zur Verfügung. In die Leitung wurden gewählt

Julius    Winkler                1.Vorsitzender

Paul       Flemmig               Stellvertreter

Karl       Heine                    Kassierer                              

Otto        Schneider             Schriftführer

Als Monatsbeitrag wurde 1,- RM festgelegt. Die Pacht für einen großen Garten betrug 6,- RM und für einen kleinen Garten 4,- RM.

 

 


12.09.

 


Die außen und innen vollständig erneuerte Radeweller Kirche St Wenzel wird geweiht. Der Ortspfarrer Sup. a. D. Bodenstein kann dazu den Oberhirten des Provinzialkirchensprengels, Herrn Generalsuperintendenten I. Schöttler aus Halle begrüßen, der die feierlichen Handlungen ausführt. Ein gemeinsames einfaches Essen nimmt die Gemeinde zu Mittag in Lindners Gaststätte ein.

 

 


18.10.

 


In der neu gegründeten Schrebergartenanlage Frohsinn Ammendorf wurde die äußere Umzäunung fertiggestellt. Mit der Herstellung der inneren Zäune wurde begonnen. Die Wasserversorgung wurde mit einem Anschluss vom Gaswerk gesichert.

Das Straßenbahndepot wurde erweitert: Die Wagenhalle wurde vergrößert, ein neuer Materialschuppen wurde errichtet, das Verwaltungsgebäude wurde ausgebaut und eine Autobusgarage aufgebaut.

Im Tagebau Alwiner Verein (bei Kanena) wird die erste Abraumförderbrücke in Betrieb genommen.

Im Verlaufe des Jahres erringt die Faustballmannschaft des TV Ammendorf erneut den Gaumeistertitel und rückt in die Kreismeisterklasse auf.

 


1927

 

 

 


Die Bergarbeiter Siedlung in der oberen Brückenstr. und in der oberen Kanenaer Str. (nördliche Seite) wurde bezogen. Im „Volksmund“ wird sie als „Negersiedlung“ bezeichnet.

 

 


31.05.

 


Erich Neuß schreibt unter anderem in seinem Artikel: „Papier-Industrie im hallischen Wirtschaftsbezirk“

„Die Radeweller Papierfabrik ist mit 90 000 kg täglicher Erzeugung wohl die größte Anlage ihrer Art im weiteren Mitteldeutschland. Sie arbeitet heute mit vier Papiermaschinen und verbraucht in ihrer Holzschleiferei jährlich 55 000 Raummeter Fichtenholz.“

Im Mai wird Karl Meißner begnadigt. Auf dem Leipziger Hauptbahnhof bereiten ihm die Ammendorfer Arbeiter einen triumphalen Empfang.

 

 


18.10.

 

Die Friedenschule wird eingeweiht. Die Rede hält der Ortsvorsteher Friedrich Rothe, nachdem alle Schüler von der alten Schule bis in die Friedenstraße marschiert waren und vor der mit Fahnen und Girlanden geschmückten Schule Aufstellung genommen hatten. Die Baukosten betrugen 400 000 RM. Bemerkenswert an der neuen Schule sind: Speiseraum, Ärztezimmer, Hauswirtschaftsraum und die ein Jahr später fertiggestellte Turnhalle mit einem Wannenbad-Trakt und Duschräumen. Es besteht die Absicht, über der Turnhalle zu einem späteren Zeitpunkt eine Aula zu errichten. Geldmangel verhindert die sofortige Realisierung, die dann auch später nicht mehr vollzogen wurde. Rektor ist Herr Girke.

Die alte Schule am Küsterberg wird nach erfolgtem Umbau (Zwischenbau des Turm-und Treppengebäudes) Rathaus der Gemeinde. Bauingenieur ist ein Herr Joly, der auch Feuerwehrhauptmann von Ammendorf ist. Gemeindebauführer ist zu dieser Zeit Herr Gerhard Haring dessen Bruder Hans in der Siebenhufenstraße ein Baugeschäft führt.

 

 


10.11.

 


Werner Piechocki wird in der Hindenburg-Str. 58, heute Georgi-Dimitroff-Str., geboren. Er ist später Doktor der Germanistik und als Direktor des Stadtarchivs von Halle tätig (1951-1994)

Im Jahr 1927 ist der Arbeiterverein „Turn- und Sportverein Fichte Ammendorf e.V.“ der Mitglieder stärkste Verein in Ammendorf. Ihm gehören an:

  • ein Spielmannszug,
  • eine Turnmannschaft,
  • vier Fußballmannschaften,
  • und zwei Handballmannschaften.

Das Spiel- und Sportgeschehen erfolgte auf dem Sportplatz an der Radeweller Str. Die Gemeinde hatte dem Verein den Sportplatz unentgeltlich zur Verfügung gestellt.

Ein bekannter Sportler von Fichte Ammendorf war Albert Wöhlmann, der in der Handballmannschaft das Tor hütete. In der Auswahlmannschaft von Deutschland stand er u.a. auch gegen Österreich im Tor.

 

Es wird das Gebäude der Zweigstelle der Sparkasse des Saalkreises in der heutigen G.-Dimitroff-Str. gebaut. Bis dahin befanden sich die Geschäftsräume der Sparkasse in der Regensburger Str.1.

Ammendorf wird durch eine Fernleitung vom Gaswerk Holzplatz Halle aus mit Gas versorgt.

Im Straßenbahndepot wurde ein weiteres Wohnhaus mit sechs Wohnungen errichtet.

Das Spirituosengeschäft Werner Spiering in der Hauptstraße wird gegründet. Die Spirituosen werden von Spiering selber hergestellt und lose bzw. auf Flaschen abgezogen verkauft.

Im Verlaufe des Jahres wurde damit begonnen, den Tagebau von der Heydt und den Tagebau Hermine-Henriette I zu einen Großtagebau zu vereinen. Dadurch sollte die Braunkohlenförderung erhöht werden. Der anfallende Abraum konnte auf der Innenkippe nicht verstürzt werden. Deshalb wurde östlich der Ortslagen Osendorf und Radewell eine Hochhalde angelegt, die in den späteren Jahren bepflanzt wurde.

Es wird mit dem Bau der Industriebahn vom Ammoniakwerk Merseburg (Leunawerk) zu den Tagebauen Hermine Henriette I und II und von der Heydt begonnen.

Kurt Rothe vom „Ammendorfer-Kanu-Club“ (A.K.C.) wird im Faltbooteiner Deutscher Meister auf der Langstrecke.

Der Ammendorfer TV hat 220 Mitglieder (darunter 26 Knaben und 33 Mädchen.

Otto Blechschmidt wird Gaumeister im Speerwerfen. Im Verlaufe des Jahres wurde im Wasserwerk Beesen ein neues Maschinenhaus errichtet, welches mit den ersten elektrisch angetriebenen Kreiselpumpen als Reserve für die bestehenden dampfgetriebenen Pumpmaschinen ausgerüstet wurde. Die vollständige Umrüstung des Wasserwerkes auf elektrisch angetriebene Pumpen erfolgte 1947. Die letzten mit Dampf angetriebenen Pumpen wurden 1955 ausgebaut.

 


1928

 

 

 


Der Sportplatz Ammendorf wird zur Nutzung übergeben (Stadion).

 

 


10.04.

 


Wolfgang Engel wird in der Regensburger-Str.20 geboren. Er wird später Prof. Dr. rer. Nat. für Mathematik (Algebra und Geometrie) an der Rostocker Universität.(1959-1993).

Die Arbeiterchöre schließen sich zum Arbeitersängerbund zusammen.

Im April fanden in der Dölauer Heide Waldläufe statt, an denen Mannschaften des TV Ammendorf teilnahmen. Dabei errangen die Schülermannschaften der Turner und Turnerinnen  den ersten Platz. 

Die Ammendorfer Arbeiter haben sich eine starke und schuldenfreie KONSUM-Genossenschaft aufgebaut. Zu ihr gehören: Der Neubau neben dem Rathaus als Verwaltungsgebäude, im Hof die eigene Bäckerei und 7 Filialen (Verkaufsstellen) und zwar

  • im Verwaltungsgebäude,
  • in Beesen (Wörmlitzer Str.),
  • auf der Silberhöhe,
  • in Ammendorf (Friedenstr.),
  • in Osendorf in der Talstr. und im alten Bauernwinkel  sowie
  • im Dorf Korbetha

Geschäftsführer war bis 1933 R. Hirsemann. Kassierer K. Rothe.

 

 


03.06.

 


Die A-Staffel des TV Ammendorf  wird  1.Sieger beim Gaustaffellauf Rössen – Merseburg.

 

 


17.07.

 


Karl Plättner wird begnadigt.

 

 


19.09.

 


Nach Abschluss des Umbaus erfolgt die Einweihung des Ammendorfer Rathauses.

Max Hoelz, der am 18.07.1928 aus dem Zuchthaus Sonnenburg entlassen wurde, spricht noch im gleichen Jahre auf einer Kundgebung zu den Ammendorfer Arbeitern.

 

 


Oktober

 


Bei dem Jungmannfechten in Naumburg erreicht Otto Gutschalk ( TV Ammendorf ) den 3.Platz. Erich Herrmann wird 7.Sieger.

 

 


23.11.

 


Feierliche Einweihung der Turnhalle der Friedenschule. Die Sportler des  TV Ammendorf haben nun erstmals eine Turnhalle mit Sprossenwand, Kletterstangen und Rundlauf, wie man es sich als Turner nicht besser wünschen kann.

 

 


07.12.

 


Die Männerliedertafel Ammendorf“ bringt Max Bruchs „Frithjof“ zur Aufführung. Anlass ist das 50 jährige Stiftungsfest. Der Pfarrer Balthasar erklärt sich bereit, die Chronik der Ammendorfer-Männerliedertafel zu schreiben.

Im Jahre 1928 wird die „Deutsche Quarzschmelze Gleichmann“ in der Eisenbahnstr. eröffnet. Später lässt sich auf diesem Gelände die PGH Propangas nieder.

Die Evangelische Frauenhilfe Ammendorf- Beesen wurde ins Leben gerufen. Die Fahne der Vereinigung wird in der Beesener Kirche aufbewahrt.

Karl Hensel wird Pfarrer in Beesen. Er übt das Amt bis 1933 aus. Danach bleibt die Pfarrstelle bis 1949 unbesetzt.

Kurt Rothe wird Deutscher Meister im Einerkajak auf der Kurzstrecke.

Die bei der Vereinigung zum Großtagebau von der Heydt anfallenden Abraummassen werden zu einer Hochhalde aufgeschüttet die in den späteren Jahren aufgeforstet wird.

 


1929

 


31.05./02.06.

 


Ammendorf feiert das 50 jährige Bestehen der „Männerliedertafel Ammendorf“. 91 Mitglieder gehören der Liedertafel an (65 aktive und 26 passive).

Die Chormeister waren:

Gustav Lilie (1878-1898 und 1907-1909)

Richard Sommer (1898-1907)

Albert Heise  (1909-1911)

Martin Schröder (1911-1917)

Rudolf Siebenbrodt (seit 1917)

Am 2.Juni findet in Ammendorf ein großes Sängerfest zu Ehren des Jubiläums statt.

 

 


25.07.

 


In der Radeweller Kirche werden beim Einbau der Heizung drei Gräber freigelegt. Da der Pfeiler der Kirche ungefähr 1130 erbaut wurde, muss die bis jetzt ungestörte Lage der Skelette auf ein späteres Alter schließen lassen.

Beim Gauturnfest in Weißenfels erringen die Ammendorfer Siege durch Otto Gutschalk, Fritz Bernhardt, Otto Zimmermann, Otto Blechschmidt, Kurt Zeising, Gustav Walther, Alwin Schleich und Marianne Ronneburg.

 

 


21.09.

 


Die MÜBAG nimmt in Ammendorf den Busverkehr auf. Es werden zwei Linien eingerichtet. „Beesen - Rathaus Ammendorf“ und „Rathaus Ammendorf – Osendorf“.

 

 


17.11.

 


Gemeindewahl in Ammendorf. Das Wahlergebnis sieht wie folgt aus:

Partei

Stimmen

Anteil

Sitze

SPD

1446

20,3 %

5

KPD

3244

45,4%

11

Ordnungsblock

2459

34,4 %

8

 

 

 


21.11.

 


Die MÜBAG  richtet in Ammendorf mit Bussen den Ortsverkehr ein. Zwei Linien werden betrieben. Die Busse fahren vom Rathaus Ammendorf nach Beesen (Deutsches Haus) und nach Osendorf (Dreierhaus) jeweils im 40-Minuten-Takt. Zeitweilig wurde diese Linie bis nach Bruckdorf verlängert. Die Busse sind im Depot Ammendorf untergebracht. Zum Einsatz kamen in den ersten Jahren Mercedes-Benz-Busse, die 34 Sitzplätze boten. Die Aufbauten waren teilweise in der Gottfried Lindner AG realisiert worden.

Die Mitglieder des Ammendorfer Kanu Clubs 1921, Schnabel und Kurt Rothe gewinnen den Titel des Europameisters  im K2. Als äußeres Zeichen wird ihnen die „Europa“ überreicht Kurt Rothe erringt im Einerkajak auf der Langstrecke den Titel eines Deutschen Meisters. In der Wintersaison wird auf Beschluss des Gemeinderates auf dem Fichteplatz durch die Feuerwehr eine Spritzeisbahn zum Schlittschuhlaufen angelegt. Diese Bahn findet sehr großen Zuspruch, nicht nur von der Ammendorfer Jugend. Aus den umliegenden Ortschaften und aus Halle strömen die Jugendlichen herbei und erfreuen sich am Eislauf. Die Gemeinde Ammendorf hat eine zusätzliche Geldquelle erschlossen.

 

 


 
1930

 

 


18.01.

 


Albin Steinbach gibt sein Amt als Vorsitzender der „Männer-Liedertafel Ammendorf an Carl Utgenannt ab.

 

 


01.02.

 


In der Nacht zum 02.02. wird der 25 jährige Walter Gräfe an der Kirchhofsmauer in der Friedenstraße erschlagen.

 

 


20.07.

 


Bezirksturnfest in Ammendorf.

Am Morgen des Festtages zogen Spielmannszüge durch die Straßen von Ammendorf zum Weckruf. Dann begannen die Wettkämpfe auf der von Otto Zimmermann und Walter Borst gut vorbereiteten Kampfbahn des Ammendorfer Stadions. Auf der Wiese hinter der Hauptkampfbahn, da, wo später das Schwimmbad war, standen die Geräte (4 Recks, 4 Barren, 5 Pferde) und die Fechtbahn. Während der Wettkämpfe waren die Terrassen mit Zuschauern dicht gefüllt. Über das Abschneiden der Ammendorfer Sportler bei diesem Fest ist leider nichts bekannt.

 

 


31.08.

 


Im Schützenhaus Ammendorf findet das Gausängerfest statt.

 

 


14.09.

 


Reichstagswahl. Das Wahlergebnis sah in Ammendorf wie folgt aus:

Partei

Stimmen

Anteil

SPD

1244

15,9 %

Deutschnational

617

7,9 %

Zentrum

113

1,4 %

KPD

3471

44,3 %

NSDAP

1026

13,1 %

 

 

 


28.09.

 


Die Gauturnmeisterschaften finden in Ammendorf statt. Über das Abschneiden der Ammendorfer Sportler ist nichts bekannt.

 

 


01.12.

 


Volkszählung:

Ammendorf hat 14 021 Einwohner.

Erneut wird Kurt Rothe vom A.K.C. Deutscher Meister im Einerkajak auf der Kurzstrecke. Gleichzeitig erringt er in seiner Disziplin den Titel eines „Kampfspielmeisters“.

Im Verlaufe des Jahres kam es im Fuhrunternehmen Schröter in der Hohen Straße zu einem Brand, der durch den Einsatz aller Ammendorfer Wehren gelöscht wurde.

Deutschland hat 4,38 Mio. Arbeitslose.

 


1931

 


27.03.

 

Die Hallischen Sportnachrichten schreiben:

„Im Saalegau Fußball stehen jetzt die letzten Entscheidungen um die Meisterschaft der Ib-Klasse bevor. Nachdem sich Ammendorf 1910 und Preußen Merseburg als Gruppenmeister qualifiziert haben, geht es jetzt darum, nach dem Ausscheidungssystem den Klassenmeister zu ermitteln. Ammendorf 1910 oder Preußen Merseburg - wer steigt in die Liga auf. Ammendorf wird mit folgender Aufstellung antreten: Drigalla I, Drigalla II, Klimeck, Gebhardt, Häußler, Bruder, Hentschel, Metze, Behrend, Preuß, Mutterlose. Die Ammendorfer wurden bereits 1928 Meister des Saalegaues.

 

 


14.06.

 


Die „Männer-Liedertafel Ammendorf“ gibt vor dem Rathaus ein Chorkonzert.

 

 


27.06.

 


Die „Männer-Liedertafel Ammendorf“ gibt anlässlich des einjährigen Bestehens des Restaurants „Elsterstrand“ (Eigentum des Sangesbruders Alwin Müller, genannt der „Hirsch“) im Garten, ein Werbekonzert. Die „Männer Liedertafel“ hat jetzt 112 Mitglieder davon 64 aktive Sänger.

 

 


06.11.

 


Das Kriegerdenkmal in Beesen, welches ursprünglich zwischen den beiden Friedenseichen von 1866 und 1870/71 aufgestellt wurde, wird zur Kirche umverlegt. Es wird neben der 1917 gepflanzten Reformationseiche aus Wittenberger Absaat vor dem Kircheneingang, aufgestellt.

Der Pfarrvikar Wilhelm Bohne betreut die katholische Gemeinde da Pfarrvikar Wittelsbach Pfarrer in Zeitz wird.

Das „Freibad Elstermünde“, auf der Halbinsel zwischen dem Stillem Wasser und Elster gelegen, erfreut sich nach wie vor eines großen Zuspruchs. Später brennt die Anlage, vermutlich durch Blitzschlag veranlasst, ab. Der genaue Zeitpunkt ist unklar. Damit haben die Ammendorfer Nudisten kein Freibad mehr. Auch das Bootshaus fiel den Flammen zum Opfer.

Die Holzbrücke, die über die Elster nach Burg führte, wird durch eine massive Betonbrücke ersetzt. Diese wird 1945 von der Wehrmacht gesprengt und danach wird wieder eine stabile Holzbrücke gebaut.

Kurt Rothe wird im Einerkajak auf der Kurzstrecke erneut Deutscher Meister. Das ist sein 5. Meistertitel, den er in ununterbrochener Folge erringen kann.

Die Pfarrstelle St. Wenzel wird vertretungsweise von dem Beesener Pfarrer K. Hensel betreut.

Der TV Ammendorf hat nun 375 Mitglieder. Darunter 80 Knaben und 110 Mädchen.

Hervorgerufen durch die Weltwirtschaftskrise schließen viele Ammendorfer Betriebe und die Arbeitslosigkeit steigt enorm an. Die Armut nimmt rasant zu.

 

 

1932

 

 

 


Ammendorf hat 12 358 Einwohner. Zum Schulbezirk Ammendorf gehören die Gemeinden Ammendorf, Gröbers, Wörmlitz-Böllberg, Döllnitz und Lochau mit einer Gesamteinwohnerzahl 21 662. Die für diesen Bereich zuständige Berufsschule unterrichtet

  • 3 Klassen Handel
  • 17 Klassen Gewerbe
  • 21 Klassen Hauswirtschaft
  • 21 Klassen Landwirtschaft.

Des Weiteren bestehen eine selbständige, voll ausgebaute Mittelschule, zwei Grundschulen (Radewell, Planena und Friedenschule) und eine zweiklassige private katholische Schule.

Die wirtschaftliche Rezession ist sehr groß. Die Arbeitslosigkeit hat einen hohen Stand erreicht. In Ammendorf sind 15% der Männer ohne Arbeit. Die erst wenige Jahre zuvor eingeführte Arbeitslosenversicherung kann nur die größte Not lindern. Das Arbeitslosengeld wird nur 6 Monate gezahlt. Danach bekommen Bedürftige eine geringe Unterstützung durch die Gemeinde (12 Mark pro Woche).

 

 


13.03.

 


Reichspräsidentenwahl

Das Wahlergebnis sieht in Ammendorf wie folgt aus:

 

Stimmen

Prozent

Duesterberg

615

7,7

v. Hindenburg

2421

30,2

Hitler

1389

17,3

Thälmann

3557

44,4

Winter

33

0,4

 

 

 


April

 


In Ammendorf findet ein Lehrgang der Saalkreis Feuerwehren statt. Der Leiter des Kurses ist Kreisbrandmeister Eberlein. Der Kurs bestand aus einem theoretischen Teil und praktischen Vorführungen. An diesem Lehrgang nahmen die Freiwillige Feuerwehr Ammendorf und die Betriebswehren der Firmen Hartmann, Lindner und der Papierfabrik teil. Die praktische Vorführung erfolgte an der Friedenschule. Das Wasser wurde mit Schläuchen aus der Elster herangeführt. Innerhalb von 9 Minuten waren die Schlauchleitungen verlegt und der Befehl: „Wasser marsch!“ wurde ausgeführt.

 

 


04.05.

 


Die „Männer-Liedertafel Ammendorf“ gibt vor dem Rathaus ein Konzert.

 

 


10.04.

 


Reichspräsidentenwahl (Stichwahl).

Das Wahlergebnis sieht in Ammendorf wie nachstehend aufgeführt aus.

 

Stimmen

Prozent

v. Hindenburg

2594

34,5

Hitler

1897

25,2

Thälmann

3033

40,3

 

 

 


04.09.

 


In Schkeuditz fand eine große Fechtveranstaltung statt. Die Mannschaften von Schkeuditz, Weißenfels 1861, MTV Merseburg und der TV Ammendorf kämpften auf Florett und Säbel. Der TV Ammendorf gewann das Säbelturnier und erreichte im Florettfechten den 2. Platz.

 

 

 


06.11.

 


Reichstagswahl.

 

Stimmen

NSDAP

1396

SPD

1364

KPD

3729

Zentrum

124

Deutschnational

649

Radikal. Mittelstand

19

Deutsche Volkspartei

77

Christl. Sozial. Volksdienst

11


Hermann Baum
führt erfolgreich die Mineralöl- Großhandlung und Fabrikation in der Hallesche Straße 160a. (heute Merseburger Straße).

Der Ammendorfer Sportler Albert Wöhlmann nimmt als Torwart einer Arbeiterhandballmannschaft an der Arbeitersport-Olympiade in Wien teil.

Deutschland hat 6 128 429 Arbeitslose. Das ist der Höchststand.

 

 


23.12.

 


Fußballgroßkampftag in Ammendorf. Die ersten Männermannschaften von Ammendorf 1910 und Sportfreunde Halle spielen gegeneinander und trennen sich unentschieden 2:2.

 

 

1933

 


19.01.

 


Die Gemeindevertretung beschließt die Mitwirkung des Projektes zur Regulierung der Weißen Elster.

 

 


30.01.

 


Der Reichspräsident Paul v. Hindenburg beruft nach dem Rücktritt Kurt v. Schleicher’s Hitler zum Reichskanzler.

 

 


02.02.

 


Die Regierung verbietet der KPD die Organisation und Durchführung von Demonstrationen.

 

 


28.02.

 


Beginn der Verhaftungswelle gegen Funktionäre und Mitglieder der KPD einen Tag nach dem Reichstagsbrand.

Der „Ammendorfer Arbeitergesangsverein“, der „Freie Männerchor“ und der Arbeitersportverein „Fichte“ werden verboten und aufgelöst. Das vorhandene Eigentum, wie das Schriftgut, wird entschädigungslos beschlagnahmt.

 

 


06.03.

 


Otto Sonnenberg (NSDAP) wird als kommissarischer Gemeindeschulze eingesetzt. Friedrich Rothe (SPD) wird abgesetzt.

Leutnant Dubbick (Führer des Ammendorfer Soldatenbundes und Sturmbannführer der SA) wird als Rektor der Friedenschule eingesetzt.

 

 

 


12.03.

 


Gemeindewahlen im Saalkreis. In Ammendorf sieht das Wahlergebnis wie folgt aus:

 

Stimmen

NSDAP

1736

SPD

1166

KPD

2706

Ordnungsblock

1748

Die Reichsregierung erhöht den Jahresurlaub von bisher 3 Arbeitstagen auf 6 Tage. Bis zum Jahre 1939 erhöht sich der Jahresurlaub auf insgesamt 12 Arbeitstage (Sonnabend ist ein Arbeitstag).

 

 


20.04.

 


Die „Nachrichten des Krieger-Verbandes“ schreibt:

„Am 07.05.1933 findet der Frühjahrs- Abgeordnetentag im Vereinslokal Deutsches Haus Beesen (Elster) des Kriegerverbandes Halle und Saalkreis statt. Aufstellung in Ammendorf am Rathaus um 1 Uhr zum Propagandamarsch zum Denkmal in Beesen. Ab 3:30 Uhr Konzert im Zelt und Unterhaltungsmusik in den unteren Räumen des Vereinslokals. Für Gäste und deren Angehörige Besichtigung des Wasserwerkes. Von 7:30 Uhr abends an Festball anlässlich des 65 jährigen Stiftungsfestes.“

 

 


02.05.

 


Die Gewerkschaften werden verboten.

 

 


10.05.

 


Die von der NSDAP ins Leben gerufene Deutsche Arbeitsfront (DAF) tritt ins Licht der Öffentlichkeit.

 

 


01.06.

 


Otto Sonnenberg (NSDAP) wird hauptamtlicher Gemeindeschulze.

 

 


22.06.

 


Die SPD wird verboten.

 

 


24.06.

 


Die bürgerlichen Parteien lösen sich auf.

 

 


20.07.

 


Unterzeichnung des Konkordats zwischen der Reichsregierung und dem Papst, das der faschistischen Diktatur die Anerkennung durch das Oberhaupt der katholischen Kirche bringt.

 

 


03.09.

 


Kanuten des AKC 21 gewinnen die 4.Langstreckenregatta des Saalegaus im Ober-Elbe-Kreis in Ammendorf. Im Verlaufe des Jahres wird der Verein für Vogelschutz Ammendorf unter dem Motto „Helft unserer Heimat und unserer Vogelwelt“ gegründet. Vereinsleiter wurde Ernst Seifert aus Ammendorf in Gemeinschaft mit den Mitgliedern Karl Betemann Döllnitz  und Hellmuth Wallroth Ammendorf. Zur Gründung fanden sich 23 Mann zusammen.

Die einklassige Grundschule in Planena wird geschlossen. Ab sofort müssen die 11 Kinder, die von der Lehrerin Frau Kutschke unterrichtet wurden, zum Unterricht in die Friedensschule.

Die Feuerwehren der Stadt Ammendorf verfügen über 5 Motorspritzen. Sie verteilen sich wie folgt:

2 Stück  Freiwillige Feuerwehr Ammendorf

1 Stück Betriebsfeuerwehr Gottfried Lindner AG

1 Stück Radeweller Papierfabrik

1 Stück Chemische Fabrik Buckau Ammendorf.

 

Die Naturfreunde lösen sich auf. Ihr Heim auf dem Hopfenberg wird Eigentum der Gemeinde Ammendorf.

Georg Paul Hans Krammisch wird Pfarrer in der St. Wenzel Kirche Radewell.

Der Ammendorfer TV  hat  294 Mitglieder.

Ammendorf hat 13 786 Einwohner, davon sind 11 720 evang.,  545 kathol. und 2 jüdischen Glaubens.

 

 

1934

 

 

 


Die Kampfstofffabrik „Orgacid“ (Eisenbahnstr.) wird aufgebaut.

 

 


29.06.

 

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Das Gesetz über den Reichsarbeitsdienst (RAD) wird verabschiedet. Es legt eine halb-

jährige Arbeitsdienstpflicht für alle Personen im Alter von 18 bis 25 Jahren fest. Der

Arbeitslohn beträgt 1,- RM pro Tag.

 

 

 

 


Ernst Friedrich Hermann Henselin wird Pfarrer in der Ammendorfer St. Katharina Gemeinde.

Im Nordwesten von Merseburg wurde mit dem Bau des Flugplatzes begonnen, der im Oktober 1935 vom Reichsluftfahrtminister Hermann Göring eingeweiht wurde. Dieser Flugplatz war für den Objektschutz der Leuna-Werke, der Chemieanlagen bei Böhlen und der sich im Aufbau befindlichen Buna-Werke sowie der Städte Leipzig, Merseburg und Halle vorgesehen.

Der Lehrer Walter Bauer wird als „erzieherisch unzuverlässig“ eingestuft und vom Dienst an der Friedenschule entbunden und nach Dölau strafversetzt. Der spätere Prof. Dr. Walter Bauer schrieb über 80 Bücher, einige tausend Gedichte, hunderte von Kurzgeschichten, Essays, Hörspiele und Theaterstücke. Die Stadtbibliothek Merseburg trägt seinen Namen. Er wanderte 1952 als freier Schriftsteller, in der BRD lebend, nach Kanada aus wo er am 23.12.1976 in Toronto verstarb.

In der Serie 1933 / 34 belegen die Sportfreunde Halle in ihrer Staffel den ersten Platz und erreichen damit die Aufstiegsberechtigung in Deutschlands höchste Fußballliga. In der nächsten Serie spielen sie in der Gauliga 6 ( Mitte ).

Im Verlaufe des Jahres begann die Baugemeinschaft Rosengarten – Halle (Saale)– Ammendorf mit dem Aufbau der Siedlung Gartenstadt Rosengarten. Im Jahre 1939 wurde der Aufbau abgeschlossen.

Unter der Oberleitung des Gemeinde-Bau-Ingenieurs Joly wurden in den letzten 7 Jahren folgende  Objekte fertig gestellt:

  • Wohnhäusergruppe auf der Silberhöhe (63 Wohnungen)
  • Bauten an der Fichtestraße (59  Wohnunge )
  • Polizeiverwaltungsgebäude (16 Wohnungen)
  • Friedenschule, Turnhalle und Berufsschule
  • Wohnhäuser Ellernblock (164 Wohnungen)
  • Wohnhäuser Parkstraße (72 Wohnungen)
  • Wartehalle und Geschäfte Nähe Rathaus
  • Medizinisches Bad am Rathaus
  • Neupflasterung Hallesche Str.; Hopfenberg; Hindenburgstr.; Brauhausstr.; Mittelstr., Ellernstr.; Burgstr und Milchstr.
  • Eisenbetonbrücke über die Elster
  • zwei größere Sportplatzanlagen

 

 

1935

 


10.02.

 


Hugo Schunke lädt ein zum ersten großen Maskenball in das Deutsche Haus in Beesen. Im Saal spielt das vollbesetzte Ballorchester. In den unteren Räumen wird das Bockbierfest gefeiert. Beginn 18°°Uhr. Eintritt 50 Rpf. Der Tanz ist frei.

Die Reichswehr lagert auf dem Gelände der „Orgacid“ Stoffe zur Herstellung von Giftgasen ein (Gelbkreuz). Dr. Eugen Möllney wird als Betriebsleiter eingesetzt.

Im Schatten der Feierlichkeiten zum 250.Geburtstag von Halles größtem Sohn, Georg Friedrich Händel, verhaftet die Gestapo viele Antifaschisten. Nach Monaten der Bespitzelung wurde im Januar die Bezirksleitung der KPD in einer Privatwohnung in der Thüringer Straße festgenommen, im Februar war mit 300 weiteren Verhaftungen „aufgeräumt wurden“, wie die Gestapo–Stelle Halle vermerkte. Zu den Verhafteten gehörten neben der dann im Polizeigefängnis Halle  totgeprügelten Kontoristin Helene Glatzer (1902-1935) die drei Leiter des linken Arbeitersportbundes „Rotsport“: der Stellmacher Otto Bruder (1908-1945) aus Beesen wurde am 8. Februar, der Schriftsetzer Otto Weber am 11. Februar und der Bierbrauer Otto Witteborn am 12. Februar festgenommen. Otto Bruder wurde zu zehn Jahren Zuchthaus verurteilt, die er im Roten Ochsen verbüßte. Er wurde im April 1945 auf einem der berüchtigten Todesmärschen von der SS ermordet.

 

 


April

 


18 Eigenheime werden in der Kanenaer Str. bezogen (Südseite bis zur von-der-Heydt-Str., „Arbeitslosensiedlung“). Bauträger „Eigene Scholle“.

 

 


08.05.

 


Der Brandmeister der Werksfeuerwehr der Gew. d. Gottfried Lindner AG, Karl Studier wird für seine 25 jährige Dienstzeit mit der Ehrenplakette ausgezeichnet.

 

 


16.05.

 


Einführung der Arbeitsbücher.

 

 


23.05.

 


Der 19-jährige hallesche Motorradsportler Erich Weise jun. verunglückt tödlich  auf der Halleschen Straße in Höhe der Farbenfabrik Hartmann. Er war mit seinem neuen Norton-Motorrad aus Halle kommend, mit ziemlich hoher Geschwindigkeit auf Probefahrt in Richtung Merseburg. Er wollte gegen 15:45 Uhr einen Lastwagen überholen. Dabei übersah er einen Mann der auf der Fahrbahn Vermessungsarbeiten ausführte. Dieser blieb mit schweren Verletzungen auf der Fahrbahn liegen. Erich Weise jun. geriet in Folge des Zusammenstoßes auf die linke Fahrbahn und stieß mit einem in Richtung Halle fahrenden Lieferwagen zusammen. Der Zusammenstoß war so heftig, dass er auf den Radfahrweg geschleudert wurde. Erich Weise jun. war auf der Stelle tot. Der verletzte, Hans Heber aus Ammendorf,  musste mit einem Bruch des rechten Unterschenkels und zahlreichen Hautabschürfungen  am Kopf in das Barbara Krankenhaus eingeliefert werden.

 

 


26.06.

 


Die Reichsregierung erlässt das Gesetz zur Bildung des Reichsarbeitsdienstes. Dieses Gesetz besagt, dass alle Männer zwischen dem 18. und 25. Lebensjahr eine sechsmonatige Dienstzeit ableisten mussten. Sie war dem zweijährigen Wehrdienst vorgelagert. Am 04.09.1939 wurde dieses Gesetz auch auf die weibliche Bevölkerung ausgedehnt.

Der Arbeitsmann verdiente am Tage 25 Reichspfennige. Der Vormann erhielt 50 Reichspfennige und der Obervormann 75 Reichspfennige.

Die Sportfreunde Halle erreichen in der Gauliga 6 ( Mitte ) den 5. Tabellenplatz.

 

 


10.08./18.08.

 


Der Ammendorfer Fußballclub 1910 begeht sein 25 jähriges Bestehen mit einer Festwoche. Vorsitzender des AFC 1910 ist Oswin Meilich.

 

 


Nov.

 


Der „Reichsluftschutzbund“ gibt ein Merkblatt für den Luftschutzhauswart heraus.

 

 


01.12.

 


Volkszählung: Ammendorf hat 14 352 Einwohner.

Der Pfarrvikar Dr. Karl Schlütz betreut die Katholische Gemeinde. Es kam zu einer liturgischen Erneuerung. Die Taufe wurde jetzt mit der Gemeinde im Anschluss an die heilige Messe gefeiert. Es wurden Choralgesänge gepflegt  Wöchentlich wurden Bibel- und Liturgiekreise abgehalten.

Das Naturfreundehaus auf dem Hopfenberg wird Heim der Hitlerjugend (HJ). Die Naturfreunde wurden entschädigungslos enteignet.

Im Verlaufe des Jahres wird der „Schwimmverein Elstermünde“ in den „Ammendorfer TV“ aufgenommen. Damit verfügt nun der TV über ein ausbaufähiges Objekt für ein eigenes Vereinsheim und eine Pflegestätte für den Schwimmsport. Auch für die Bootsfahrer war nun gesorgt. Der Turnverein zählte 362 Mitglieder.

Die Gaststätte „Zum Rosengarten“ wird von Friedrich Knaubel und seiner Frau übernommen. Bis Anfang der 50er Jahre wurde die beliebte Gaststätte bewirtschaftet. Im Verlaufe des Jahres wurde die Siedlung Rosengarten rund um die Pappelallee errichtet.

 

 

1936

 

 

 


Ammendorf kauft 80 000 qm Land an der Siebenhufenstr. (Bürgermeister Sonneberg).

 

 


März

 


Auf der Gemeinderatssitzung werden 2 500 RM für die Errichtung eines Krieger-Ehrenmals auf dem Hindenburgplatz bewilligt. Der Ammendorfer Otto Gutschalk ist Mitglied der Deutschen Olympiamannschaft in der Disziplin Steinstoßen. Da diese Disziplin kurzfristig aus dem Olympia-Programm gestrichen wurde, kann er nicht als Aktiver an den Olympischen Spielen teilnehmen.

 

 


20.05.

 


Heinz Dehne wird in der Friedrichstr.63 geboren. Er ist später (ab 1975) als Prof. Dr. rer. nat. (für Organische Chemie/Naturstoffchemie) an der Universität Rostock tätig.

 

 


21.06.

 


Einweihung des Ehrenmals für die Gefallenen des Weltkrieges 1914 bis 1918 in Ammendorf auf dem Hindenburgplatz. . Die Ausführung stammt von dem Ammendorfer Bildhauer Benndorf. Nach dem II. Weltkrieg (1945) wird das Ehrenmal beseitigt.

 

 


23.06.

 


Die Mitteldeutsche National-Zeitung berichtet, dass als Auftakt des Deutschen Jugendfestes in Ammendorf ein Heim der Hitler-Jugend am Hopfenberg eingeweiht wurde. Bürgermeister Sonnenberg übergab die Räumlichkeiten in Anwesenheit von Heinze und Henkel (beide NSDAP).

 

 


24.06.

 


Die „Hallischen Nachrichten“ schreibt:

„Leunasiedlung auf dem „ Siebenhufenplan“. Eine soziale Tat des Ammoniakwerkes Merseburg- Errichtung von 98 Siedlerstellen in Ammendorf-Der Doppelhaustyp mit Gartenland- Die Werksangehörigen sechs Monate beim Bau.“

 

 


Juli

 


Im Verlaufe des Monats werden die neuerrichteten Häuser der oberen Kanenaer Straße (Südseite) bezogen. Die Sportfreunde Halle belegen zum Abschluss der Serie 1935 / 36 der Gauliga 6 Mitte den 3.Platz.

 

 


11.11.

 


Richtfest der Häuser des ersten Abschnittes der Leunasiedlung.

Die von-der-Heydt-Str., bis dahin eine Schlippe, wird auf Straßenbreite gebracht und gepflastert.

 

 

1937

     


Gottfried Lindner beginnt mit dem Bau von Siedlungshäusern für leitende Angestellte (heute: Straße der Waggonbauer).

 

 


15.02.

 


Die Großgemeinde Ammendorf erhält auf Grund einer Verfügung des Oberpräsidenten der Provinz Sachsen das Stadtrecht verliehen. Ammendorf hat 15 000 Einwohner das sind mehr als die Städte Wettin, Könnern und Löbejün zusammen Bürgermeister wird der bisherige Gemeindeschulze und Amtsvorsteher Otto Sonneberg.

Die Sportfreunde Halle erkämpfen in der Spielserie 1936/37 den 4. Tabellenplatz in der Gauliga 6 (Mitte).

 

 


31.03.

 


Aus dem Tätigkeitsbericht der Feuerlöschpolizei Ammendorf  für den Zeitraum vom 01.04.1936 bis zum 31.03.1937 geht u.a. hervor, dass der Wehr im Berichtszeitraum 4 Gerätehäuser und 2 Übungstürme zur Verfügung standen. Die Mannschaftsstärke der Feuerlöschpolizei  Ammendorf betrug 67 aktive Feuerwehrmänner. Die geforderte Sollstärke von 72 Mann wurde nicht erreicht.

 

 


26.04.

 


Die zweite Strafkammer Halle verkündet das Urteil gegen den 36-jährigen Hermann Drescher und den 30-jährigen Willi Bense, beide aus Ammendorf. Drei Jahre Zuchthaus wegen gemeinschaftlichen schweren rückfälligen Diebstahls vorbestraft (der eine 14 Mal der andere 8 Mal). Sie gehörten der Geigenmüller Bande an, die die Umgebung der Silberhöhe in Angst und Schrecken hielt.

 

 


25.05.

 


Die Saale Zeitung schreibt:

„ Auf einem Ammendorfer Bauernhof biss sich eine Ratte in die Zunge des Hofhundes fest. Das verzweifelt kämpfende Tier konnte nur mit Mühe von der Ratte befreit werden.“

Zur Kaninchenausstellung erhält der Züchterverein „Fortschritt“ (G6)  von der Gemeinde Ammendorf einen Geldpreis in Höhe von 3,- Mark (!).

 

 


03.07.

 


Volkszählung: Ammendorf hat 15300 Einwohner.

Aufbau des Lagers des Reichsarbeitsdienstes (RAD) in der Siebenhufenstraße.

 

 


März

 


Beginn des Bezugs der Häuser des ersten Abschnittes der Leunasiedlung.

Bau des zweiten Abschnittes der  Leunasiedlung.

Abschnittsleiter Herr Langholz

(Siebenhufenstr. und Leunaweg bis zum Fasanenweg

Heimstättenweg Nr 55 bis Nr. 82).

74 Siedler.

 

 


10.04.

 


Auf der Jahreshauptversammlung des TV Ammendorf legte Walter Borst die Funktion des Vereinsführers nieder. Einstimmig wurde Richard Schulze zum Vereinsführer gewählt.

 

 


Juni

 


Das Kreisturnfest fand in Halle statt. Sieger des TV Ammendorf  wurden Kurt Dietrich, Richard Moser, Franz Zimmermann, Gerhard Wagner, Heinz Masemann, Heinz Pretzsch, Hans Jarchow, Gustav Godehardt, Paul Wilde, Albert Popella, Elisabeth Muczka, Gertraude Paulus, Gisela Godehardt, Inge Schorch, Käthe Zimmermann, Ursula Valentin,  Gertraude Brechlin, Ruth Läuter und Erika Henze.

Im gleichen Monat wurde Hermann Valentin für seine 50 jährige Mitgliedschaft im TV Ammendorf geehrt. Er wurde Ehrenmitglied der Deutschen Turnerschaft.

 

 


19.06.

 


Die „Saale-Zeitung“ schreibt:

„Aus Anlass des 70. Geburtstages des Schneidermeisters Eduard Kurze, wohnhaft in Ammendorf. Brauhausstraße 05, fand sich gestern die Männerliedertafel Ammendorf zusammen, um dem Geburtstagskind ein Ständchen zu bringen. Eduard Kurze ist einer der ältesten Sänger in Ammendorf und besitzt die höchste Auszeichnung des Deutschen Sängerbundes, den Sängerbrief für 50jährige aktive treue Sängertätigkeit.“

„Auf der Reichsstraße 91 wird hinter Ammendorf der Bau der Elster- und der ersten Flutbrücke (sog, Zigeunerbrücke) vom Preußischen Landesbauamt in Angriff genommen. Damit soll an der Ausgangsstraße von Ammendorf nach Merseburg einer großen Verkehrsschwierigkeit abgeholfen werden, da die Straße an dieser Stelle nun gerade gelegt wird. Jetzt ist mit der Aufstellung einer Notbrücke begonnen worden, über die der Verkehr bis zur Fertigstellung des Neubaus der Brücken rollen wird.“

 

 


03.07.

 


Die National Zeitung berichtet:

„In dem neuen Schwimmbad, das die Stadt Ammendorf auf der Kampfstätte errichtet und über das wir schon wiederholt berichteten, ist man noch immer emsig bei der Arbeit. Da sich noch in letzter Stunde kleinere technische Schwierigkeiten ergeben haben, erschien, wie der Bürgermeister Sonneberg mitteilte, eine Hinausschiebung der Eröffnung des Bades um nur einige Tage dringend geboten. Die Badeanlage selbst wird aber am Sonntag, im Anschluss an den Festumzug, zur allgemeinen Besichtigung freigegeben.“

Die „Mitteldeutsche Saalezeitung“ schreibt:

„Aus ältester und jüngster Zeit. Ein Gang durch das Heimatmuseum in Ammendorf. Der Konrektor und Heimatforscher Otto Schroeter führte durch die von ihm eingerichtete Heimathalle- in der Friedenschule.“

 

 


03.-05.07.

 


Auf Grund der Verleihung des Stadtrechtes an die Gemeinde Ammendorf beschloss die Stadt Ammendorf, in der Zeit vom 03. bis 05. Juli 1937 ein Heimatfest zu begehen.

 

 


05.07.

 


Die Saale-Zeitung schreibt:

„Heimatfest in Ammendorf. Eine Stadt zeigt ihre reiche Geschichte. Glänzend verlaufener Begrüßungsabend / Festaufführung – Ein redend Wappenbild. Ein Festumzug ist der Höhepunkt des Festes.“

Gründung des Deutschen Siedlerbundes „ Siedlergemeinschaft des Ammoniak-Werkes Merseburg in Ammendorf“. Im Dezember waren 97 Siedler Mitglied der Gemeinschaft.

Kassierer waren Herr Hoffmann, Heimstättenweg

Krummhaar, Siebenhufenstr.

Haupt, Leunaweg

Kassenprüfer waren Meinekat, Siebenhufenstr.

Weinert, Leunaweg

Habermann, Hasenweg

Beginn des Baus des zweiten Abschnittes der Heimstättensiedlung (Heimstättenweg Nr. 83 bis Nr. 106).

In der Kanenaer Str. werden die Häuser Nr. 49-59 (ungerade Hausnummern) und in der Brückenstraße die Nr. 54-57 errichtet.

 

 


13.07.

 


In der Heimstättensiedlung – II. Abschnitt – ist Richtfest.

 

 


21.09.

 


Die „Saale Zeitung“ schreibt:

„Wie wir noch erfahren, ist von der Stadt Halle als Eigentümer   das Mühlholz dem Ammendorfer Vogelschutzverein überlassen worden, um als Erholungspark für Ammendorf ausgebaut zu werden. Wege sollen hier ausgebaut werden, damit so ein Ausgleich für das geschützte Gebiet des Burgholzes geschaffen wird. Die Arbeiten dazu sind bereits in Angriff genommen.“  

 

 


05.10.

 


Die Sportfreunde Halle spielen gegen Schalke 04 und erreichen ein ehrenvolles 1:4.

Schalke spielt mit folgender Mannschaft: Klodt, Bornemann, Schweißfurt, Prinz, Gellesch, Sontow, Kalwitzki, Szepan, Portgen, Urban, Mecke.

Die Ammendorfer spielen in folgender Aufstellung: Michels, Thieme, Hartmann,

Godan, Böttger, K. Krampe, A. Krampe, Warnecke, Häußler; Föhre, Knoth.

Das Spiel fand in der mitteldeutschen Kampfbahn in Halle statt.

Im Chemischen Werk Ammendorf wurden 88 Quecksilberzellen (8 000 A) gebaut. Sie wurden nach einer werkseigenen Konstruktion aus Billiter-Zellen entwickelt.

Im Verlaufe des Jahres wurde auf dem Kirschberg (zwischen Beesen und Wörmlitz liegend) eine Kaserne für das 38. Flakregiment der Wehrmacht errichtet und bezogen.

 

 

1938

 


06.01.

 


Die Reichsmeldeordnung wurde eingeführt.

 

 


März

 


Weiterführung des Siedlungsbaues mit Unterstützung der Farbenfabrik Hartmann, der Papierfabrik Radewell und der Chemischen Fabrik Buckau Werk Ammendorf (80 Anträge liegen vor).

Klempnermeister Albin Steinbach feiert seinen 75.Geburtstag. Gleichzeitig feiert er sein 50jähriges Meisterjubiläum, sein 50jähriges Geschäftsjubiläum, sein 50jähriges Ehejubiläum und sein 50jähriges Jubiläum als aktiver Sänger.

Bei hellem Fackelschein brachte die Ammendorfer Männerliedertafel, ihrem ältesten Sangesbruder, ein würdiges Ständchen. Viele Gratulanten haben sich eingefunden unter ihnen auch der Bürgermeister Sonneberg.

Ende Mai beginnt der Ausbau der Halleschen Straße.

Im Anschluss an den Ausbau der Reichsstraße 91 und die Begradigung dieser Straße an der Elster- und Elsterflutbrücke wird die Hallesche Straße in einer Breite von neun Meter Fahrdammbreite neu gepflastert.

In diesem Zusammenhang wird der Schachtgraben, der Ammendorf von Ost nach West durchquert, (er leitet die Wässer der  Grube von der Heydt in die Elster) in Höhe der Schmiede Bachmann in Betonrohren unter der Straße durchgeführt.

 

 


19.06.

 


Die „Mitteldeutsche Nationalzeitung“ schreibt:

„172 Arbeiter glückliche Siedler. Die Siedlung der Leuna-Arbeiter in Ammendorf ist fertiggestellt. Am Rande der Stadt Ammendorf, dort, wo noch vor kurzer Zeit der Bauer mit seinem Pflug den Boden bearbeitete, erhebt sich jetzt eine gewaltige Siedlung als Wohnstätte für deutsche Arbeiterfamilien, deren Wunsch es schon lange war, ein eigenes Haus zu besitzen. Der Wunsch von 98 Arbeitern des Leunawerkes ging hier in Erfüllung“.

 

 


29.07.

 


Der Heimatforscher und Lehrer Otto Schroeter ist gestorben.

 

 


30.07.

 


Die „Mitteldeutsche Saalezeitung“ schreibt:

Sein Wirken war lebendige Heimatkunde. Konrektor i. R. Otto Schroeter, Ammendorf, gestern verschieden. Otto Schroeter gehörte seit einem halben Jahrhundert zu den zähesten und erfolgreichsten Vorkämpfern des Heimatgedankens in Schule, Haus und Öffentlichkeit. Sein Leben war lebendige Heimatkunde.

 

 


Juli

 


Alle Häuser des zweiten Abschnittes der Heimstättensiedlung sind bezugsfertig.

Die Sportfreunde Halle belegen in der Spielserie 1937/38 in der Gauliga 6 ( Mitte ) den 9. Tabellenplatz und können damit den Abstieg aus der höchsten Spielklasse vermeiden.

Am 1. Deutschen Turn- und Sportfest in Breslau nimmt auch eine Auswahl der Ammendorfer Turner teil. Unter ihnen sind Albert Popella, Otto Zimmermann, Richard Schulze, Paul Wilde, Günther Godehardt, Richard Moser, Gertraude Brechlin, Käthe Zimmermann und Martha Pfannschmidt.

 

 


02.08.

 


Der Konrektor a.D. und Heimatforscher Otto Schroeter wird auf dem Ammendorfer Friedhof beigesetzt.

 

 


25.08.

 


Sitzung der Ratsherren von Ammendorf.

Der Bürgermeister Sonneberg gab bekannt, dass er die Leitung des heimatgeschichtlichen Museums in der Friedenschule, nach dem Tode von Otto Schroeter, dem Lehrer Tiller übertragen habe.

 

 


08.09.

 


Die „ Hallischen Nachrichten“ schreibt:

„Ammendorfer Nachrichten – Ammendorf erhält einen Zentralfriedhof. Die Stadt Ammendorf musste Vorsorge zur Schaffung neuer Begräbnisstätten treffen.“

 

 


23.09.

 


Nach dem Reichsfeuerlöschgesetz vom 23.09. werden die Freiwilligen Feuerwehren als Vereine und Verbände aufgelöst. Sie erhalten als Löscheinheit den Status einer Hilfspolizeieinheit.

 

 


24.09.

 


Die „Hallischen Nachrichten“ schreibt:

„Aus Ammendorf: Vorbereitung des Wohnungsbauprogramms 1939. Für die Vorbereitung des Wohnungsbauprogramms für 1939 findet am Montag, den 26.09. 20.30 Uhr in Helms Gaststätten zu Ammendorf eine Aufklärungsversammlung des Gauheimstättenamtes statt, an der alle siedlungswilligen und wohnungssuchenden Volksgenossen teilnehmen sollen.“

 

 


02.10.

 


Die „Mitteldeutsche National- Zeitung“ schreibt:

„Kleinsiedlung marschiert in Ammendorf. Arbeiterwohnstätten nur noch nach einheitlicher Planung.“

 

 


28.10.

 


Die Ammendorfer sind durch Salomon, Heinze, Börner und Giehoff zur Sammlung von Alteisen und Blechbüchsen aufgerufen.

 

 


07.11.

 


Die „Hallischen Nachrichten“ schreibt:

„Ammendorfer Nachrichten – „ To-Bü“, das neue Film-Theater. Gestern wurde diese neue Tonbild-Bühne feierlich eingeweiht. Das Haus war schon im Voraus ausverkauft, zumal es zu seiner Eröffnung den preisgekrönten und so erfolgreichen Film „Heimat“ brachte.“

 

 


27.12.

 


Die „Mitteldeutschen Nachrichten“ schreibt:

„ Die Kälte hat in Ammendorf Ost einige Schäden angerichtet. Viele Wasserleitungen und Abflussrohre sind eingefroren und mussten vom Fachmann aufgetaut werden Zentralheizungen schafften teils auch nicht mehr die Durchheizung der Räume. So gab es kurz vor den Ferien in der Schule kältefrei, denn einen Tag vor den Ferien streikte die Heizanlage gänzlich.“

Werner Teschner wird Pfarrer in der evang. St. Wenzel Gemeinde Radewell.

Im Chemischen Werk Ammendorf wurde begonnen ein neues Gebäude für die Quecksilberelektrolyse zu errichten. Des Weiteren wurden 2 Becken für je 500 Kubikmeter Sole hergestellt.

 

 

1939

 


14.01.

 


Auf Weisung der Regierung wird die katholische Schule geschlossen.

Dr. Eugen Möllney wird Betriebsdirektor der Orgacid.

 

 


April

 


In die Turnhalle der Friedenschule wird Getreide eingelagert. Der Ammendorfer TV muss seine Trainingsstunden in der Turnhalle der Radeweller Schule durchführen.

 

 


17.05.

 


Volkszählung – Die Stadt Ammendorf hat 16 296 Einwohner.

Die Sportfreunde Halle müssen nach Abschluss der Serie die höchste Spielklasse verlassen. Sie gewinnen nur 5 Spiele und erreichen noch 5 Unentschieden, verlassen aber 8 Mal als Verlierer den Platz. Das reicht nicht aus, um die Spielberechtigung für die Gauliga 6 (Mitte) zu behalten.

Mit dem Bau der Häuser in der Feldwiesenstr. findet das Baugeschehen im Ellernblock seinen Abschluss.

 

 


01.09.

 


Der Zweite Weltkrieg beginnt. Die Deutsche Wehrmacht überfällt ohne Kriegserklärung Polen. England und Frankreich erklären am 03.09. Deutschland den Krieg. Es beginnt die Rationierung von Lebensmitteln und einer Reihe von Gebrauchsgütern (Lebensmittelkarten). In den Betrieben wird die Arbeitszeit verlängert, Lohnerhöhungen entfallen und die Lohnsteuer wird erhöht.

Der Luftschutz wird aufgerufen. Die Verdunkelung beginnt.

Die Schule fällt bis zum 10.09.1939 aus.

Da nun auch in der Turnhalle der Radeweller Schule Getreide eingelagert wurde, musste der Ammendorfer TV seinen Trainingsbetrieb einstellen.

 

 


02.09.

 


Durch Verordnung wird in Deutschland das Abhören ausländischer Sender verboten und unter Strafe gestellt.

 

 


09.09.

 


Früh 4°° Uhr wird der erste Fliegeralarm ausgelöst.

In den nächsten Wochen werden rund um Ammendorf zur Fliegerabwehr 2-cm Kanonen in Stellung gebracht.

Die Autobusse erhielten im Straßenbahndepot neue Unterstellmöglichkeiten, die alte Kraftwagenhalle wurde abgerissen.

 

 


17.09.

 


Der Kreisgruppenvorsitzende des Kaninchenzüchterverbandes Karl Schmiedel überreicht an die Ehrenmitglieder des Ammendorfer Kaninchenzüchtervereins „Fortschritt“ (G6) Paul Rohte, Friedrich Jentsch und Hermann Pitschke die Ehrennadel für 25-jährige züchterische Arbeit. 

 

 


25.09.

 


Ausgabe der Reichslebensmittelkarte.

 

 


02.11.

 


Der Ammendorfer TV rief die Turnkameraden zur ersten Kriegsturnstunde in den Saal des Goldenen Adlers. Immerhin 18 Turnerinnen und Turner fanden sich ein.

 

 


14.11.

 


An Stelle des Bezugsscheinsystems für Spinnstoffwaren tritt die „Reichskleiderkarte“

 

 


 
1940

 


Januar

 


Extreme Kälte. An mehreren Tagen werden Temperaturen unter –20 Grad C gemessen.

 

 


Februar

 


Schließung aller Schulen wegen strenger Kälte.

 

 


08.03.

 


Veröffentlichung der Polizeiverordnung über die Kennzeichnung der polnischen Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter. Deren Kleidung muss mit einem Aufnäher (Gelber Grund mit schwarzem „P“) versehen werden.

 

 


06.04.

 


Bildung der Gemeinschaftssiedlung für Werksangehörige Die Gemeinschaftsleitung wird benannt. Ihr gehören an:

Herr Langholz, Heimstättenweg

Herr Laupitz, Leunaweg

Herr Hoffmann, Leunaweg

Herr Rheude, Siebenhufenstr.

Auf dem Gelände der „Orgacid“ wird mit dem Aufbau einer großen Abfüllanlage für Kampfstoffe begonnen. Dr. Eugen Möllney wurde im Verlaufe des Jahres 1939 zum Betriebsdirektor ernannt.

 

 


01.05.

 


Einsatz von ausländischen Zwangsarbeitern bei den Neubauten der „Orgacid“. Bis zu 500 Personen werden monatlich eingesetzt (Belgier, Bulgaren, Slowaken, Franzosen, Russen, Galizier, Spanier, Holländer, Tschechen, Italiener, Türken, Kroaten, Westukrainer).

 

 


26.05.

 


Das Hitlerjugendheim „Leo Schlageder“, neben dem Stadion wird eingeweiht.

 

 


11.08.

 


Am Jahnturnfest in Freyburg nehmen auch Sportler des Ammendorfer Turnvereins teil. Als Sieger werden Albert Popella, Otto Zimmermann, Richard Schulze und Paul Wilde geehrt.

 

 


21.09.

 


Der Meilenstein an der Ortsausfahrt (Merseburger-Straße/Weg nach Planena) wird versetzt. Er steht zwischen der Brücke über die Elster und der Brücke über die Steberske.

 

 


Herbst

 


Sperrballons und Vernebelungseinrichtungen die aufgestellt wurden, sollen die Industrieanlagen vor feindlichen Luftangriffen bewahren.

Der Pfarrvikar Josef Brockmann betreut die katholische Gemeinde. Pfarrvikar Dr. Schlütz wird Pfarrer in Güsten.

Die untere Etage der katholischen Schule muss geräumt werden und wird von der Luftschutz-Polizei ( SHD ) besetzt. Für die Bewohner der Siedlung wurden vorhandene Entwässerungsstrecken im Tagebau „von der Heydt“ als Luftschutzbunker eingerichtet. Weitere Grubenbaue wurden in der Nähe der Brikettfabrik in der Hochhalde vorgetrieben und zum „Luftschutz“ für die Bevölkerung vorbereitet.

 

 


08.11.

 


Für die Versorgungsperiode 18.11. bis 15.12.1940 erhalten die Haushalte eine Sonderzuteilung von 125gr. Kunsthonig für das Weihnachtsbacken der Hausfrau.

Bis zu diesem Jahr produzierte die Gottfried Lindner AG  Lastwagenanhänger, Güterwagen und Reisezugwagen, nun wurde das Werk auf die Kriegsproduktion umgestellt.

 


1941

 


01.01.

 


Übereignung der Siedlerstellen.

Die Doppelhälfte mit einer Kammer kostet 4.672 RM. Mit 2 Kammern kostet sie 4.776 RM.

Im Keller der Friedenschule betreibt der Lehrer Karl Kiemle eine Seidenraupenzucht, die zur Fallschirmseidenherstellung verwendet wird. Die Schüler sammeln das Laub der Maulbeersträucher als Futter in der Nähe der Schule und auf dem Ammendorfer Friedhof an der Kirche St. Katharina.

 

 


03.03.

 


In der „Friedrichstraße 8“ wird die spätere Schauspielerin Jutta Hofmann geboren. Ab 1986 ist sie als Professorin an der Hochschule für Theater und Musik in Hamburg tätig.

 

 


01.04.

 


In der Lindner AG fand ein Sonderappell zum Eintritt der Lehrlingsanwärter in die Betriebsgemeinschaft  in Verbindung mit der Freisprechungsfeier der auslernenden Lehrlinge  statt.

Programmfolge

Musik: Alte Kameraden (Marsch)

Eröffnungsworte und Ausspruch vom Führer

Gemeinsames Lied: Nur der Freiheit gehört unser Leben

Gedicht: Die Hirne erdenken, die Hände vollenden

Ansprache des Betriebsführers

Musikdarbietung: Am Lagerfeuer (Charakterstück von Siede)

Worte des Betriebsobmannes und Führergedenken

Schlußlied: Vorwärts, vorwärts schmettern die hellen Fanfaren

 

 


23.04.

 


Nach mehrmonatiger Bauzeit wird der aus Stahlbeton errichtete Hochbunker auf dem Fichteplatz fertig gestellt. Er verfügt in zwei Etagen über 309 Sitz- und 200 Liegeplätze  Dieser Bunker gewährte der Ammendorfer Bevölkerung Schutz bei Luftangriffen. Selbst einige Bombentreffer richteten keinen Schaden an. Nach 1945 wird der Bunker abgerissen. Aus Moniereisen fertigt ein Künstler den Kreuzweg an, der an einer Wand der katholischen Kirche St. Marien (Siebenhufenstraße, jetzt Alfred-Reinhardt-Straße) angebracht wird.

 

 

 


22.06.

 


Die Deutsche Wehrmacht überfällt die Sowjetunion.

Deutschland erklärt den USA den Krieg.

 

 

1942

 


01.01.

 


Übereignung der Siedlerstellen des zweiten Abschnittes der Leuna-Siedlung.

 

 


05.01.

 


In der Gottfried Lindner AG wird der Neujahrs – Betriebsappell in Anwesenheit des Gauleiters und Staatsrates Eggeling und zahlreicher Vertreter der NSdAP, der Behörden, Wehrmacht und Wirtschaft durchgeführt. Die Ansprache hielt der Betriebsführer Pg. Walter Rahm.

Im Frühjahr werden die Lebensmittelrationen gekürzt.

 

 


08.09.

 


Wahl der Leitung der Siedlergemeinschaft (Leuna-Siedlung). Ihr gehören an.

  • Herr Langholz
  • Herr Meißner
  • Herr Rheude
  • Herr Leuter
  • Herr Laupitz
  • Herr Engelhard
  • Herr Rokohl
  • Herr Schöllner
  • Herr Fricke
  • Herr Hoffmann

Der Bau- und Sparverein Ammendorf errichtet 9 und an anderer Stelle 26 Eigenheime.

Die Riebeckschen Montanwerke bauen 10 Eigenheime.

 

 


25.09.

 


Anlässlich der 2. Reichsstraßensammlung für das Kriegs-WHW fand ein Männerchor-Festkonzert im „Goldenen Adler“ statt. Es wirkten mit: Die Chorgemeinschaft des Siebenbrodtschen Männerchores, der Männergesangsverein Schkopau und ein Bläserquintett der Kameradschaft ehemaliger Militärmusiker. Die Leitung hatte Rudolf  Siebenbrodt.

 

 


Oktober

 


Die Fleischrationen pro Woche werden von 300gr. auf 350gr. erhöht. Das gilt für Erwachsene, Kinder erhalten geringere Zuteilungen.

Bei der Herbstbesichtigung der Ammendorfer Schüler wurde die erfreuliche Feststellung gemacht, dass von 232 Kindern der Mittelschule nur 15 Jungen und 15 Mädel des Schwimmens unkundig waren.

 

 


20.10.

 


Die MNZ schreibt:

„Neue Gleisschleife vor der Vollendung- Für die Berufstätigen- Anfang November Durchgangsverkehr. In Ammendorf sind auf dem Gelände Ecke  Hallesche Straße – Friedenstraße, auf dem bisher Kleingärten standen, Arbeiten zum Bau einer Gleisschleife im Gange. Gestern wurden sie an die durchgehenden Gleise der Merseburger Überlandbahn angeschlossen“

 

 


24.10.

 


Durch KdF (Kraft durch Freude) wurden für das Kriegs-WHW (Winterhilfswerk) vom Gaumusikzug des RAD (Reichsarbeitsdienst) und von einem Musikkorps der Wehrmacht zwei Platzkonzerte vor dem Rathaus durchgeführt.

 

 


26.10.

 


Die Siedlergemeinschaft Ammendorf hielt einen Kameradschaftsabend ab, mit dem eine Prämierung von einzelnen Siedlerstellen verbunden war. Der Gemeinschaftsleiter, Pg. (Parteigenosse) Langholz, konnte 47 Preise für vorbildliche Bewirtschaftung von Siedlerstellen verteilen, die vom Ammoniakwerk Merseburg (Leuna Werk) gestiftet waren.

Im Verlaufe des Jahres wurden rund um Ammendorf zur Luftverteidigung 8,8cm und 10,5cm Fliegerabwehrkanonen in Batteriestärke in Stellung gebracht. Zur Begegnung von Nachtangriffen wurden Scheinwerfereinheiten stationiert.

 

 


November

 


Die Gottfried Lindner AG wird als Muster-Rüstungsbetrieb ausgezeichnet.

Der Pfarrvikar Franz Wüstefeld betreut die katholische Gemeinde.

 

 


28.12.

 


Straßenbahnunglück zwischen Ammendorf und Schkopau. Zwei Fahrgäste werden getötet und 64 mehr oder weniger schwer verletzt.

Die Orgacid wird als „Nationalsozialistischer Musterbetrieb“ ausgezeichnet. Die Auszeichnung wird von Robert Ley durchgeführt.

Die Aktionäre der Gottfried Lindner AG strichen dicke Dividenden ein, in ihrer Marketenderei boten sie ihren Arbeitern und Angestellten Vogelfutter, Insektenvertilgungsmittel, Gesundheitstee und Ersatzseifenpulver  an.

Das 7,5 cm leichte Infanterie-Geschütz (le.I.G.18)  wurde ab diesem Jahr in der Böhmischen Waffenfabrik in Strakowitz und bei  Habämfa (Hallesche Bäckereimaschinen-Fabrik) in Ammendorf hergestellt. In einem Geschütz steckten 1200 Arbeitsstunden.

 

 

1943

 


März

 


30 000 Pflanzen und 3 000 Entenküken werden von den Siedlern bestellt, beschafft und verteilt. Organisator: Herr Meißner. 2.898 Kaninchenfelle werden von den Siedlern abgeliefert.

Die Versammlung des Kaninchenzüchtervereins „Fortschritt“(G6) musste wegen Fliegeralarms abgebrochen werden. Zurzeit sind 9 Vereinsmitglieder zum Militärdienst eingezogen.

Die Verpflegung der Zwangsarbeiter und der Kriegsgefangenen verschlechtert sich immer mehr. Wie aus vorliegenden Lagerführer-Nachrichten hervorgeht, wurden die Rationen ständig gekürzt. Für russische Kriegsgefangene war grundsätzlich nur begrenzt genießbares Fleisch zu verwenden. Selbst ein Spezialrezept für „Russenbrot“ wurde vom Ministerium für Versorgung herausgegeben. Es bestand aus:

  • 50% Roggenkleie
  • 20% ausgepresste Zuckerrübenschnitzel
  • 20% Zellulosemehl
  • 10% Mehl aus Stroh und Blättern.

Im Verlaufe des Jahres wird von der Reichsregierung eine Anordnung erlassen, die den Einsatz höherer Schüler als Luftwaffenhelfer, z.B. bei der Heimat-Flak, durchsetzt.

In Ammendorf werden die Schüler der Jahrgänge 1926/1927 zu Hilfsdiensten in der Luftverteidigung einberufen und als Luftwaffenhelfer ausgebildet. Sie tragen besondere Uniformen. In der Schule erhalten sie nur noch Unterricht in den wichtigsten Fächern (18 Stunden wöchentlich).

Die waffenfähigen Ammendorfer Männer werden zu einer „Stadtwacht“ zusammengefasst, die mit Rücksicht auf die verminderte Zahl der Polizisten für Ordnung und Sicherheit sorgt.

Im Verlaufe des Jahres verlassen 816 Waggons, beladen mit Sprühbehältern, Fliegerbomben und chemischer Munition, die Orgacid.

 

 


25.07.

 


Die „Ammendorfer Schützengesellschaft 05“ führt das Königsschießen durch. Die Veranstaltung wird nur im engsten Kreise abgehalten. Beim Schuss auf die Königsscheibe war Otto Koppe, Dorfstraße 5, der Erste.

Im Verlaufe des Jahres erhielt die katholische Kirche in der  Siebenhufenstraße den Altar aus Löbejüner Porphyr und ein schönes mittelalterliches Kreuz.

 

 

 

1944

 

 

 


Anfang des Jahres werden zur Verbesserung der Fliegerabwehr in und um Ammendorf Fesselballone stationiert.

Die „Männer-Liedertafel Ammendorf“ stellt die Probenarbeit ein. Öffentliche Auftritte erfolgen nicht mehr.

 

 


05.04.

 


Der Feldwebel Heinz Ackermann  Angehöriger des Kampf-Geschwaders 6 wird mit dem Deutschen Kreuz in Gold ausgezeichnet.

 

 


07.05.

 


Gründung einer Bezugsgenossenschaft der Siedler (Leuna-Siedlung). Der Leitung gehören an:               

  • Herr Langholz
  • Herr Rheude
  • Herr Adler
  • Herr Meinekat
  • Herr Engelhard
  • Herr Postier
  • Herr Behrendt

Seit 1933 überzog das faschistische Regime ganz Europa mit einem komplexen System an Unrechtsstätten. Neben den Konzentrations- und Vernichtungslagern waren unter Bezeichnungen wie Arbeitserziehungslager, Jugendschutzlager oder Polizeihaftlager Stätten errichtet, in denen die Lebensbedingungen kaum anders waren, als in den Konzentrationslagern. Am heutigen Tage erfolgte der erste Spatenstich zur Errichtung des Arbeitserziehungslagers Osendorf.

Von Juli des Jahres an existierte es in Osendorf in unmittelbarer Nähe der Brikettfabrik Osendorf östlich der Bruckdorfer Straße. In ihm waren Männer inhaftiert, die u.a. Waggons auf der Aschekippe der Leunawerke entladen mussten. Dieses Lager war der Staatspolizei, Unterkommando Spergau, unterstellt. Die Mahlzeiten bestanden aus Wassersuppe und Brot. Entsprechend hoch waren die Todesraten unter den Inhaftierten. Die Haupttodesursachen waren Unterernährung, Typhus, Tuberkulose und Misshandlungen durch die SS-Wächter. Insgesamt starben bis Ende des Jahres 1944 195 Häftlinge (135 Ostarbeiter, 35 Holländer, 15 Franzosen und 10 Italiener).  In Osendorf wurden die Inhaftierten als E-Kompanie bezeichnet.

 

 


29.08.

 


Der Reichsführer der Deutschen Arbeitsfront Robert Ley besucht die Giftgasfabrik Orgacid. Er besichtigt die Anlagen und hält in einer Feierstunde eine Rede an die Belegschaft des Werkes und die reichlich vertretene Prominenz der Wehrmacht und NSDAP.

 

 


06.09.

 


Auf Befehl Hitlers wird die Bildung des Volkssturmes durchgesetzt.

 

 


11.09.

 


Bombenangriff der amerikanischen Luftflotte auf Halle und Ammendorf. Das Gebiet zwischen der Hauptstr. und der Merseburger Straße ist betroffen.

In Ammendorf erhält die Sparkasse einen Bombentreffer. Die Scheune des Pfarrhauses wird ebenfalls getroffen. Der Hochbunker auf dem Fichteplatz erhält einen Bombentreffer ohne das Schaden angerichtet wird.

 

 


25.09.

 


Mit einem Erlass des Führers wird der Volkssturm ins Leben gerufen. Auf dieser Grundlage können alle 16 bis 60 Jährigen zum Kriegsdienst eingezogen werden.

 

 


Oktober

 


Die Lebensmittelrationen für Normalverbraucher betragen pro Tag:

  • Brot: 321 g
  • Fleisch: 36 g
  • Fett: 32 g

 

 


02.11.

 


Fliegeralarm: Etwa 300 Sprengbomben werden besonders auf Radewell geworfen: Wohnhäuser in der Radeweller Straße werden getroffen. Weitere Bomben fallen in den Tagebau, auf die Halde, die Brikettfabrik von der Heydt (hier wird der stillgelegte Förderturm des Untertage-Betriebes zerstört). Das Mundloch,

des für die Siedler eingerichteten Schutzraumes (in alten Grubenbauen), wird verschüttet und wird durch Ostarbeiter freigelegt. Weitere Bomben fielen auf die Chemische Fabrik Jakob und töteten Herrn Jakob, auf die Siebenhufenstraße vor das Pfarrhaus, zwischen Pfarrhaus und Kirche sowie auf den Acker zwischen Siebenhufenstr. und Bäumchenstr.

Der Gasthof Jäger in Radewell und die Bäckerei Schmidt (später Ruhr) in der  Siebenhufenstr. sowie das Haus Leunaweg 38/40 erhalten Bombentreffer. Viele Siedlungshäuser haben Schäden an den Dächern. Unzählige Fensterscheiben gehen zu Bruch. Drei Todesopfer sind in der Siedlung zu beklagen. Noch am gleichen Abend halfen 2 Kolonnen arbeitsverpflichteter Polen und Franzosen, aus Dankbarkeit, weil Pfarrer Wüstefeld Gottesdienste für sie gehalten hatte, die Bombentrichter vor und hinter der katholischen Kirche in der Siebenhufenstraße zuzuschaufeln.

 

 

1945

 


13.03.

 


Bombenangriff auf Halle. Vereinzelte Bomben treffen auch das Gebiet der Stadt Ammendorf. Es werden Häuser in der Kasseler Straße und im Buchenweg getroffen.

 

 


06.04.

 

 


Erneuter Bombenangriff auf Ammendorf. Bombenschäden entstehen in der Merseburger- und in der Hindenburgstraße (Georgi-Dimitroff-Str.), u.a. auch im Depot der Merseburger Überlandbahn, Kolonialwarenladen Ehrhardt, heute (2017) Sanitätshaus Puffpaff, Holzhandlung Hildebrandt, heute (2017) Pension Ammendorf.

In allen Ammendorfer Schulen wird der Schulbetrieb eingestellt.

 

 


10.04.

 


Infolge der Kriegseinwirkungen stellt die MÜBAG den Straßenbahnverkehr ein.

 

 


13.04.

 


Daueralarm in Halle und Ammendorf wegen der Gefahr von Tieffliegerangriffen.

9°° Uhr wird die Produktion in der „Orgacid“ eingestellt. Die Anlagen werden abgefahren.

 

 


15.04.

 


Die Wehrmacht sprengt „zur besseren Verteidigung“ die Brücken. Betroffen sind die Elsterbrücke, die Saalebrücke, die Saalebrücke der Eisenbahn, die Schaafbrücke und in Beesen die Fliese.-Die Sprengung der Eisenbahnbrücke der Kasseler Bahn am Rosengarten kann verhindert werden. Durch die Sprengungen wird auch das Dach der katholischen Schule schwer beschädigt.

 

 


17.04.

 


Die Mitglieder der KPD-Ortsgruppe Ammendorf Hans Sperling, Reinhold Bruder und Erhard Heyer schleichen sich durch die Frontlinie zu den amerikanischen Truppen. Einem Stabsoffizier schildern sie die Lage in Ammendorf und bitten um Verschonung der Stadt.

Insgesamt 515 Fliegeralarme wurden in und um Ammendorf ausgelöst.

 

 


19.04.

 


Amerikanische Truppen besetzen Ammendorf (104. US-Infanteriedivision-Timber Wolves). Kampfhandlungen fanden nicht statt.

Die „Proklamation Nr. I“ wird veröffentlicht. Sie fordert:

  • Abgabe aller Waffen
  • Ausgangssperre von 20°°- 6°° Uhr
  • Totalverdunkelung 30 Min. vor Sonnenuntergang bis 30 Min. vor Sonnenaufgang.

Durch die amerikanische Besatzungsmacht wird in der Friedenschule ein Lazarett für verwundete deutsche Soldaten eingerichtet. Der Schulbetrieb ruht. In dieser Zeit werden durch die Soldaten die in vielen Jahren von Otto Schroeter gesammelten Exponate der Ammendorfer „Heimathalle“ in Unkenntnis zerstört (zum Teil in  Übermut aus den Fenstern geworfen).

Die befreiten Kriegsgefangenen und Zwangsarbeiter, werden bis zu ihrer Rückkehr in ihre Heimatländer z.T. in der Turnhalle der Friedenschule untergebracht. Auf dem Schulhof bereiten sich die Franzosen an offenen Feuerstellen die Frösche zu, die ihnen Ammendorfer Kinder in der Aue gefangen haben.

 

 


21.04.

 


Die amerikanische Besatzungsmacht veröffentlicht eine weitere „Bekanntmachung an die Zivilbevölkerung“. Sie stellt weitere Forderungen, wie:

  • Bewegungsfreiheit für die Zivilbevölkerung nur im Stadtgebiet
  • Jede Benutzung von Privat-Pkw, Krafträdern und der Eisenbahn ohne Erlaubnis ist verboten.
  • Das Tragen von Fotoapparaten und Feldstechern sowie das Freilassen von Brieftauben wird untersagt.

Amerikanische GI‘s ziehen durch die Wohnungen und entwenden Fotoapparate, Uhren und Radios, wenn keine Kaufbescheinigungen vorgelegt werden können.

 

 


30.04.

 


Hitler verübt in der Reichskanzlei in Berlin Selbstmord.

 

 


08.05.

 


Kapitulation im sowjetischen Hauptquartier in Karlshorst durch Generalfeldmarschall Keitel, Generaloberst Stumpff und Generaladmiral von Friedeburg im Namen des Oberkommandos der deutschen Wehrmacht. Der II. Weltkrieg ist zu Ende. Die Gesamtverluste an Menschen betragen in Deutschland 10 Mio., davon rund 4 Mio. Zivilbevölkerung (Tote insgesamt 55 Mio.).

Zwischen Rosengarten und Rathaus Ammendorf nimmt die MÜBAG den Straßenbahnverkehr wieder auf. In den Ammendorfer Fabriken wird der 8-Stunden-Arbeitstag wieder eingeführt.

 

 


23.05.

 


Durch die Verhaftung des Hitlernachfolgers Dönitz und seiner Minister in Flensburg machen die Briten, der letzten gesamtdeutschen Regierung ein Ende.

 

 


Juni

 


Die MÜBAG nimmt den Straßenbahnverkehr nach Merseburg wieder auf. Allerdings war ein zweimaliges Umsteigen erforderlich. Zwischen der im Wiederaufbau befindlichen Elsterbrücke und der zerstörten Saalebrücke fuhr auf 2 km Strecke ein dort bei der Sprengung verbliebener Einzelwagen. Während jedoch die Elster mittels einer Behelfsbrücke zu Fuß überquert werden konnte, musste man über die Saale bis zum 18.11.1945 mit einer Fähre übersetzen. Über die dann errichtete Notbrücke konnte auch die Straßenbahn fahren.

 

 


08.06.

 


Sowjetische Truppen ziehen in Ammendorf ein.

 

 


01.07.

 


Die gesamte Verwaltung des Saalkreises wird von der Sowjetarmee übernommen. Im Rathaus Ammendorf wird die Kommandantur eingerichtet.

 

 


03.07.

 


Der Ammendorfer Wilhelm Wollmann wird von der Sowjetischen Militärregierung als Landrat des Saalkreises eingesetzt.

 

 


20.07.

 


Der Bürgermeister Otto Sonnenberg (NSDAP) wird ohne Ruhegeld abgesetzt. Die Gottfried Lindner AG wird enteignet und der Landesregierung unterstellt. Es wird mit der Herstellung lebensnotwendiger Waren des täglichen Bedarfs begonnen. Es werden u.a. aus Stahlhelmen Kochtöpfe produziert.

 

 


21.07.

 


Die drei Ammendorfer Kaninchenzüchtervereine G5, G6 und G448 fassen den Beschluss zur Vereinigung.

 

 


22.07.

 


Die Ammendorfer Kaninchenzüchtervereine „G5“ und „G448“ schlossen sich dem Verein „G6“ an. Im Verein arbeiten bis zu 130 Mitgliedern mit.

 

 


25.07.

 


Gründung der LDP-Ortsgruppe in Ammendorf.

 

 


28.07.

 


In der Gaststätte „Elsterstrand“ beraten Willy Schüle, Paul Schmidt, Karl Friedrich, Richard Schröder, Gustav Ochse und Carl Utgenannt wie das Singen weiter geführt werden kann. In dieser Beratung wird der Grundstein  für die Neubildung des „Ammendorfer Männerchors“ gelegt.

 

 


01.08.

 


Die ersten Umsiedler aus den Ostgebieten werden in den Baracken des RAD-Lagers an der Siebenhufenstr. einquartiert. In Beesen wird in kürzester Zeit eine Behelfssiedlung errichtet. Insgesamt nimmt die Stadt Ammendorf, bei einer Einwohnerzahl von 13 700, mehr als 4 000 Umsiedler auf. Das bereitet enorme Probleme. (Wohnung, Verpflegung, Heizung, Bekleidung u.v.a.m.).

 

 


05.08.

 


Wahl der Leitung der Gemeinschaftssiedlung (124 Mitglieder). Der gewählten Leitung gehören an.

  • Herr Laupitz
  • Herr Paul Schmidt
  • Herr Wilhelm Schmidt
  • Herr Hermann Büttner
  • Herr Keitel
  • Herr Wenzel
  • Herr Selle

Weiterhin wurde eine Ackervergabekommission gebildet. Ihr gehören an:

  • Herr Laupitz
  • Herr Georg Gläss
  • Herr Behrendt

Wilhelm Schmidt wird mit der Beschaffung von Leuna-Dünger beauftragt. Es wird ein monatlicher Mitgliedsbeitrag von 40 Pfg. festgelegt.

 

 


12.08.

 


Im Goldenen Adler findet die erste gemeinsame Beratung der vereinigten Ammendorfer Kaninchenzüchtervereine statt. Die 67 Züchter, die Tiere von 14 Rassen halten, einigten sich auf den Vereinsnahmen Kaninchenzuchtverein Ammendorf G6“.

 

 


24.08.

 


Vom „Antifa Ausschuss“ wird Friedrich Gorbauch (KPD) als Bürgermeister eingesetzt. Er war wenige Wochen zuvor aus dem KZ Buchenwald zurückgekehrt.

Dem Dr. med. Franz Wolff wird in der Zeit, als er einen Kranken besuchte, sein Auto (F8 DKW) gestohlen.

Die sowjetische Kommandantur befiehlt die Vorbereitung der Wiederaufnahme des Schulbetriebes in Ammendorf.

 

 


31.08.

 


Auf Befehl des sowjetischen Militärkommandos wird die Fabrik der TH. Goldschmidt AG Ammendorf vom Befehlshaber der Fabrik, Generalmajor Schalkow, übernommen. Als Kontrollingenieur wird Ingenieur-Oberst Lenski  und als Werkdirektor Dr. Camillo Irmscher eingesetzt.

 

 


03.09.

 


Prof. Dr. Hübner unterzeichnet die „Verordnung über die Bodenreform in der Provinz Sachsen“ In Ammendorf wird kein Bauer enteignet da keiner mehr als 100 ha Land besitzt.

 

 


10.09.

 


Der sowjetische Stadtkommandant von Ammendorf gibt den Betrieben eigene Verantwortung über die Restbestände von Heeresmaterial.

 

 


01.10.

 


Es beginnt wieder der geregelte Schulbetrieb. Es wurden neue Schulbücher ausgegeben. Die Schüler der Friedenschule müssen in die Radeweller  Schule. Der Unterricht erfolgt umschichtig eine Woche am Vormittag, die nächste Woche am Nachmittag.

 

 


09.11.

 


Siedlerversammlung

Vorschläge :

  • Eine Arbeitsdienstbaracke ist als Siedlerheim zu nutzen.
  • Es sind Saatkartoffeln zu  beschaffen.
  • Der Siedler Herr Laupitz fordert die Auflösung der Gemeinschaftssiedlung und die Bildung einer separaten LEUNASIEDLUNG.

Gegen die Spaltung traten auf die Herren Behrend, Engelhard, Schmidt (Willy) und die Siedlerfrauen. Die Spaltung wurde abgelehnt.

Weitere Vorschläge waren:

  • Nutzung der Grünflächen im Heimstättenweg zum Gemüseanbau.
  • Erhöhung des Monatsbeitrages auf 50 Pfg.

Die „Rote Armee“ hat die Giftstoffe vom Gelände der „Orgacid“ ausgelagert und mit der Sprengung der Anlagen nach der Demontage der Einrichtung begonnen. Auf dem Gelände der ehemaligen „Orgacid“ wurde im „roten Haus“ die Verwaltung der Deutschen Grube eingerichtet. Später Verwaltung des VEB Braunkohlenwerk Ammendorf.

Im Chemischen Werk Ammendorf beginnt die Demontage der 1939 bis 1946 errichteten Anlagen, insbesondere die Quecksilberelektrolyse und die Leimfilmproduktion. Die Demontage wird am 03.04.1946 abgeschlossen. Der materielle Verlust beträgt 12 700 000,- RM.

 

 


15.11.

 


Der sowjetische Stadtkommandant startet die Aktion „Rettet das Kind“.

 

 


25.12.

 


Der wieder erstandene Ammendorfer Gesangsverein gibt im Lokal „Goldener Adler“ sein erstes Konzert. Diese Veranstaltung wird von 685 Gästen besucht und wurde ein voller Erfolg.

Im Schützenhaus gründet sich die Volkskunstgruppe die Schrammeln.

Die Lebensmittelration für eine Person und 10 Tage sah folgendermaßen aus;

  • 2.500 g Brot
  • 150 g Zucker
  • 150 g Nährmittel
  • 300 g Marmelade              
  • 70 g Fett
  • 150 g Fleisch

In Ammendorf nimmt die Handweberei HAWEBA die Arbeit in Räumen der Farbenfabrik Hartmann auf. Da Boxen als Zweikampfsport nach dem verlorenen Krieg von der Besatzungsmacht gemäß der Direktive 23 verboten ist, wechseln viele Amateurboxer in das Profilager. Nach Auffassung der Sowjetischen Militäradministration (SMAD) ist das Profiboxen ein Beruf in einem „freien Gewerbe“ und fällt nicht unter das Verbot.

 

 

1946

 


18.02.

 


Der „Ammendorfer Männerchor“ singt auf dem Ammendorfer Friedhof und anschließend im „Goldenen Adler“ zum Gedenken an die in den Jahren 1920/21 gefallenen Märzkämpfer Der Chor hat 52 Mitwirkende.

 

 


07.03.

 


Gründung der Freien Deutschen Jugend (FDJ) in Berlin.

 

 


10.04.

 


Die Papierfabrik Radewell wird demontiert und geht als Teil der Reparationsleistung in die Sowjetunion. Auf diesem Gelände entwickelt sich in den Jahren danach eine Firma zur Sekundärrohstofferfassung und –verwertung. VEB Kombinat Metallaufbereitung Halle. Die Firma Sleevogt & Co. beginnt mit der Herstellung von Zementdachziegeln auf dem ehemaligen Gelände des Reichsarbeitsdienstlagers in der Siebenhufenstraße. In Handarbeit werden im ehemaligen Speisesaal die Ziegel geformt und auf dem Freigelände dahinter getrocknet und bis zum Verkauf gelagert.

 

 


21./22.04.

 


Gründung der SED auf dem Vereinigungsparteitag in Berlin.

 

 


21.06.

 


Die „Freiheit“ schreibt:

„Ammendorf - Hochburg der Arbeiterbewegung
Als Geburtsjahr der Ammendorfer Arbeiterbewegung kann wohl das Jahr 1890 bezeichnet werden, in dem der Saalkreis seinen ersten sozialdemokratischen Reichstagsabgeordneten, den Gen. Kunert, stellte. Trotz aller behördlichen Schikanen, Maßregelungen und Verhaftungen konnte die Arbeiterbewegung in ihrer Entwicklung nicht gehemmt werden; sie eroberte bald das Gemeindeparlament und beherrschte bereits vor dem ersten Weltkrieg das politische Leben in Ammendorf“.

In der Radeweller Schule wird in einem Teil die „Anerkannte Mittelschule“ aufgebaut.

 

 


22.07.

 


Die Siedlergemeinschaft feiert das erste Kinderfest nach dem Krieg. 507 Kinder nehmen teil. Die Organisatoren sind die Siedler Schmidt (Willy), König und Hohlenburger.

Die Firma Gottfried Lindner AG wird SAG Betrieb (Sowjetische Aktien Gesell-schaft). Seit Juli 1945 wurden im Betrieb tausende Kleiderschränke, Tische, Betten, Kinderbetten, Leiterhandwagen, Schubkarren, Behelfsherde, Holzpantoffeln, Rucksäcke und Löffel hergestellt. Diese Sachen wurden im täglichen Leben notwendig gebraucht.

 

 


26.07.

 


Die Friedenschule führt nach dem Kriege das erste Sportfest durch.  Ca 1.500 Schulkinder nehmen daran teil.

 

 


25.08.

 


Die Arbeiter der Brikettfabriken Ammendorf, Osendorf und Bruckdorf fahren eine Sonderschicht und produzieren 674 t Braunkohlenbrikett für die notleidende Bevölkerung von Ammendorf.

 

 


04.09.

 


Die Mitglieder des Ammendorfer Männerchores wählen den Sangesbruder Fritz Buro zum 1.Vorsitzenden.

 

 


07.09.

 


Der Verlag „Freiheit“ veranstaltet im Kurt-Wabbel-Stadion ein Sportfest. Den Boxvergleichskampf gewinnt die Staffel von Ammendorf gegen die Stadtauswahl von Leipzig mit 7:3. Weitere Kämpfe führen die Ammendorfer siegreich gegen Barby und Helbra durch. Diese Wettkämpfe stehen im Widerspruch zu dem bestehenden Verbot des Amateurboxsportes, werden von der SMAD jedoch stillschweigend geduldet.

 

 


08.09.

 


Gemeindewahl in Ammendorf (19 000 Einwohner). Ergebnis:

  • SED  48%
  • CDU 21%
  • LPD  21%

 

 


21.09.

 


In der Nacht zum 22.09. läuft in der sowjetischen Besatzungszone die Geheimoperation „Ossawakin“ an. Ca. 20 000 Wissenschaftler, Ingenieure, Techniker, Chemiker, Physiker und Spezialarbeiter werden mit ihren Familien in die Sowjetunion deportiert und arbeiten dort an wichtigen Aufgaben. Das war der zweite Aderlass an wissenschaftlicher Kapazität, nachdem die Amerikaner bei ihrem Abzug schon viele Experten, Patentschriften und wissenschaftliche Aufzeichnungen mitgehen ließen.

Auf Grund der vielen Umsiedler betreut die katholische Kirche ca.4 000 Christen.

 

 


30.09.

 


Der Bürgermeister Fritz Gorbach übergibt zur Wiedereröffnung der Friedenschule den Direktoren der Knaben- und der Mädchenschule eine Urkunde mit folgendem Wortlaut:

„Die Ammendorfer Friedenschule öffnet heute, am 30.September 1946, etwa 1500 Schülern wieder ihre Tore. Sechs Jahre lang war die Schule ihrer eigentlichen friedlichen Bestimmung als Bildungsstätte entrissen und dem Kriege dienstbar gemacht worden. Dank der Fürsorge der örtlichen Stadtverwaltung wurden die Räume für Unterrichtszwecke wieder hergerichtet. Am heutigen Tage kann die Schuljugend Ammendorfs zu froher Arbeit wieder einziehen. Möge von hieraus fernerhin viel Segen für unsere Heimat ausströmen.“

 

 


20.10.

 


Kreistagswahl.

Das Wahlergebnis in Ammendorf sieht wie folgt aus:

Partei

Stimmen

SED

5920

LDP

2709

CDU

2228

VdgB (Vereinigung der gegenseitigen Bauernhilfe)

64

 

 

 


27.11.

 


Die „Tägliche Rundschau“ schreibt:

„Uhrenfabrik Silesia in Ammendorf.

In diesen Tagen nimmt in den Räumen einer Fabrik in Ammendorf (Druck und Lederfarbenfabrik) die Uhrenfabrik  „Silesia“, Genossenschaft der Uhrmacher, Gustav Beckers, aus Freiburg in Schlesien mit 130 Köpfen ihren Betrieb auf. Bis zum Beginn der Produktion wird der größte Teil der Belegschaftsmitglieder im Aufbau beschäftigt, während etwa 30 Leute in einer Großreparaturwerkstatt arbeiten, um sich das notwendige Fingerspitzengefühl zu erhalten. Das künftige Produktionsprogramm der Uhrenwerke sieht die Herstellung von Dienstuhren für Stellwerke der Reichsbahn (Uhren mit Achttagewerken), Küchen- und Bürouhren und Wecker-Uhren für Haushaltszwecke vor.“

Im Verlaufe des Jahres wurden für fünf Umsiedlerfamilien in Beesen auf dem Exerzierplatz Behelfsheime errichtet.

Der Kaninchenzuchtverein Ammendorf G6  hat jetzt 130 Mitglieder. Unter der Leitung von den Züchterinnen Frau Künzel und Frau Rückwardt wurde eine Frauenzuchtgruppe ins Leben gerufen.

 

 

1947

 


01.01.

 


Die Freiwillige Feuerwehr Ammendorf muss einen Brand im Haus der Halleschen Straße 184 löschen.

 

 


03.01.

 


Auf dem Güterbahnhof brennt ein mit Schwefel beladener Waggon. Die Freiwillige Feuerwehr Ammendorf kann den Brand schnell stoppen.

 

 


05.01.

 


Ein eisiger Winter in Zeiten der Not erhöht die Leiden der Menschen. Minus 17 Grad Celsius werden heute gemessen und es soll noch kälter werden. Viele Menschen stehlen Brikett von den Zügen, die auf dem  Bahnhof zum Abtransport zusammengestellt werden. An 65 Tagen sind Elster und Saale zugefroren.

 

 


13.01.

 


Das Elektrochemische Werk Ammendorf wird durch Erlass der Landesregierung zum Volkseigentum erklärt. Die SMAD veranlasst mit Befehl Nr. 9 die Wiederaufnahme der Produktion lebensnotwendiger Produkte.

 

 


14.01.

 


Die Lebensmittelkarte 6 entfällt. Das bedeutet für viele Menschen eine Verbesserung der Ernährung.

In der Industriestraße brennt eine Baracke. Die Freiwillige Feuerwehr Ammendorf lässt die Baracke kontrolliert abbrennen. Das Übergreifen des Feuers auf die benachbarte Baracke kann verhindert werden.

 

 


15.02.

 


Die Freiwillige Feuerwehr Ammendorf muss einen Brand in der Autowerkstatt in der Siebenhufenstraße löschen.

 

 


27.03.

 


Der vom Stadtrat gewählte Friedrich Gorbauch (SED), der als Häftling im KZ Buchenwald war, wird offiziell in das Amt des Bürgermeisters eingeführt.

 

 


03.05.

 


Die Belegschaft der „Haweba“ (Hallesche Werkstätten für Bekleidung und Ausstattung) aus der Karl-Liebknecht-Straße 8 feiert im Schützenhaus ihr Frühlingsfest. Die kulturelle Umrahmung der Veranstaltung übernahmen Künstler der Städtischen Bühnen Halle. Am Flügel der beliebte Ernst Kramer. Zum Tanz spielte die temperamentvolle Kapelle R. Schade. Inhaber der Firma Haweba ist Heinz Leubner.

 

 


Juni

 


Der Pfarrvikar der Ammendorfer katholischen Gemeinde St. Marien, Franz Wüstefeld, beginnt mit der Caritasarbeit in Halle. Später wird er zum Caritasdirektor für die südlichen Dekanate ernannt. Halle ist die Hauptumschlagstelle für die Paketsendungen. Er gründet „Umverteilerstellen“ in Dessau, Eisleben und Weißenfels. Ab 1964 war er Päpstlicher Geheimer Kämmerer, ab 1971 Päpstlicher Prälat und ab 1976 Apostolischer Protonator.

 

 


01.08.

 


Im „Goldenen Adler“ wird ein Konzert gegeben. Mitwirkende sind:

Edith Grimm (Sopran), das Städtische Orchester Merseburg und der Ammendorfer Männerchor unter Leitung von Rudolf Siebenbrodt. An der Veranstaltung nahmen 600 Besucher teil.

 

 


27.08.

 


In Nürnberg beginnt der Prozess gegen 23 Leitende Angestellte der IG Farben AG. Der Prozess endet mit der Urteilsverkündung am 30.07.1948. 13 führende Experten werden zu Gefängnisstrafen verurteilt. Unter ihnen Otto Ambros (Vorstandsmitglied, Planung der IG Farben Auschwitz), der zu acht Jahren Haft verurteilt wird. Er wurde aber bereits im Jahre 1952 aus der Haft entlassen. Die meisten der Verurteilten hatten in der BRD innerhalb kürzester Zeit wieder Aufsichtsratsposten inne. Einige von ihnen wurden mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet. Dr. Otto Ambros hatte in der Orgacid im Jahre 1939 das Nervengas Tabun zur großchemischen Produktionsreife geführt.

In der ehemaligen katholischen Schule –am hohen Holz- wird ein katholischer Kindergarten eingerichtet.

 

 


07.09.

 


Die Freiwillige Feuerwehr Ammendorf muss erneut einen brennenden, mit Schwefel beladenen Waggon, löschen.

Die Anerkannte Mittelschule Ammendorf nimmt im Gebäude der ehemaligen Mittelschule Radewell den Schulbetrieb auf. Die ersten Neulehrer werden eingesetzt.

Im Jahre 1947 wurde die Ortsgruppe Ammendorf des Demokratischen Frauenbundes (DFD) gebildet. Ihr gehörten 12 Mitglieder an u.a. Frieda Jänicke, Marie Richter, Juliane Hillebrecht, Frieda Riemer, Frieda Wenzel, Frau Göring und Frau Pitzschel. Vorsitzende: Flora Teichmann Kassierer: Frieda Wenzel. 

Der Pfarrvikar Gerhard Wagner betreut die katholische Gemeinde.

Das Rathaus wird wieder von der Stadtverwaltung genutzt.

Die ZSG Industrie Ammendorf wird im Herbst 1947 in der SAG (Sowjetische Aktiengesellschaft) Waggonbau Ammendorf gebildet. Daraus entwickelt sich die BSG Motor Ammendorf. Auf dem Hopfenberg wird ein Behelfskrankenhaus eingerichtet. Leitender Arzt ist Dr. Kühl. Diese Maßnahme ist erforderlich, weil die Anzahl der an Lungentuberkulose erkrankten Menschen dramatisch zunimmt. Richard Werner wird Pfarrer in der evang. St. Katharina-Gemeinde Ammendorf.

 

 


31.12.

 


Thomas Nattermann wird in der Regensburger Str. 137 geboren. Als Prof. Dr. rer. nat. ist er von 1989 bis 1991 an der Universität Bochum auf dem Fachgebiet Festkörpertheorie tätig. Ab 1991 Prof. für Theoretische Physik an der Universität Köln.

 

 

1948

 


01.05.

 


Der erste Rohbau für einen vierachsigen Weitstreckenpersonenwagen wird in der Waggonfabrik fertig gestellt.

Die „Anerkannte Mittelschule“ wird „Oberschule im Aufbau zu Ammendorf“. Die bisher verbotenen Kampfsportarten können wieder betrieben werden. Der Amateurboxsport kann wieder offiziell durchgeführt werden. Die Ammendorfer Boxstaffel wechselt nach Halle und trainiert in der Beesener Straße (Neuberts Gaststätte) in der SG Fichte. Sie werden Mannschaftskreismeister im Boxen mit 15:1 über Polizei Halle.

 

 


18.06.

 


Die BSG Chemie Ammendorf mit den Sektionen Fußball, Kegeln, Turnen, Gymnastik und Tischtennis wird gegründet Trägerbetrieb ist der VEB Chemisches Werk Ammendorf in der Schachtstraße.

 

 


20.06.

 


In den 3 westlichen Besatzungszonen Deutschlands wird eine separate Währung eingeführt. Das wird am 23.06. auch in den westlichen Besatzungszonen Berlins realisiert. Daraufhin ordnet die Sowjetische Besatzungsmacht am 24.06. den Währungsumtausch für die sowjetische Besatzungszone und den sowjetischen Sektor von Berlin an.

 

 


01.08.

 


Die Waggonfabrik liefert den ersten Weitstreckenpersonenwagen an die UdSSR aus. Bis zum Jahresende werden weitere 17 Waggons fertig gestellt.

 

 


20.08.

 


Die Osendorfer Schachtsiedler (Brückenstr.) treten der Siedlergemeinschaft bei.

 

 


01.09.

 


Karl Naß (SED) wird Bürgermeister in Ammendorf.

Die Freunde der Neuen Schule ( die Vorgänger der späteren Elternbeiräte ) nehmen in der Friedenschule und Radeweller Schule ihre Tätigkeit auf.

 

 


19.09.

 


Im „Goldenen Adler“ gibt der Ammendorfer Männerchor ein Konzert zum Gedenken an den von den Faschisten ermordeten Ammendorfer Gemeindevertreter Alfred Reinhardt (SPD).

 

 


07.10.

 


Die Gebrüder Bönisch, Obersteiger Pfingst und Steiger Kathe fahren im Nottagebau Ammendorf eine Höchstleistungsschicht. Sie fördern 72,5 t Rohkohle. Das entspricht einer Normerfüllung von 1090 %. Diese Kohle wird der notleidenden Bevölkerung zur Verfügung gestellt.

Der Vorsitzende des Kaninchenzuchtvereins Ammendorf G6, Otto Funke, legt sein Amt nieder. Sein Nachfolger wird Walter Tittelbach der diese Funktion bis 1952 ausübt.

 

 


25.11.

 


Nach der Übernahme der Braunkohlenbetriebe in Volkseigentum wurden durch eine Verfügung der Deutschen Wirtschaftskommission die Braunkohlenwerke Ammendorf, Neumark, Mücheln und Großkayna gebildet.

 

 


Dezember

 


Eine Kinderweihnachtsfeier wird in der Heimstättensiedlung organisiert und durchgeführt. Es wird mit der Schulspeisung begonnen: Ein Schritt zur Überwindung der größten Not.

 

 


29.12.

 


Bürgermeister Naß verabschiedet den 2-Jahrplan der Stadtverwaltung Ammendorf. Er enthält u.a. nachstehende Zielstellungen.

  • Schaffung eines Volkshauses.
  • Einrichtung eines Altenheimes.
  • Schaffung eines Landschulheimes in Wernigerode.
  • Schaffung einer Volksbücherei im Rathaus.
  • Herstellung einer Lehmbausiedlung (10 Doppelhäuser in der Siebenhufenstr.).
  • Kohlenförderung im Nottagebau Osendorf.

1. Q.       1000 t

2. Q.       1200 t

3. Q.       1200 t

4. Q.       1400 t

In beiden Jahren des Planes:

  • Hilfsmaßnahmen zur Verbesserung der Versorgung der Heimkehrer mit Bekleidung.
  • Verbesserung der Straßenbahnverbindungen für die Ammendorfer Bevölkerung.

Im Jahre 1948 baut die Waggonfabrik die ersten Breitspur-Reisezugwagen für die Sowjetische Eisenbahn.

Im Chemischen Werk Ammendorf wird der Chemiker Dr. Seidemann als Werkleiter eingesetzt.

 

 

1949

 


15.02.

 


In der sowjetischen Besatzungszone und in Ostberlin wird für alle Bürger ab dem 14.Lebensjahr der Personalausweis ausgegeben.

 

 


19.02.

 


Die Siedler der Heimstättensiedlung feiern ihr erstes Kappenfest nach dem Krieg.

 

 


18.03.

 


Die Lehrmittelfreiheit für alle Schüler in Ammendorf ist eingeführt. Damit ist Ammendorf die zweite Stadt in der sowjetischen Besatzungszone, die diese Maßnahme einführt.

 

 


12.05.

 


Die deutsche Bevölkerung wird zur Bildung der „Nationalen Front“ gegen die Bestrebungen zur Spaltung Deutschlands aufgerufen.

Im Mai wurden die HO-Läden eröffnet. Nun konnten ohne Lebensmittelkarte, aber zu erhöhten Preisen, zusätzlich Lebensmittel erworben werden.

Zum Beispiel:

  • 1kg Zucker = 24,- Mark
  • 1kg Schweinefleisch= 70,- Mark
  • 1kg Jagdwurst = 50,- Mark
  • 1kg Weizenmehl = 16,- Mark
  • 1St. Kuchenbrötchen = 0,75 Mark
  • 1 Bockwurst = 3,60 Mark

 

 


27.05.

 


Heute verstarb in Radewell der am 18.09.1879 in Trotha geborene Parteiveteran Karl Meißner.

 

 


11.07.

 


In der Lehmbausiedlung (heute Igelweg) sind in zwei Doppelhäusern die Kellergeschosse fertig gestellt.

 

 


25.07.

 


Die Straßenbahn Halle dehnt mit der Linie 14 ihr Verkehrsgebiet bis nach Ammendorf aus. Für 15 Pfg. können die Ammendorfer bis nach Trotha fahren.

 

 


21.08.

 


Kinderfest auf der Halde. Es wird eine Holztanzfläche und eine Seilbahn errichtet. Letztere wird zur Attraktion für die Kinder. Die FDJ-Organisation der Siedlung leistet in der Vorbereitung und Durchführung eine wertvolle Unterstützung für die Leitung der Siedlergemeinschaft.

 

 

01.09.

 


Die Förderung von Rohbraunkohle aus dem Nottagebau Osendorf wird von der Stadtverwaltung Ammendorf eingestellt.

Die Friedenschule schließt mit dem Waggonbau und die Radeweller Schule mit dem Braunkohlenwerk Ammendorf Patenschaftsverträge ab.

 

 


05.10.

 


Ein Jahr nach der Auslieferung des ersten Reisezugwagens aus der Waggonfabrik steht der 100. dieses Typs zur Abfahrt in die Sowjetunion bereit.

 

 


07.10.

 


Gründung der DDR.

Das Klubhaus der Waggonbauer wird im Schützenhaus Ammendorf eingerichtet. Die Gewerkschaftsbibliothek und zahlreiche Interessengemeinschaften zogen in die renovierten Räume ein. Hier probten bald 310 Mitglieder von 15 Kulturgruppen für Volksmusik, Volkstanz, Ballett; hier trafen sich Amateurfotografen und Briefmarkensammler.                         

 

 


12.11.

 


Die Freiheit schreibt:

„In der vollbesetzten Hauptwerkstatt der Grube Ammendorf in Osendorf wurde am Mittwochnachmittag die Delegation der Ruhrbergarbeiter, die aus Anlass des „Tages der Aktivisten“ in Sachsen Anhalt weilte, feierlich verabschiedet. Der Betriebsleiter, Kollege Gerhard Bönisch, betonte in seiner Ansprache, dass die Bemühungen der Werktätigen um die Erfüllung und Übererfüllung des Zweijahrplanes ein Hilfebeitrag auch für die Ruhrkumpel im Kampf um die Einheit Deutschlands seien.“

Ein Ruhrkumpel sagte:

„Wenn es Herr Adenauer für Hochverrat hält, dass sich Deutsche mit Deutschen zusammenfinden, dann wollen wir gern Hochverräter sein.“

 

 


17.11.

 


Die Siedlergemeinschaft der Heimstättensiedlung schließt sich auf Beschluss der Mitgliederversammlung der „Vereinigung der Kleingärtner und Kleintierzüchter“ an.

 

 


17.12.

 


Weihnachtsfeier der Siedler der Heimstättensiedlung.

Im Jahr 1949 war die Mitgliederstärke der DFD-Ortsgruppe auf 51 angestiegen. Die Bildung von Untergruppen war erforderlich. Somit wurde auch eine DFD-Gruppe Siedlung (später 99, 100 und danach 203) ins Leben gerufen.

Vorsitzende: Frieda Riemer,

Stellvertr.: Frieda  Jänicke

Kassierer: Frieda  Wenzel 

Gerhard Karbow wird Pfarrer in Beesen, er bleibt bis 1971. Danach ist die Stelle bis 1978 unbesetzt.

Im Verlaufe des Jahres wurde von der fortschrittlichen Jugend Ammendorfs in der Regensburger- Straße (gegenüber der Radeweller Schule) eine Gedenktafel, für den am 28. März 1921 von der Hörsing-Polizei ermordeten 15-jährigen Lehrling Karl Meißner angebracht.

Der Ammendorfer Gerhard Bönisch wurde für seine Verdienste um den Braunkohlenbergbau mit dem  Nationalpreis der DDR - III. Klasse - für Wissenschaft und Technik ausgezeichnet.

 

 


 
1950

 


01.01.

 


Kurt Martin (SED) wird Bürgermeister in Ammendorf.

 

 


31.01.

 


Zwei Doppelhäuser der Lehmbausiedlung sind rohbaufertig. Der im 2-Jahrplan vorgesehene Bau weiterer 8 Doppelhäuser wird aufgegeben. Die Schwierigkeiten bei der Materialbeschaffung können durch die Stadtverwaltung nicht überwunden werden.

 

 


10.02.

 


Die Betriebssport Gemeinschaft „BSG Kohle Ammendorf“ mit den Sektionen Fußball, Handball und Kegeln wird gegründet. Später BSG Aktivist Ammendorf. Am 27.01.1951 erfolgt dann die Umbenennung in BSG Aktivist Halle. Trägerbetrieb ist der VEB Braunkohlenwerk Ammendorf.

 

 


21.04.

 


Außerordentliche Mitgliederversammlung der Siedlergemeinschaft.

Der Vorsitzende, Herr König, wird auf Beschluss der Versammlung abgesetzt. Herr Leißring wird als Vorsitzender bestätigt.

 

 


30.04.

 


Die „Erste Uhren PGH der DDR“ nimmt ihre Tätigkeit auf dem Gelände des ehemaligen Ammendorfer Gaswerkes auf (Kanenaer Str., heute Tiefe Str.). Die PGH bildete sich aus der Uhrenfabrik „Silesia“ (Sitz auf dem Gelände der Druckfarbenfabrik Hartmann).

 

 


05.05.

 


Siedlerversammlung in der Heimstättensiedlung.

121 Anwesende wählen den neuen Vorstand. Ihm gehören an die Herren Michel, Leißring, Thon, Ackermann und Kamm.

 

 


01.07.

 


Die Stadt Ammendorf wird von Halle eingemeindet.

21 000 Ammendorfer wurden Hallenser. Bürgermeister war bis dahin Kurt Martin.

Im Rathaus arbeitet jetzt der Rat des Stadtbezirkes 6. Mit der Eingemeindung von Ammendorf gibt es für die Bürger einige Veränderungen. So erhöht sich die Hundesteuer von 27.- M auf 108,- M. Die Schulgeldfreiheit wird abgeschafft. Die Schüler der Oberschule im Aufbau Ammendorf–Radewell müssen jetzt 20,- Mark pro Monat bezahlen.

Pfarrer sind in der evang. Gemeinde St. Katharina Pfarrer Werner und in der St. Elisabeth  Pfarrer Henselien.

 

 


01.08.

 


Die Lehmbausiedlung (heute Igelweg) schließt sich der Siedlergemeinschaft an. Erich Eckardt, Herbert Nerlich, Kurt Maas, und Alfred Graf werden Siedler.

 

 


01.09.

 


Wolfgang Terpe wird in Berlin DDR-Straßenmeister der Jugend.

 

 


09.09.

 


In Halle erkämpft Wolfgang Terpe mit seinem Partner Stolze den DDR-Jugendmeistertitel im Zweier Mannschaftsfahren. Im 4000m Einzelverfolgungsfahren wird er Vizemeister.

 

 


23.09.

 


Die Betriebssportgemeinschaft (BSG) Motor Ammendorf wird gegründet. In den Sektionen  Fußball, Handball, Kegeln, Kanu, Schach, Turnen, Boxen und Tischtennis  treiben bald 500 Mitglieder Sport.

 

 


15.12.

 


Siedlerversammlung in der Heimstättensiedlung.

354 Siedler gehören nun der Gemeinschaft an. Einspruch gegen die Erhöhung der Hundesteuer und gegen das Vorhaben der Grube von-der-Heydt, den Kleinverkauf von Brennstoffen an die Bevölkerung zu stoppen.

Es wurde eine neue Straßenbahnlinie (24) Pferderennbahn-Rosengarten in Betrieb genommen.

Das erste 20-Familien Wohnhaus für die Waggonbauer wird in der Stalinallee bezogen. Das Braunkohlenwerk Ammendorf errichtet in der Regensburger-Str. für 211 000,- M die Zentralküche Osendorf.

Im Verlaufe des Jahres richtete die Volkspolizei eine Dienst- und Meldestelle im Ammendorfer Rathaus ein. Das Dienstgebäude in der Georgi-Dimitroff-Str. wurde aufgegeben es wurden dort Wohnungen eingerichtet.

Das Konsumkaufhaus, neben dem Rathaus, wurde eröffnet.

Die Werktätigen des VEB Waggonbau Ammendorf reparieren beschädigte Straßenbahnwagen für die hallesche Straßenbahn und die MÜBAG. Damit werden weitere Voraussetzungen zur Sicherung der Beförderungsaufgaben geschaffen.

Gerda Kupka aus Ammendorf erreicht bei den DDR-Schachmeisterschaften der Damen einen Fünften Platz.

 


1951

 


01.01.

 


Folgende Siedler gehören den Kaninchenzüchterverein „G 6 Ammendorf“ an:

Alschner, Erich

Leunaweg 53

Bach

Kanenaer Str. 35

Beiner, Fritz

Siebenhufenstr.

Benkenstein, Karl

Leunaweg 44

Eckard, Erich

Igelweg 1

Greiner, Willi

Heimstättenweg 10

Hädrich, Richard

Kanenaer Str. 34

Hoffmann, Axel

Kanenaer Str. 4

Jahn, Fritz            

Siedlerstr. 4

Kusian, Reinhold

Heimstättenweg 36

Meinekat, Hermann

Siebenhufenstr. 41a

Pommnitz, Horst

Heimstättenweg 79

Rüdiger, Lutz

Siedlerstr. 5

Schmidt, Paul

Kanenaer Str. 22

Wetterau, Fritz

Leunaweg 25

 

 

 


25.03.

 


Das Straßenradrennen Leipzig - Bad Düben – Leipzig gewinnt der Ammendorfer Wolfgang Terpe, der für die BSG Buna-Schkopau startet.

Die „Oberschule im Aufbau zu Ammendorf“ wird „Oberschule Ammendorf der Landeshauptstadt Halle.“

 

 

 


05.04.

 


Siedlerversammlung in der Heimstättensiedlung. 23 Eintrittswillige werden in die Gemeinschaft aufgenommen. Die Organisation zur Verteilung von 40 Ztr. Dünger, 300 Ztr. Kalk und 100 Ztr. Hühnerfutter wird beraten und entschieden.

Anträge an die Stadtverwaltung zur Gasversorgung, zum Anschluss an die Kanalisation und zur Verbesserung des Straßenzustandes werden formuliert und abgeschickt.

Beschlossen wird der Bier- und Zigarettenverkauf bei Fam. Michel.

 

 

 


07.06.

 


In der Oberschule legen die ersten Schüler das Abitur ab (5 Mädchen und 6 Jungen)

 

 

 


30.06.

 


Zusammenschluss der MÜBAG mit der Halleschen Straßenbahn nach Verordnung der Staatlichen Plankommission der DDR vom 22.02.1951. Dies erfolgte gegen die Vorbehalte der MÜBAG-Arbeiter. Sie besaßen funktionierende Partei- und Gewerkschaftsorganisationen und hatten Vorteile gegenüber den halleschen Straßenbahnarbeitern. So erhielten sie Jubiläumsgelder, Heirats- und Geburtenbeihilfen sowie Freifahrtscheine für ihre Angehörigen.

Die beiden Firmen von Rausch & Filbry und G.L. Eberhardt werden zum VEB Hallesche Bäckereimaschinenfabrik vereinigt. Die Produkte gehen unter dem traditionellen Firmen- und Warenzeichen „Habämfa“ in viele Länder der Welt.

 

 

 


22.07.

 


Das Ammendorfer Stadion wird eingeweiht. Motor Ammendorf hat sich die Oberligamannschaft von Stahl Thale eingeladen. Das Spiel endet 4:4. Die Tore der Ammendorfer schossen.

Koitzsch, Helmut (I) „Nigger“ (3)

Busch, Günther „Lebber“ (1)

 

 

 


03.08.

 


Die Stadt beginnt mit der Müllabfuhr für alle interessierten Bewohner der Heimstättensiedlung. Viele nutzen das Angebot nicht und entsorgen ihren Unrat illegal in der Kiesgrube „ Klemm“, die sich südöstlich der Siebenhufenstr. (heute Alfred-Reinhardt-Str.) befindet.

 

 

 


25./26.08.

 


Die Landesmeisterschaften im Radrennen von Sachsen-Anhalt finden auf der Albert-Richter-Kampfbahn in Halle statt. Im Jugendrennen siegt Wolfgang Terpe.

 

 

 


01.09.

 


In Berlin finden die DDR-Meisterschaften im Straßenradsport statt. Im Jugendrennen wird Wolfgang Terpe DDR-Meister.

 

 

 


03.09.

 


Der Ammendorfer Willy Gropp erreicht mit der Fußballmannschaft der BSG Stahl Thale gegen die BSG KWU Erfurt einen 4:0 Sieg im Endspiel des DDR Fußballpokals. Die Tore erzielten Weitkuhn, Wlassny, Oberländer und Gropp.

 

 

 


08./09.09.

 


Bei den Bahnradmeisterschaften der DDR wird Wolfgang Terpe  im Zweiermannschaftsfahren mit seinem Partner Stolze ( Chemnitz ) DDR-Meister.

 

 

 


23.09.

 


In seinem ersten Rennen als Junior belegt Wolfgang Terpe auf der Albert-Richter-Kampfbahn in Halle im Fliegerhauptfahren den 3.Platz.

 

 

 


13.10.

 


Die Chemische Fabrik lässt Chlorgas ab. Der Siedlervorstand legt bei Landwirtschaftsamt Beschwerde ein.

 

 


22.12.

 


Kinderweihnachtsfeier in der Heimstättensiedlung.

 

 


30.12.

 


Mitgliederversammlung der Siedlergemeinschaft. Wahl des neuen Vorstandes. Ihm gehören die Herren Michel, Brüggemann, Kamm, Baldy, Leupold, Thon, Selle, Laupitz und Bock an.

Im Verlaufe des Jahres 1951 wurde die Siebenhufenstr. in Alfred-Reinhardt-Str. umbenannt. Alfred Reinhardt wohnte bis zu seiner Verhaftung und Ermordung durch die Nazis in der Siebenhufenstr. 1 (heute Logis „Nussbaum“). Alfred Reinhardt war Mitglied der SPD und gewählter Gemeindevertreter.

Das Ammendorfer Orchester bereitet mit seinen Konzerten vielen Musikliebhabern erlebnisreiche Stunden im Festsaal des Jugendheimes. Als Dirigent und Sänger leitet Herr Aribert Scharf das Orchester. Frau Hanisch ist die gefeierte Sängerin. In diesem Jahre wird die Betriebspoliklinik des Waggonbaus in der Merseburger-Str. eröffnet.

Bei den DDR-Schachmeisterschaften der Damen erkämpft Gerda Kupka (Ammendorf) den vierten Platz.

Im Kanurennsport wird die Ammendorferin Siegrid Schnabel im KI der Frauen DDR-Meister. Im KII der Frauen Schnabel/Pretsch und Max Werner im KI der männlichen Jugend.

Bei den Gesamtdeutschen Einzelmeisterschaften im Schach, die in Bad-Klosterlausnitz stattfanden, belegte die Ammendorferin Gerda Kupka den 18.Platz.

 

 


1952

 

 

 


Auszüge aus dem Arbeitsplan 1952

Losung: „Durch Deine Mitarbeit, ein glückliches Leben, eine schöne Heimat.“

Liebe Einwohner!

Der demokratische Block, die Stadtverordnetenversammlung und der Rat der Landeshauptstadt Halle legen den Entwurf eines Kreisplanes vor, der uns den Weg zeigt, den Volkswirtschaftsplan 1952 in Halle zu verwirklichen und darüber hinaus unsere Stadt zu verschönern.

Für Halle S11 sind folgende Aufgaben zu erfüllen.

  • Feierabendheim Ammendorf- den Heimgarten in Ordnung bringen und unterhalten;
  • im Kleinkinder-Genesungsheim Radewell Rabatten anlegen und lfd. pflegen;
  • Fertigstellung des Volleyballplatzes der BSG Chemie Ammendorf und Schaffung einer Zuschauertribüne
  • Beseitigung des Bauschuttes in der Elsterstraße;
  • Bekämpfung der Mückenplage in der Elsteraue;
  • Neupflasterung der Fahrbahn und des Gehweges in der Schachtstraße;
  • Herstellung eines gepflasterten Gehweges in der Ernst-Thälmann-Straße;
  • Verstärkung der Dampfleitungen in der Friedenschule;
  • Wiederherstellung der Tennisplätze am Stadion in Ammendorf und
  • Einbau eines elektr. Aufzuges im Rathaus Ammendorf.

 

 

 


16.01.

 


Die Hausbuchführung wird eingeführt. Alle Besucher sind einzutragen, desgleichen alle personellen Veränderungen in der Familie. Als ABV (Abschnittsbevollmächtigter) der VP (Volkspolizei) wird Gen. Paul Lischke für die Heimstättensiedlung eingesetzt.

 

 

 


März

 


In Ammendorf vor dem Rathaus (durch die Edisonstraße) wird eine Wendeschleife der Straßenbahn in Betrieb genommen, die den Florian-Geyer-Platz durchquert.

 

 


01.04.

 


Die Straßenbahnlinie 14 wird eingestellt. Dafür fährt die Linie 15 Ammendorf-Trotha.

 

 


10.02.

 


Bildung der Wohnungskommission für die Heimstättensiedlung: Vorsitzender ist der Siedler Wenzel.

 

 


17.04.

 


Im Entscheidungsspiel um den Aufstieg in die Bezirksliga, stehen sich im Ammendorfer Stadion die Fußballmannschaften von Motor Ammendorf und Chemie Schkopau gegenüber. 13 000 Zuschauer sind gekommen und sehen den 3:0 Sieg der Ammendorfer. Die Torschützen waren Helmut Koitsch mit 2 Treffern und Otto Hoyer.

DDR-Meisterschaften im Kanu-Rennsport.

Der Ammendorfer Adolf Müller (Atze) wird DDR-Meister im K I über 10.000m. Siegrid Schnabel wird DDR-Meisterin im KI der Frauen und Max Werner im KI der männlichen Jugend.

 

 

 


11.05.

 


Letzte Lieferung im Rahmen der Reparationsleistungen an die UdSSR aus dem Waggonbau Ammendorf.

 

 

 


13.05.

 


Die Waggonfabrik Ammendorf wird aus dem Eigentum der UdSSR entlassen und wird ein Volkseigener Betrieb (VEB)

 

 

 


August

 


Die Rationierung von Nährmitteln und Kartoffeln wird aufgehoben.

 

 

 


07.10.

 


Anlässlich des Tages der Republik wird die HO-Verkaufsstelle 296 im Heimstättenweg eröffnet.

Mit 4 900 Werktätigen ist der Waggonbau Ammendorf der größte Betrieb des DDR-Schienenfahrzeugbaus und gleichzeitig der größte Betrieb in der Stadt Halle.